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Ostern: Mit dem Kauf dieser Eier tun Sie etwas gegen Kükentöten

Autor: Redaktion | Kategorie: Essen und Trinken | 09.03.2021

Eier ohne Kükentöten können Sie das ganze Jahr über kaufen - nicht nur an Ostern.
Foto: andia/Shuttertock; PhotobyTawat/Shutterstock

Wenn Sie Eier kaufen, aber das Kükentöten nicht unterstützen wollen, haben wir Alternativen für Sie. Es gibt Initiativen und Projekte, die garantieren, dass männliche Küken in der Eiererzeugung mit aufgezogen und nicht nach dem Schlüpfen getötet werden. 

  • Eier landen nicht nur pur, sondern auch verarbeitet als Nudeln, Kuchen und anderen Backwaren häufig auf unseren Tellern.
  • Viele Eier stammen nicht aus ökologischer Tierhaltung, sondern aus Legebatterien. Die männlichen Küken werden kurz nach dem Schlüpfen getötet.
  • Wir zeigen, wo Sie Eier ohne Kükentöten bekommen und auf was Sie achten sollten.

Mehr als 12,5 Milliarden Eier landeten 2019 auf den Tellern der Bürger in Deutschland. Diese wurden von rund 42 Millionen Legehennen gelegt. Das geht aus einer Statistik des Statistischen Bundesamtes hervor. Auffällig: Nur rund 12 Prozent stammten aus ökologischer Erzeugung. Glücklicherweise gibt es immer mehr Eier ohne Kükentöten – wir geben Ihnen einen Überblick.

Kükentöten: Eierproduktion in der Kritik 

Die Eierproduktion steht seit Jahren in der Kritik. Denn im Gegensatz zu früher werden die meisten Hühner heute für zwei Zwecke gezüchtet: Die Hochleistungs-Legehennen sollen Eier legen, die Masthühner Fleisch ansetzen. Das führt dazu, dass die männlichen Küken der Legehennenrassen kurz nach dem Schlüpfen getötet werden. Denn sie legen weder Eier, noch eignen sie sich zum Mästen, weil sie deutlich langsamer Fleisch ansetzen. Somit kostet ihre Haltung Geld, sie bringen aber letztlich keinen Gewinn.

Die Konsequenz: Sie werden getötet. Rund 45 Millionen männliche Küken werden jährlich geschreddert oder vergast. Und das ist – übergangsweise weiterhin – gesetzlich erlaubt. Erst Anfang 2022 soll mit dem Töten männlicher Hühnerküken Schluss sein. Die Bundesregierung hat dem entsprechenden Gesetzesentwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes kürzlich zugestimmt.

Mittlerweile wurden drei praxistaugliche Alternativen zum Kükenschreddern entwickelt:

Alternative zum Kükentöten: Geschlechterbestimmung im Brutei 

Mit dem Verfahren zur Geschlechterbestimmung im Brutei soll in der Zukunft verhindert werden, dass männliche Küken schlüpfen. Denn: Ausgebrütet werden nur weibliche Legehennen. Die anderen Eier, aus denen Hähne schlüpfen würden, werden aussortiert. Sie werden beispielsweise zu Tierfutter verarbeitet. 

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die Entwicklung von Verfahren zur Geschlechtsbestimmung der Küken. Es gibt zwei Ansätze: 

  1. Das endokrinologische Verfahren: Eine Maschine entnimmt aus den Bruteiern einen kleinen Tropfen Flüssigkeit, nachdem diese etwa neun Tage lang gebrütet wurden. Der Embryo wird dabei nicht beschädigt. Mit einem biotechnologischen Nachweisverfahren wird dann das Geschlecht bestimmt. 
  2. Das spektroskopische Verfahren: Ein spezieller Lichtstrahl wird auf das Innere des Eis gerichtet, nachdem es vier Tage lang gebrütet wurde. Durch die Analyse des reflektieren Lichts wird dann das Geschlecht festgestellt. 

Eine weitere Alternative zum frühen Kükentöten ist die Haltung von Zweitnutzungshühnern. Der Einsatz dieser Tiere wird ebenfalls vom BMEL gefördert. Zweitnutzungshühner sind Tiere, von denen Landwirte sowohl Eier als auch Fleisch gut nutzen können.

Ein Zweinutzungshahn der Kreuzung Coffee, der auch ordentlich Fleisch ansetzt.
Ein Zweinutzungshahn der Kreuzung Coffee, der auch ordentlich Fleisch ansetzt. (Foto: Ökologische Tierzucht )

Hybridhühner und Zweitnutzungshühner für Eier ohne Kükentöten

Hochgezüchtete Hybridhühner 

Manche Hühnerrassen legen gut, andere liefern viel Fleisch. Die intensive Zucht der vergangenen 50 Jahre hat diese Trennung von Ei- und Fleischproduktion zur Perfektion gebracht: Legeleistungen von bis zu 330 Eiern im Jahr und Masthähnchen, die von der Hühnerstange fallen, weil sie wegen ihrer fetten Brust das Gleichgewicht nicht mehr halten können. Solch eine Spezialisierung funktioniert nur mit sogenannten Hybridzüchtungen. Das sind Kreuzungen aus verschiedenen Inzuchtlinien, die genetischen Gesetzen folgend zu wahren Wunderhühnern werden. Sie vereinen die besten Eigenschaften von vier Linien.

