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Schweinefleisch mit gefährlichen Keimen belastet: So schützen Sie sich

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 31.05.2019

Schweinefleisch mit gefährlichen Keimen belastet: So schützen Sie sich
(Foto: Mitj Kobal / Greenpeace)

Schweineschnitzel, Schweinekotelett & Co. können eine Gefahr für unsere Gesundheit sein: Bei einem Test von Greenpeace zeigte sich eine hohe Belastung mit antibiotikaresistenten Keimen. Wir erklären, was Sie bei Kauf und Zubereitung beachten sollten.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat handelsübliches Schweinefleisch auf Keime testen lassen, die gegen Antibiotika resistent sind. Das Ergebnis: 5 von insgesamt 14 Fleischstücken waren mit resistenten Erregern belastet.

"Unser Test zeigt auf alarmierende Weise, wie die Massentierhaltung die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährdet", sagt Jens Karg von Greenpeace in Österreich. Besonders Schweinen würden übermäßig viele Antibiotika verabreicht.

Antibiotikaresistente Keime auf Schweinefleisch

Bei dem Schweinefleisch-Test hat die Umweltorganisation stichprobenartig verschiedene konventionelle Schweinefleisch-Stücke aus dem österreichischen Lebensmitteleinzelhandel von einem unabhängigen Labor untersuchen lassen. Bio-Schweinefleisch ließ Greenpeace nicht untersuchen. 

Insgesamt waren fünf Proben mit den gesundheitsgefährdenden MRSA- oder ESBL-Keimen belastet. Auf zwei Fleischstücken waren sogar beide Erreger nachweisbar.

Greenpeace fordert geringeren Antibiotika-Einsatz 

Greenpeace fordert eine Kehrtwende bei den EU-Agrarförderungen und insgesamt bessere Bedingungen bei der Tierhaltung. Wichtig seien eine deutliche Reduktion des Antibiotika-Einsatzes und ein Ende für den Einsatz von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung.

Antibiotikaresistente Keime sind Gesundheitsproblem

Antibiotikaresistente Keime werden mehr und mehr zu einem weltweiten Gesundheitsproblem. "Antibiotika-Resistenzen sind eine Gefahr für unsere Gesundheit. Mit dem belasteten Fleisch holen wir uns diese gefährlichen Keime bis zu uns nach Hause", sagt Sebastian Theissing-Matei von Greenpeace in Österreich. 

Die Keime können Infektionen wie Lungenentzündungen auslösen, die aufgrund der Resistenz gegen Antibiotika kaum noch behandelbar sind. Im schlimmsten Fall können diese Infektionen sogar tödlich enden. Allein in der EU sterben jährlich 33.000 Menschen an antibiotikaresistenten Keimen.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt seit Jahren vor den Keimen, bei denen Antibiotika unwirksam sind.

So schützen Sie sich vor den gefährlichen Keimen

"Wer mit belastetem Schweinefleisch kocht, läuft Gefahr, mit den resistenten Keimen in Berührung zu kommen. Im schlimmsten Fall kann das eine schwere Erkrankung nach sich ziehen", warnt Sebastian Theissing-Matei. Wichtig sei daher eine gute Küchenhygiene.

  • Bereiten Sie rohes Fleisch und pflanzliche Lebensmittel immer getrennt zu, vor allem dann, wenn Sie Teile der Lebensmittel nicht erhitzen. 
  • Lagern Sie rohes Fleisch im Kühlschrank immer getrennt von anderen Lebensmitteln.
  • Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch sollten Sie sich gründlich die Hände waschen und die Kochutensilien säubern. 
  • Braten Sie Fleisch immer gut durch.

Beim Kauf empfiehlt Greenpeace, Bio-Fleisch zu wählen. Hier ist der Einsatz von Antibiotika sehr viel strenger geregelt. "Und natürlich kann man statt zu Fleisch auch vermehrt zu Gemüse oder etwa zu Soja-Produkten greifen", rät Theissing-Matei.

Antibiotikaresistente Keime auch auf Discounter-Hähnchen

Nicht nur auf Schweinefleisch sind antibiotikaresistente Keime ein Problem. Ein aktueller Test von Germanwatch zeigt: Auf mehr als der Hälfte der getesteten Discounter-Hähnchen wurden resistente Erreger gefunden.

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