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Gesund grillen: Mit diesen 11 Tricks vermeiden Sie Schadstoffe beim Grillen

Autor: Frank Schuster & Lino Wirag | Kategorie: Essen und Trinken | 05.04.2021

Gesund grillen: Mit diesen Tricks vermeiden Sie Schadstoffe beim Grillen
Foto: CC0/Pixabay

Schönes Wetter lädt zum Grillen im Freien oder auf dem heimischen Balkon ein. Damit Sie Ihr Grillvergnügen unbesorgt genießen können, sollten Sie verhindern, dass beim Brutzeln krebserregende Stoffe an Fleisch und Gemüse oder Feinstaub in Ihre Lunge gelangen. ÖKO-TEST gibt zahlreiche Hinweise, wie unbedenkliches Grillen gelingt.

  • Beim Grillen können sich an Fleisch, Grillkäse und Gemüse krebserregende Stoffe bilden.
  • Auch der Rauch der Grillkohle ist alles andere als gesund.
  • Mit unseren elf Tipps steht einem gesunden Grillerlebnis jedoch nichts mehr im Weg.

Besonders das Grillen mit dem beliebten Kohlengrill birgt Risiken, die sich jedoch mit einigen Vorsichtsmaßnahmen leicht umgehen lassen. Um möglichst gesund zu grillen, sollten Sie beispielsweise kein Fleisch lange bei großer Hitze braten und Ihr Grillgut außerdem nur mit einer schützenden Unterlage auf den Rost legen.

Schadstoffe beim Grillen: Die Risiken

Der Grund: Tropft Fett aus dem Fleisch oder Öl aus der Marinade in die Kohlenglut, können Schadstoffe entstehen – sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Das Problem: Einige dieser Stoffe sind krebsauslösend. Sie gelangen beim Grillen über den aufsteigenden Rauch an Fleisch, Fisch und Gemüse – und von dort aus in den Körper.

Ein Risiko entsteht aber auch, wenn Fleisch zu lange in großer Hitze brät. Dann entwickeln sich krebsverdächtige heterozyklische aromatische Amine (HAA). Fleisch und Fisch sollten deshalb nicht lange scharf angebraten oder gegrillt werden.

Offensichtlich, aber oft übersehen: Beim Grillen mit Holzkohle entsteht Rauch, der neben dem erwähnten PAK-Risiko für einen unfreulichen Ausstoß an Feinstaub, Kohlenstoffmono- und -dioxid sorgt. Um möglichst wenig davon einzuatmen, sollten Sie nur im Freien bei sehr guter Belüftung grillen. Wer auf einen Gas- oder Elektrogrill ausweicht, wird nicht mehr von Kohlerauch belästigt – und stört auch keine Nachbarn mehr damit.

Sieht fachmännisch aus, ist aber riskant: Tropfendes Öl und Fett verbrennt auf den Kohlen und reichert das Grillgut mit Schadstoffen an.
Sieht fachmännisch aus, ist aber riskant: Tropfendes Öl und Fett verbrennt auf den Kohlen und reichert das Grillgut mit Schadstoffen an. (Foto: Shutterstock/NDAB Creativity)

Glücklicherweise gibt es zahlreiche Tipps, wie Sie eventuelle Schadstoff-Risiken beim Grillen minimieren und möglichst gesund grillen können.

Gesund grillen: So vermeiden Sie Schadstoffe

  1. Fett abtupfen. Kurz vor dem Grillen das Fett oder Öl abtupfen, sodass weniger davon in die Glut tropft.
  2. Nicht zu lange scharf braten. Braten Sie das Grillgut am besten nur in den ersten ein, zwei Minuten direkt über der Glut. 
  3. Grillgut von der Seite grillen. Beim Grillen mit Vertikal oder Kugelgrills liegt das Fleisch in der Mitte, die Kohle lagert seitlich. So kann kein Fett in die Glut tropfen. Wenn Sie einen gewöhnlichen Grill benutzen, können Sie die Kohle einfach mit einer Zange beiseite schieben und aufschichten.
  4. Fett auffangen. Stellen Sie eine Abtropfschale in den Grill, wenn die Kohle an den Seiten liegt. Sie fängt tropfendes Fett und Öl auf.
  5. Grillgut in eine Schale packen. Das Fleisch muss nicht direkt auf den Rost. Sie können es auch in eine feuerfeste Schale legen und grillen.
  6. Holzkohle meiden. Ein Gas- oder Elektrogrill ist sowohl umweltfreundlicher als auch besser für die Gesundheit.
  7. Schaffen Sie sich Luft. Grillen Sie nur unter freiem Himmel und nur so, dass der Rauch schnell abziehen kann. In Innenräumen besteht Vergiftungsgefahr durch die Gase Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid, die beim Grillen entstehen.
  8. Verbranntes abschneiden. Schneiden Sie verkohlte Stellen von Fleisch und Gemüse ab und essen sie Verbranntes nicht mit.
  9. Rauch eindämmen. Ein Anzündkamin – ein Metallzylinder, der das Anzünden der Grillkohle beschleunigt –, frische Holzkohle und eine gute Luftzufuhr sorgen dafür, dass beim Anzünden und Grillen weniger Rauch und damit Feinstaub entstehen.
  10. Ohne Nitritpökelsalz grillen. Wenn das Grillgut Nitritpökelsalz enthält, entstehen bei großer Hitze sogenannte Nitrosamine, die als krebserregend gelten.
  11. Aluminium vermeiden. Aluschalen sind für säure- oder salzhaltige Speisen nicht geeignet, weil davon Aluminium auf die Lebensmittel übergehen kann. Greifen Sie stattdessen auf wiederverwendbare Grillschalen aus anderen Materialien zurück.
Jetzt lesen: Kugelgrill-Test – Grills von Weber, Rösle & Co. im Vergleich

Übrigens: Gesundes Grillen entscheidet sich natürlich nicht nur daran, wie Sie grillen – sondern auch daran, was Sie grillen.

Gesundes grillen kommt auch aufs Grillgut an

Dabei gilt, was für gesunde Ernährung generell gilt: Nahrung sollte in erster Linie ausgewogen und vielfältig sein. Obst und Gemüse – beispielsweise am Schaschlikspieß – senken das Risiko für viele Erkrankungen ebenso wie ungesättigte Fettsäuren (zum Beispiel aus pflanzlichen Ölen).

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt außerdem fettreichen Fisch und Vollkornprodukte, die man beim Grillen beispielsweise über die Brotbeilage abdecken kann. Von viel rotem Fleisch und Wurst ist eher abzuraten, Milch- und Milchprodukte hingegen dürfen täglich auf den Tisch und beispielsweise als Grillkäse auf den Rost. An Zucker und Salz sollte eher gespart werden. ÖKO-TEST ergänzt: Grillwürstchen in Bio-Qualität sind frei von Phosphat.

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