Wie gesund ist Apfelsaft wirklich? (Spoiler: Lieber einen Apfel essen)

Autor: Lino Wirag/Heike Baier | Kategorie: Essen und Trinken | 20.01.2023

Ist Apfelsaft gesund?
Foto: Shutterstock/Oksana Kuzmina

Apfelsaft ist bei Kindern und Eltern beliebt. Bei den Kindern, weil er so süß ist; bei den Eltern, weil er schließlich aus vermeintlich gesunden Äpfeln besteht. Oder stimmt das gar nicht? Wir haben uns angeschaut, wie gesund Apfelsaft wirklich ist.

Apfelsaft ist hierzulande der beliebteste Saft. "100 Prozent Apfel": So steht es auf vielen Direktsäften – und das stimmt normalerweise auch. Alles gut also? Nach dem Motto "Apfel gesund" plus "Apfelsaft besteht aus Äpfeln" ist gleich "Apfelsaft gesund"?

Die Antwort lautet wie bei so vielem im Leben: Es kommt drauf an, wie viel man trinkt. Dass Äpfel gesund sind, ist sprichwörtlich. Doch sind in einem Glas Apfelsaft natürlich keine Feststoffe der ausgepressten Frucht mehr enthalten – und die sind es, die teilweise zum guten Ruf des Apfels beitragen. Deshalb ist beispielsweise von den Ballaststoffen des Apfels im Saft nicht mehr viel drin.

Apfelsaft: eine kleine Zuckerbombe

Wer grundsätzlich auf eine gesunde Ernährung achtet, muss vor einem Glas Saft natürlich keine Angst haben. Auch wenn der enthaltene Zucker ein Problem darstellt: Mit zehn bis zwölf Prozent natürlichem Zuckergehalt kann es die Mehrheit der Apfelsäfte auf dem Markt locker mit vielen Softdrinks aufnehmen. Ähnlich hoch ist übrigens der Zuckergehalt von Orangensaft.

Das fördert aber bekanntlich nicht nur Karies, sondern führt bei übermäßigem Konsum auch zu Übergewicht. Da Erwachsene täglich nicht mehr als 50 Gramm Zucker aufnehmen sollten (egal ob als freier oder gebundener Zucker, wie er in Obstsäften vorkommt), ist diese Grenze bereits mit einem halben Liter – also etwa zwei Gläsern – Apfelsaft erreicht. 

Vitamin C in Apfelsaft

Einige wertvolle Nährstoffe überleben die Pressung zumindest teilweise, allen voran die sogenannten Polyphenole, von denen ein trüber Apfelsaft mehr enthält als ein klarer. Polyphenole zeigten in Studien eine vorbeugende Wirkung gegen zahlreiche Zivilisationskrankheiten von Diabetes bis Bluthochdruck.

Und auch ein wenig Vitamin C bleibt im Saft zurück, allerdings nicht mehr besonders viel: Während es manche Äpfel noch auf 25 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm bringen, sind es im Apfelsaft höchstens noch zwei Milligramm auf 100 Gramm – also weniger als ein Zehntel.

Zum Vergleich: Ein frisch gepresster Orangensaft kann bis zu 50 Milligramm Ascorbinsäure (pro 100 Gramm) enthalten und damit die 25-fache Menge Vitamin C, die in Apfelsaft steckt.

Tipps:

  • Nur noch die Hälfte oder ein Drittel des Zuckers hat Apfelsaft, wenn Sie ihn als Schorle trinken.
  • Achten Sie darauf, dass einem Saft aus dem Laden nicht auch noch Extra-Zucker zugesetzt wurde.
  • Bewahren Sie Apfelsaft dunkel und kühl auf, da die enthaltenen Vitamine wärme- und lichtempfindlich sind.

Apfelsaft bei ÖKO-TEST

Wir haben im Herbst 2022 zahlreiche naturtrübe Apfelsäfte im Test unter die Lupe genommen, darunter etwa die Hälfte mit Bio-Siegel. Unschön: In einigen Apfelsäften wurde das Spritzgift Mepiquat gefunden – obwohl es im Obstbau in der EU verboten ist. Alle Produkte und Test-Ergebnisse finden Sie im ePaper – klicken Sie dazu einfach auf den folgenden Kasten:

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