Tee gilt allgemein als gesund. Wer nun deswegen davon ausgeht, dass Bubble Tea auch nicht schlecht sein kann, täuscht sich. Viele Ärzte und Institutionen warnen vor dem Getränk, insbesondere wenn Kinder und Jugendliche es trinken. Doch was genau ist das Problem daran?
Was ist Bubble Tea eigentlich?
Bevor wir die Frage klären, wie (un-)gesund Bubble Tea ist, müssen wir zunächst beantworten, was Bubble Tea eigentlich ist. Das Getränk stammt ursprünglich aus Taiwan. Die Basis bildet gesüßter grüner oder schwarzer Tee. Traditionell wird der Tee mit Kondenzmilch und Sirup oder Honig schaumig geschlagen. Mittlerweile gibt es aber unzählige Variationen: Je nach Zubereitung kommen auch Milch, Fruchtsirup, Joghurt, Saft, Kakao oder Kaffee in den Tee.
Als Besonderheit werden dem Getränk Kügelchen, sogenannte Bubbles, aus Stärke zugesetzt. Sie sind etwa zehn bis 15 mm groß und teilweise mit einer süßen Flüssigkeit gefüllt. Die Bubbles, die mit einem breiten Strohhalm eingesaugt werden, zerplatzen im Mund und lassen so die süße Füllung aus Fruchtsirup, wie beispielsweise Bananen- oder Melonenaroma, frei.
Andere Bubblearten gibt es ungefüllt: Die sogenannten Tapioka-Perlen sind außen weich und innen bissfest. Diese Perlen werden mit Tapiokastärke, Wasser und Sirup hergestellt. Die Stärke wird aus der Maniokwurzel gewonnen. Die Kügelchen sind meist schwarz, weil dunkler Sirup verwendet wird und dieser karamellisiert.
Wie (un-)gesund ist Bubble Tea?
Bubble Tea kann je nach Zubereitung stark zucker- und kalorienhaltig sein. Ein Becher Bubble Tea kann bis zu 500 Kalorien enthalten, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Zum Vergleich: 500 Kalorien entspricht etwa einer Tafel Schokolade. Das bedeutet: Siebenjährige Kinder decken mit einem Bubble Tea schon ein Drittel ihres Tagesenergiebedarfs.
Und auch der Zucker in den Getränken hat es in sich: Bubble Tea enthält, so der VerbraucherService Bayern, ca. zehn Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Das entspricht in etwa dem Zuckergehalt von Cola. Der hohe Zuckergehalt kommt sowohl aus dem süßen Sirup, der dem Getränk zugesetzt wird, als auch aus den Tapioka-Perlen und kann daher stark variieren.
Koffeingehalt in Bubble Tea kann für Kinder gefährlich werden
Nicht jeder weiß, dass auch Tee Koffein enthält. Und da die Basis von Bubble Tea oft aus besonders koffeinhaltigem Schwarztee (oder Grüntee) besteht, ist das Getränk je nach Zubereitung ein echter Wachmacher. Ein Grund dafür ist laut DGE auch, dass die Portionen oft größer sind als normale Teetassen. Während eine Tasse normalerweise 200 Milliliter misst, werden Bubble Teas im Laden auch gerne mal in 700-Milliliter-Bechern angeboten.
Das Problem daran: Zuviel Koffein kann nicht nur Herzrasen oder Schweißausbrüche hervorrufen, sondern auch mitunter die Herzgesundheit gefährden. Insofern sollte besonders bei Kindern und Jugendlichen darauf geachtet werden, dass sie beim Verzehr eine bestimmte Koffeinmenge nicht überschreiten.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, dass Kinder und Jugendliche eine tägliche Zufuhr von 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten sollten. Die Grenze liegt also bei einem gesunden Jugendlichen, mit etwa 50 Kilogramm Körpergewicht, bei 150 Milligramm Koffein.
Und wie genau steht es um den Koffeingehalt in Bubble Tea? Eine 200-Milliliter-Tasse schwarzer Tee enthält etwa 45 Milligramm Koffein. Bei einer Tasse grüner Tee ist es ungefähr die Hälfte. Trinkt man 700 Milliliter Bubble Tea auf Schwarztee-Basis könnten somit schnell bis zu 150 Milligramm Koffein aufgenommen werden – das ist für einen 50-Kilo-Jugendlichen noch okay. Bei kleineren Kindern ist jedoch Vorsicht geboten: Ein 20-Kilo-Kind hätte seine tägliche Koffeindosis damit mehr als doppelt überschritten.
Bubbles können leicht verschluckt werden
Kleine Kinder bis vier Jahren sollten jedoch nicht nur wegen Zucker, Kalorien und Koffein keinen Bubble Tea trinken – für sie stellen die Bubbles laut BfR eine sogenannte Aspirationsgefahr dar. Von Aspiration spricht man, wenn Fremdkörper in die Lunge verschluckt werden.
Das Trinken von Bubble Tea begünstigt durch zwei Faktoren Aspirationsunfälle: Zum einen entsteht durch das Saugen mit dem Strohhalm im Rachenraum Unterdruck. Dabei kann auch der Kehlkopfdeckel angehoben werden. Dadurch wird die beim Schlucken normalerweise verschlossene Luftröhre geöffnet und Flüssigkeiten oder Feststoffe können leicht in die Lunge gelangen.
Außerdem sind die Bubbles problematisch: Denn Fremdkörper, die so groß sind wie Erdnüsse, können gerade von Kindern bis zum Alter von vier Jahren besonders leicht in die Lunge verschluckt werden.
Das BfR empfiehlt deshalb, dass Bubble Teas einen verpflichtenden Warnhinweis haben sollten, der auf diese Gefahr hinweist. Und: Wenn Kinder unter vier doch ausnahmsweise Bubble Tea trinken, sollte man in jedem Fall auf den Strohhalm verzichten.
Ist Bubble Tea auch gesund?
Bei all diesen Fakten stellt sich die Frage: Ist Bubble Tea auch gesund? Immerhin könnten je nach Zubereitung Milch, Joghurt und Tee auch positive Auswirkungen auf den Körper haben. Das ist nicht der Fall: Der VerbraucherService Bayern gibt an, dass Bubble Tea "keine bedeutenden Nährwerte" enthält.
Auch die DGE spricht sich aufgrund des hohen Kalorien-, Zucker- und Koffeingehalts gegen den regelmäßigen Konsum von Bubble Tea aus: Bei einer sonst ausgewogenen Ernährung könne das Getränk jedoch ab und zu als Süßigkeit verzehrt werden.
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