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"Mogelpackung des Jahres": Bahlsen, Knorr und Nestlé sind nominiert

Autor: Online-Redaktion | Kategorie: Essen und Trinken | 11.01.2022

Mogelpackungen des Jahres: Bahlsen, Knorr und Nestlé sind nominiert
Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

Weniger drin bei gleichem Preis: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat fünf Produkte für die "Mogelpackung des Jahres 2021" nominiert. Jetzt dürfen die Verbraucher abstimmen, wer den Negativpreis am meisten verdient hat.

Viele Hersteller reduzieren die Inhaltsmenge – und lassen den Preis gleich. So werden verdeckte Preiserhöhungen durchgesetzt und zudem jede Menge unnötiger Verpackungsmüll produziert. Der Verbraucherzentrale sind die raffinierten Füllmengenänderungen schon seit Jahren ein Dorn im Auge.

Dieses Jahr ruft sie zum achten Mal die Verbraucherinnen und Verbraucher auf, abzustimmen, bei welchem Produkt die Hersteller am schlimmsten tricksen.

"Mogelpackung des Jahres 2021": Die nominierten Produkte

Kandidat 1: "Perpetum" von Bahlsen

Für seine Waffelblättchen kreiert Bahlsen einen anderen Namen (früher "Afrika") und ein schickes Verpackungsdesign. Doch das Produkt ist plötzlich um bis zu 34 Prozent teurer, weil bei gleichem Preis nur noch 97 statt 130 Gramm im fast identisch großen Umkarton stecken. Das bedeutet auch jede Menge zusätzliches Verpackungsmaterial.

Kandidat 2: "Paprika Sauce" von Homann

Weniger Sauce zum höheren Preis gibt es bei Homann. 400 Milliliter für 1,49 Euro im Glas statt wie bisher 500 Milliliter zu 99 Cent. Unterm Strich summiert sich die Preiserhöhung auf 88 Prozent und das bei einer verschlimmbesserten Rezeptur mit deutlich mehr Zucker.

Kandidat 3: "KitKat" von Nestlé

Nestlé packt nur noch vier KitKat-Riegel in eine Umverpackung statt fünf wie bisher. Damit werden die Schokoriegel bei gleichem Preis von 1,99 Euro klammheimlich um 25 Prozent teurer. Der Konzern weiß, dass dieser Trick gut funktioniert und hat diese Masche schon häufiger bei seinen Süßwaren angewendet.

Kandidat 4: "Rahm Soße" von Knorr

Statt drei Packungen Fertigsoße sind es plötzlich nur noch zwei pro Verpackungseinheit – zum identischen Preis von meist 1,19 Euro im Handel. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen deshalb bis zu 50 Prozent mehr für die "Rahm Soße" bezahlen. Der Clou: Unilever nennt die Soße nun eine Soßenvariante, obwohl die Rezeptur identisch bleibt. Lesen Sie dazu auch: Mogelpackung des Monats: Knorr-Packungen nur noch mit 2 statt 3 Soßen.

Kandidat 5: "Wurzener Waffelblättchen" von Griesson - de Beukelaer

Der Hersteller vergrößert die Umverpackung für seine Waffelblättchen um fast das Doppelte, verweist auf "2 Frischepacks" und suggeriert damit deutlich mehr Inhalt. Doch die Menge in dem viel zu großen Karton hat sich kaum verändert.

Statt 100 Gramm zu 99 Cent werden jetzt 103 Gramm für 1,29 Euro verkauft. Das Waffelgebäck wurde auf diese Weise um 27 Prozent teurer. Das Produkt ist nicht nur eine handfeste Mogelpackung, sondern obendrein eine echte Umweltsünde. Mehr Details: "Mogelpackung des Monats" ist das Waffelgebäck von Griesson - de Beukelaer.

Manche Preiserhöhungen fallen beim Einkaufen erst gar nicht auf.
Manche Preiserhöhungen fallen beim Einkaufen erst gar nicht auf. (Foto: Kzenon/Shutterstock)

Jetzt "Mogelpackung des Jahres 2021" wählen

Verbraucherinnen und Verbraucher sind aufgerufen, die "Mogelpackung des Jahres" zu wählen. Die Wahl läuft bis zum 24. Januar 2022, 16 Uhr. Der Gewinner des Negativpreises wird am 25. Januar bekannt gegeben.

>> Hier geht’s zur Abstimmung

Mehr Transparenz und Ressourcenschutz im Supermarkt notwendig

"Immer wieder sind gut getarnte Füllmengenänderungen das Mittel der Wahl, um teils drastische Preiserhöhungen durchzusetzen", berichtet Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Das klappt deshalb so gut, weil der Handel, der allein die Verkaufspreise festlegt, mitmacht, und die Politik die Unternehmen gewähren lässt."

Verbraucherinnen und Verbraucher würden die Tricksereien oft gar nicht bemerken und so deutlich mehr für bestimmte Produkte zahlen. Valet setzt sich seit Jahren für mehr Transparenz im Supermarkt ein. "Wer seine Kundinnen und Kunden schätzt, führt sie nicht mit Schummeleien hinters Licht."

Doch laut Valet ärgert die Deutschen nicht nur die vermeintliche Preisstabilität, sondern auch der teils ohne Not zusätzlich produzierte Verpackungsmüll und die damit einhergehende Verschwendung von Ressourcen. "Hersteller und Handel müssen endlich konsequent umsteuern", so der Verbraucherschützer. "Die Verpackungen müssen voll sein und dürfen nicht immer leerer werden!"

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