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Höheres Krebsrisiko durch Fleisch und Milchprodukte?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 01.05.2019

Gibt es ein höheres Krebsrisiko durch Fleisch und Milchprodukte?
Gibt es ein höheres Krebsrisiko durch Fleisch und Milchprodukte? (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / klinik)

Neue Erreger in Rindfleisch und Milch könnten die Krebsgefahr erhöhen, warnt das Deutsche Krebsforschungszentrum. Was bedeutet das für unseren Fleisch- und Milchkonsum?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat bereits Anfang des Jahres vor neu entdeckten Erregern in Rindfleisch und Milch-Produkten gewarnt. Diese bisher unbekannten Erreger könnten indirekt zu einem erhöhten Risiko für Darm- und Brustkrebs führen. Sogenannte "Bovine Milk and Meat Factors" (BMMFs) könnten demnach zu chronischen Entzündungen führen. Diese verursachen zwar nicht direkt Krebs, die BMMFs könnten aber eine krebsfördernde Umgebung schaffen. Die Erreger wurden in Rindfleisch, Kuhmilch und Milchprodukten entdeckt.

DKFZ: "Keine Milchprodukte für Säuglinge"

Die Wissenschaftler des DKFZ vermuten, dass Säuglinge beim Zufüttern mit Kuhmilchprodukten mit BMMFs infiziert werden. Die Empfehlung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) lautet: Säuglinge im ersten Lebensjahr sollten nicht mit Kuhmilchprodukten gefüttert werden. "Ist das Immunsystem ausgereift, liegt ein besserer Schutz gegen die Infektion vor". Erwachsene dürften bereits mit BMMFs infiziert sein, für sie gilt die Empfehlung für den Verzicht auf Milchprodukte nicht.

Stillen kann vor Infektion schützen

Langes Stillen über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten kann Säuglinge beispielsweise vor einer Infektion mit Rota- oder Noroviren schützen. Auch eine Infektion mit BMMFs könnte durch eine lange Stillzeit verhindert werden, so die Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Max Rubner-Institut (MRI) haben inzwischen die Ergebnisse des DKFZ bewertet. Ihre Einschätzung: Es gibt zwar einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und Darmkrebs, für die sichere Einschätzung des Risikos durch BMMFs seien aber noch zu viele Fragen offen. Aufgrund der unzureichenden Datenlage sei es bislang nicht möglich, die BMMFs als mögliche Risikofaktoren für Krebs zu bewerten.

Milch kann das Darmkrebsrisiko senken

Im Hinblick auf den Zusammenhang von Milchkonsum und Darmkrebsrisiko geben die Wissenschaftler des BfR Entwarnung: "Der hohe Konsum von Milch und Milchprodukten geht sogar mit einem verminderten Darmkrebsrisiko einher".

Wie viel Fleisch und Milch sind gesund?

Das BfR und das MRI empfehlen, nicht mehr als 600 Gramm Rindfleisch wöchentlich zu essen. Das deckt sich mit den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, auch sie rät zu einem Fleischkonsum von nicht mehr als 300 bis 600 Gramm pro Woche. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat bereits vor vier Jahren unverarbeitetes rotes Fleisch (Muskelfleisch von Rind, Schwein, Schaf, Pferd oder Ziege) als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Verarbeitetes Fleisch ist erwiesenermaßen krebserregend.

Letztendlich macht aber auch hier die Dosis das Gift. Entscheidend ist die Menge an Fleisch und Wurstwaren, die man konsumiert und der Lebensstil, den man pflegt. Mit ein paar Tipps sind Sie auf der sicheren Seite: 

  • Insgesamt möglichst wenig Fleisch und dafür viel frisches Obst und Gemüse essen.
  • Unverarbeitetes Fleisch ist grundsätzlich besser als verarbeitete Fleischprodukte.
  • Fleisch bei der Zubereitung nicht zu stark erhitzen.
  • Das Krebsrisiko lässt sich auch durch ausreichend Bewegung sowie Alkohol- und Tabakverzicht senken (Quelle: Krebsinformationsdienst).

Quellen: BfR / DKFZ  / MRI 

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