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Schimmelpilzgifte: Jeder zweite Deutsche fürchtet sich vor Schimmel

Verbrauchermonitor zeigt überraschenden Trend

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Essen und Trinken | 27.11.2019

Verschimmelte Lebensmittel; Schimmelpilz auf einer Paprika (Großaufnahme)
Verschimmelte Lebensmittel; Schimmelpilz auf einer Paprika (Großaufnahme) (Foto: CC0 / Pixabay / marco_luzi; stux)

Die Deutschen sorgen sich vor allem um Antibiotika in Lebensmitteln, außerdem um Mikroplastik, Pflanzenschutzmittel und Salmonellen in der Nahrung. Neuester Sorgenträger laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung: Schimmelpilzgifte.

Was ihre Ernährung betrifft, sehen deutsche Verbraucher gerne genau hin. Mehr als drei Viertel der Deutschen halten ihre Lebensmittel zwar für grundsätzlich sicher, nehmen deshalb aber nicht von Befürchtungen Abstand. Vor allem Rückstände von Antibiotika und deren mögliche Folgen machen ihnen Angst.

Dies geht aus dem aktuellen "Verbrauchermonitor" (Link) des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor, der jetzt erschienen ist. Die Behörde hatte dazu im August 2019 rund 1.000 Personen über 14 Jahre zu Gesundheits- und Verbraucherthemen befragt. Der sogenannte "Wilke-Skandal" um mit Listerien belastete Lebensmittel wurde einer breiteren Öffentlichkeit erst im Oktober 2019 bekannt und taucht deshalb in der Befragung des BfR noch nicht auf.

Deutsche fürchten sich vor allem vor Antibiotika

Dafür hält der "Verbrauchermonitor" eine andere Überraschung bereit: Das Thema Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln ist deutlich bekannter und beunruhigt mehr Menschen als noch im Februar 2019. Damals wurde die letzte BfR-Umfrage durchgeführt. Die Zahl der Befragten, die angaben, wegen Schimmelgiften beunruhigt zu sein, stieg um 13 % auf 46 %. Das BfR äußerte sich nicht dazu, womit der Trend zu erklären sein könnte.

Als ähnlich bedenklich empfanden Verbraucher außerdem Salmonellen (45 %), Glyphosat (45 %) sowie Reste von Pflanzenschutzmitteln (53 %) in der Nahrung. Mikroplastik in Nahrungsmitteln beunruhigte sogar 63 %, Listerien dagegen nur 17 % der Verbraucher – dieser Wert dürfte seit einigen Wochen nach oben geschnellt sein. Ganz oben auf der Liste, wie auch bei der letzten Befragung: Antibiotika (64 %).

Das ist keine Überraschung, aber sehr wohl eine deutsche Besonderheit. Schon eine andere, deutlich umfangreichere Befragung kam im April 2019 (Link) zu einem ähnlichen Ergebnis: Im europäischen Vergleich sorgen sich 61 % der deutschen Bevölkerung um Antibiotika-, Hormon- oder Steroidrückstände in Fleisch. Der europäische Durchschnitt liegt mit 44 % deutlich darunter.

Falsche Ernährung wird ebenfalls als Risiko empfunden

Als die größten gesundheitlichen Risiken nahmen die Befragten der BfR-Studie spontan eine ungesunde oder falsche Ernährung, die Klima- und Umweltbelastung sowie das Rauchen wahr – hier hatte sich im Vergleich zum Frühjahr wenig geändert. Mindestens fünf Prozent führten im August allerdings erstmals die Themen Pflege, Alter und Rente als potentielle Gesundheitsrisiken auf.

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