Wenn die Hybridhühner Nachkommen zeugen, spalten sich die gewünschten Eigenschaften nach den Mendel’schen Regeln sehr schnell wieder auf: Die schöne Lege- und Mastleistung ist wieder dahin. Das ist sehr praktisch für die wenigen Zuchtkonzerne, die den Markt dominieren. Die Landwirte können diese Tiere nicht selbst weiterzüchten, sondern sind auf den Zukauf der Nachkommen von Zuchtunternehmen angewiesen. Auch für den Bio-Bereich haben die großen Firmen passende Hybridhühner gezüchtet, die beispielsweise besser an das ökologische Futter und die Bio-Haltung angepasst sind. 

Zweitnutzungshühner 

Bei Zweinutzungshühnern wachsen die weiblichen Küken zu Legehennen heran und die männlichen Küken werden zur Mast aufgezogen. Bislang legen die Hühner der Zweinutzungsrassen im Vergleich zu reinen Legelinien deutlich weniger Eier. Auch die Hähne der Zweinutzungsrassen nehmen vergleichsweise wesentlich langsamer an Gewicht zu.

Gerade in der Bio-Branche laufen Forschung und Praxis aber schon lange. Es gibt viele Bio-Bauern und Initiativen, die solche Rassehühner wie Les Bleues und das Sulmtaler Huhn bereits halten und erfolgreich vermarkten. Sie haben allerdings häufig den direkten Kontakt zu ihren Kunden, etwa im Hofladen, und können die nötigen Preisaufschläge erklären und ein Mehr an Tierwohl direkt vor Ort zeigen.

Der Anteil an solchen Zweinutzunghühnern ist noch verschwindend gering. Im Naturkostfachhandel findet man selten Produkte von ihnen, im Supermarkt so gut wie gar nicht. Der Handel spricht derzeit häufig von Zweinutzungshennen, wenn das Konzept Hochleistungshenne + Bruderhahn gemeint ist. Das bedeutet: Die Brüder der Legehennen werden aufgezogen, setzen aber nur wenig Fleisch an. Die Hennen müssen sie also mitfinanzieren.

Das Konzept Gleichberechtigung in der Geschwisterschaft erfüllen nur echte Zweinutzungshühner. Inga Günther ist Geschäftsführerin der Firma Ökologischen Tierzucht, kurz ÖTZ. Die gemeinnützige Gesellschaft wurde von den Öko-Verbänden Demeter und Bioland 2015 gegründet, um die Zucht von gesunden und rentablen Bio-Hühnern weiter voranzubringen. Die Züchtungsarbeit hat nun vielversprechende Kreuzungen aus drei ursprünglichen Zweinutzungsrassen erbracht. Coffee und Cream heißen sie, weil das Gefieder der Tiere braun, weiß und beige glänzt. "Wir freuen uns, dass wir jetzt Tiere haben, die wir als wirkliche Zweinutzungstiere anbieten können", sagt Günther.

In Deutschland werden haufenweise Eier verzehrt – nach wie vor sind viele Eier mit Kükenschreddern darunter.
In Deutschland werden haufenweise Eier verzehrt – nach wie vor sind viele Eier mit Kükenschreddern darunter. (Foto: A. Aleksandravicius/Shutterstock)

Aufzucht der Bruderhähne

Als dritte Alternative zum Kükentöten gibt es die "Bruderhähne", die männlichen Geschwister der Legehennen. Statt sie nach der Geburt zu töten, werden die Hähne zur Fleischerzeugung aufgezogen. Die Aufzucht dauert in etwa viermal so lange wie die Aufzucht von Masthennen. Auch der Futterverbrauch ist höher, die späteren Fleischstücke dieser Hähne haben einen höheren Fettanteil.

Die höheren Kosten der Bruderhahn-Aufzucht werden in der Regel über den Eierverkauf ausgeglichen: Die Eier der Legehennen kosten etwas mehr; der Preisaufschlag wird meist entsprechend vermarktet.

Eier ohne Kükentöten: Überblick über Initiativen 

Wenn Sie weiter Eier essen, aber das frühe Kükentöten nicht unterstützen wollen, können Sie auf Alternativen zurückgreifen. Hier ein Überblick über einige Initiativen und Projekte, die garantieren, dass männliche Küken mit aufgezogen und nicht getötet werden: 

Wichtig: Nicht alle Eier ohne Kükentöten sind jedoch Bio-Eier. Es gibt diese Eier auch aus Bodenhaltung.

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