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Paranüsse: Wie gesund sind die Nüsse wirklich?

Autor: Ann-Cathrin Witte | Kategorie: Essen und Trinken | 15.02.2021

Paranüsse: Wie gesund sind die Nüsse wirklich?
Foto: New Africa/Shutterstock

Die südamerikanische Paranuss gilt als gesunder Snack. Sie enthält viele wichtige Nährstoffe, darunter Kalzium, Eisen und das Spurenelement Selen. Gleichzeitig wird immer wieder vor dem Verzehr von Paranüssen gewarnt. Wir verraten, was an den Gerüchten dran ist.

Nüsse und Nussmischungen werden bei den Deutschen immer beliebter. Das geht aus einer Erhebung des Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. hervor. So hat sich Verzehr pro Kopf innerhalb der letzten Jahre von 0,5 kg im Jahr 2014 auf 1,8 kg im Jahr 2019 gesteigert. Neben Klassikern wie Erdnüsse, Haselnüsse und Walnüsse greifen die Deutschen auch gerne zu anderen Nussorten, darunter auch die Paranuss.

Die aus Südamerika stammende Nussorte ist bei uns geschält in Nussmischungen, aber auch als Einzelsorte erhältlich. Ihr Geschmack wird als leicht mandelartig und süßlich beschrieben. Geerntet werden Paranüsse von November bis März, erhältlich sind sie dagegen das ganze Jahr.

Die Paranussbäume wachsen wild im bolivianischen und brasilianischen Regenwald. Da sie nur von einigen, wenigen Bienensorten bestäubt werden können, sind bisher alle Versuche, Paranüsse auf Plantagen anzubauen, fehlgeschlagen.

Eine Paranuss-Frucht enthält bis zu 16 Paranüsse.
Eine Paranuss-Frucht enthält bis zu 16 Paranüsse. (Foto: jaboticaba images/Shutterstock)

Paranüsse: Das steckt in den Nüssen drin

Paranüsse sind kleine Nährstoffbomben, die den Körper mit einer großen Anzahl von Vitaminen und anderen Nährstoffen versorgen. Dazu zählen zum Beispiel die Mineralstoffe Kalzium, Magnesium, Kalium und Eisen. Während Kalzium für den Aufbau von Knochen und Zähnen benötigt wird, braucht der Körper Magnesium für die Muskelversorgung. Das enthaltene Kalium regelt zudem die Reizleitung von Nerven- und Muskelzellen, während Eisen für die Bindung von Sauerstoff in den roten Blutkörperchen verantwortlich ist.

Das Besondere an Paranüsse ist allerdings ihr hoher Selenanteil. Dieses Spurenelement wird im Körper für eine Reihe von Stoffwechselfunktionen benötigt. So unterstützt Selen bespielsweise die Schilddrüsenfunktion und die Abwehrkräfte des Immunsystems. Zusätzlich hilft das Spurenelement auch bei der Zellregeneration. Eine Paranuss enthält umgerechnet über 140 Prozent des täglichen Bedarfs. Deswegen sollten Paranüsse in kleinen Portionen konsumiert werden.

Darüber hinaus enthalten Paranüsse viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe sowie die Spurenelemente Zink und Kupfer.

Paranüsse machen sich auch gut in Smoothiebowls und Müslis.
Paranüsse machen sich auch gut in Smoothiebowls und Müslis. (Foto: Nina Firsova/Shutterstock)

Sind Paranüsse gesund oder gar gesundheitsschädlich?

Neben ihrem beeindruckenden Nährstoffgehalt können Paranüsse allerdings auch einige Problemstoffe enthalten. So sind die Nüsse in ihrer geschälten Form anfällig für Schimmelpilze und deren Gifte. Besondere Kontrollen mit speziellen UV-Leuchten verhindern meistens, dass mit Schimmelpilzen befallene Nüsse in den Handel gelangen. Trotzdem lohnt es sich vor dem Verzehr eine Geruchs- und Geschmacksprobe zu machen. Schmecken die Paranüsse bitter oder riechen sie muffig, sollten sie besser entsorgt werden.

Immer wieder wird zudem darauf hingewiesen, dass Paranüsse mit Radium verseucht sein können. Das radioaktive Element kommt natürlich im Boden vor und wird über die Wurzeln des Baumes aufgenommen. Das Problem: Der Paranussbaum hat ein besonders feines Wurzelgeflecht und nimmt deswegen auch viel mehr Stoffe aus dem Boden auf.

Deswegen warnen Institutionen, wie etwa das Bundesamt für Strahlenschutz, vor einem zu hohen Konsum von Paranüssen. Ein Verzehr von etwa zwei Paranüssen pro Tag, wie er unter anderem auch Menschen mit Selenmangel empfohlen wird, sei allerdings unbedenklich.

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