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Schädliche Transfette in Lebensmitteln: EU legt Grenzwerte fest

Autor: Brigitte Rohm | Kategorie: Essen und Trinken | 29.04.2019

Schädliche Transfette in Lebensmitteln: EU legt Grenzwerte fest
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Didgeman

Sie schaden vor allem dem Herzen: Künstliche Transfette bekommen nun einen Riegel vorgeschoben. Die EU-Kommission hat eine Obergrenze für Lebensmittel beschlossen.

Dass Frittiertes wie Chips oder Buttriges wie Croissants nicht gesund ist, sollte den meisten klar sein. Die EU-Kommission möchte nun ein mit dem Verzehr solcher Speisen verbundenes Risiko eindämmen: sogenannte Transfette oder auch trans-Fettsäuren. 

Ab dem 2. April 2021 soll eine neue Regelung in Kraft treten, die eine verbindliche Obergrenze für Transfette festlegt. Demnach dürfen in Zukunft nur noch Lebensmittel in den Handel kommen, deren Fettgehalt zu weniger als zwei Prozent industriell hergestellte trans-Fettsäuren umfasst.

Hersteller müssen den Gehalt von Transfetten senken

In einigen EU-Mitgliedsstaaten wie Dänemark und Österreich gibt es bereits Obergrenzen für Transfette, während in Deutschland bislang lediglich freiwillige Beschränkungen und Empfehlungen für Her­steller und Verbraucher gelten (abgesehen von Säuglings- und Diätnahrung). 

Betroffen von dem neuen Entschluss sind viele Fertigprodukte und Lebensmittel wie Pommes, Chips, Margarine und Blätterteig oder Backwaren wie Waffeln, Donuts und Berliner. Diese Dinge werden natürlich nicht einfach verschwinden, weil sie derzeit möglicherweise die geplanten Grenzwerte überschreiten – aber die Hersteller sind gezwungen, ihre Rezepturen und Produktionsweisen anzupassen, um den Transfettgehalt zu reduzieren.

Was die Regelung nicht vorsieht: eine Beschränkung für Lebensmittel, die von Natur aus trans-Fettsäuren enthalten, zum Beispiel Butter, Milch oder Fleisch.

Warum Transfette so schädlich sind

Bei trans-Fettsäuren handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren, die in ihrer Zusammensetzung aber den gesättigten Fettsäuren ähneln. Sie bilden sich durch natürliche oder lebensmitteltechnologische Prozesse – etwa, wenn Pflanzenöle gehärtet werden. In industriell produzierter Nahrung sind sie als Transfette an Glycerinester gebunden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schreibt: "Für trans-Fettsäuren ist keine positive Funktion im Organismus bekannt. Demgegenüber sind negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel durch ihren Verzehr eindeutig belegt."

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung lassen sie den Chlosterinspiegel im Blut ansteigen und stehen durch Studien in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch ein aktuelles Infoblatt der EU warnt vor diesen Gesundheitsgefahren. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert, künstliche trans-Fettsäuren aus Nahrungsmitteln zu streichen. Die Organisation macht die Fettsäuren für 500.000 Tode jährlich verantwortlich, welche als Folge von Herz-Kreislauf-Krankheiten eintreten.

Gutes Fett, schlechtes Fett

Auch beim Braten und Frittieren zu Hause können Transfette entstehen – wobei laut der DGE noch nicht vollständig geklärt ist, welchen Beitrag die auf diesem Weg entstandenen trans-Fettsäuren zur Gesamtzufuhr von trans-Fettsäuren leisten. Pflanzliche Öle wie Rapsöl, Olivenöl, Leinöl oder Walnussöl enthalten in purer Form dagegen lebensnotwendige ungesättigte Fettsäuren und können der DGE zufolge das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Leider sind jedoch auch diese eigentlich gesunden Öle nicht immer unbedenklich: Unser aktueller Olivenöl-Test hat ergeben, dass jedes zweite Olivenöl mit mineralölartigen Stoffen verunreinigt ist. Darüber hinaus fanden wir Schadstoffe wie Weichmacher – und können nur zwei Produkte überhaupt empfehlen.

Es lohnt sich also, beim Kauf von Lebensmitteln darauf zu achten, welche Fette wir unserem Körper zuführen – und welche wir besser meiden.

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