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Take-away ohne Müll? So geht's!

Autor: Lena Pritzl & Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 22.01.2021

Take-away-Essen bedeutet oft viel Verpackungsmüll – das muss aber nicht sein.
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / mp1746

Schnell eine leckere Pasta vom Italiener oder ein feines Curry vom Asiaten mitnehmen? Take-away-Essen ist gerade im Lockdown eine schöne Abwechslung – wäre da nicht der viele Abfall, den die Take-away-Verpackungen verursachen. Esssen-to-go geht aber auch ohne Styropor-Verpackungen und Alu-Schalen.

Eine Pizza to-go oder ein asiatisches Take-away-Gericht: Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist Essen zum Mitnehmen oder Bestellen sehr beliebt. Weniger schön sind die vielen Verpackungen, die man in der Regel ebenfalls mit nach Hause nimmt. 

Eine Umfrage des Bundesverbandes der Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) ergab, dass Privathaushalte in Deutschland 2020 rund sechs Prozent mehr Müll verursachten. Dabei stieg die Müllmenge vor allem bei Plastik und anderen Leichtverpackungen – und ist damit auch auf Take-away-Essen zurückzuführen.

Take-away: Essen und Verpackungsmüll zum Mitnehmen

Natürlich soll niemand auf Take-away verzichten müssen, doch die Menge an Verpackungmüll können Sie in jedem Fall verkleinern. Wir verraten, wo Sie Essen zum Mitnehmen oder Liefern auch ohne Verpackungsmüll bekommen.

Die einfachste Möglich für verpackungsfreies Take-away: Eigene Plastik- oder Glasbehälter mitbringen und das leckere Essen vor Ort frisch einpacken lassen und damit ins Büro oder nach Hause transportieren.

Und bei geliefertem Essen? Bei den großen Lieferdiensten wie Lieferando, Foodora, Lieferheld und Co. sieht es leider schlecht aus: Das bestellte Essen kommt fast immer in stabilen Kunststoff- oder Alu-Verpackungen, die nach der Mahlzeit im Mülleimer landen. Eine Wiederverwendung ist kaum möglich.

Einwegverpackungen beim Take-away und Liefern? Muss nicht sein!

Umso erfreulicher, dass immer mehr Start-Ups mit Mehrwegverpackungssystemen und verpackungsfreiem Lieferservice an den Start gehen. Wir stellen drei davon vor:

Rebowl

Rebowl ist ein noch recht junges, deutschlandweites Pfandsystem für Mehrweg-Essensboxen. Die wiederverwendbaren Rebowl-Behältnisse kosten einmalig ein Pfand von fünf Euro und können in allen teilnehmenden Restaurants wieder zurückgegeben oder einfach bei der nächsten Essensbestellung eingetauscht werden.

Neben den Take-away-Mehrwegschalen hat Rebowl auch den Recup erfunden, ein bundesweites Pfandsystem für Coffee-to-go-Mehrwegbecher. Die Becher gibt es bereits in zahlreichen deutschen Städten.

Recircle

Das Recircle-Mehrwegsystem kommt ursprünglich aus der Schweiz und ist inzwischen auch in ganz Deutschland zu finden, im Raum Stuttgart bereits seit 2017. Gegen ein Pfand von zehn Euro erhalten Sie Ihr Take-Away-Essen im Mehrwegbehältnis. Die Behälter bestehen aus Kunststoff sind derzeit in fünf verschiedenen Größen erhältlich.

Verbraucher können sie nach dem Essen auch ungewaschen wieder beim selben oder einem andereren teilnehmendem Restaurant abgeben. Schon nach acht bis 16-maligem Wiederbenutzen schneidet die Rebox von Recircle besser ab als Einweggeschirr, so das Unternehmen.

Tiffin Loop

Das Projekt Tiffin Loop (ehemals Tiffin) wurde 2014 ins Leben gerufen und funktionierte ursprünglich als Leihsystem in Berlin. Heute bietet die Initiative gegen ein Pfand von 15 Euro Mehrwegboxen für Take-away an.

Das Besondere: Die Dosen stehen aus Edelstahl und haben einen praktischen Griff. Außerhalb von Berlin läuft derzeit eine Testphase mit teilnehmenden Restaurants in Hamburg, Berlin, Köln, Bedburg und Stralsund.

Verpackungsfreies Take-away: Tipps für weniger Müll beim Essen

Eine NABU-Studie schätzte die Abfallmenge, die aus Einweggeschirr und Verpackungen entsteht, bereits 2017 auf jährlich gut 280.000 Tonnen. Dieser Müllberg muss kleiner werden.

Wir empfehlen dafür folgende Tipps:

  • Nutzen Sie beim Take-away Mehrwegsysteme und bevorzugen Sie Restaurants, die mitdenken und Verpackungsmüll vermeiden. Das neue Verpackungsgesetz verpflichtet übrigens Restaurants ab 2023 dazu, beim Take-away immer auch eine Mehrwegvariante anzubieten.
  • Die meisten Imbissläden und Restaurants verpacken das Essen gerne in selbst mitgebrachte Mehrwegbehälter – auch während der Corona-Pandemie ist das nicht verboten. Fragen Sie einfach beim Bestellen freundlich nach.
  • In kleineren Städten bieten Naturkostläden und Restaurants oft eigene Pfandsysteme an. Auch hier gilt: Einfach mal nachfragen. Wenn genug Kunden den Wunsch nach Mehrwegbehältnissen äußern, werden sie Realität.
  • Eine schöne Alternative für nach Corona: Das Essen nicht mit ins Büro oder nach Hause nehmen, sondern sich eine halbe Stunde Zeit nehmen und vor Ort genießen.

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