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Gefahrstoff Acrylamid oft auch in Gemüsechips nachweisbar

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 26.10.2018

Gefahrstoff Acrylamid oft auch in Gemüsechips nachweisbar
(Foto: Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Einladung_zum_Essen)

Acrylamid bildet sich beim Braten, Backen oder Frittieren von Lebensmitteln, die viel Stärke enthalten – und ist als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Für Chips aus Kartoffeln gibt es Höchstwerte, für Gemüsechips nicht. Dabei enthalten auch sie oft zu viel Acrylamid - zeigen aktuelle Analysen.

Gemüsechips klingen allein durch das „Gemüse“ im Namen unglaublich gesund. Wie auch Kartoffelchips enthalten sie aber jede Menge Fett, Salz – und Acrylamid. Das zeigen Untersuchungen des Informationsdiensts der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA). Acrylamid gilt als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen. Die nachweisbaren Mengen in acht der 56 analysierten Produkte überschritten den geltenden Höchstwert für Kartoffelchips oft deutlich. Er liegt bei bei 750 Mikrogramm pro Kilogramm. Für Gemüsechips gibt es bislang keinen Richtwert. Die CVUA-Stichprobe zeigt: Gemüsechips sind damit mitnichten gesünder als Kartoffelchips!

Acrylamid auch in selbst gemachten Gemüsechips

Bislang hieß die – vermeintlich – gesündere Alternative zu den Gemüsechips aus dem Supermarkt: Gemüsechips einfach selber backen. Wie die aktuellen CVUA-Analysen zeigen, ist das nur bedingt eine gute Idee: Denn für ihre Untersuchungen stellten die Experten auch an Hand von beliebten Rezepten Gemüsechips selbst her. Sie schnitten dazu rohe Süßkartoffeln, Karotten und Rote Bete in Scheiben, versetzen sie mit Speiseöl und Salz und buken die Chips bei unterschiedlichen Temperaturen. Anschließend analysierten die Experten die fertigen Snacks auf ihren Acrylamid-Gehalt. Auch für diese Analyse war die Bewertungsgrundlage der Maximalwert für Kartoffelchips.

Das Ergebnis: Die bei 180 Grad gebackenen Gemüsechips erreichten allesamt zu hohe Acrylamid-Werte. „Die Acrylamid-Gehalte waren im Vergleich zu handelsüblichen Kartoffelchips sehr hoch. Und zwar waren sogar die Durchschnittsgehalte in allen untersuchten Gemüsechips-Produkten über dem Richtwert von 750 Mikrogramm pro Kilogramm“, so die Lebensmittelchemikerin Carmen Breitling-Utzmann gegenüber dem Deutschlandfunk.

Manche Sorten sind problematischer als andere: Vor allem Chips aus Süßkartoffeln und Karotten enthalten nach dem Backen im eigenen Ofen besonders viel Acrylamid.

Gemüsechips: „Vergolden statt verkohlen“

Mit ein paar Tipps dürfen Sie die selbst gemachten Gemüsechips aber durchaus genießen – zumindest was die Acrylamid-Werte betrifft: Schneiden Sie das Gemüse in nicht zu dünne Scheiben, dann verbrennen sie nicht so leicht. Eine niedrige Temperatur ist eindeutig besser als eine hohe, optimal sind 130 Grad.

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Quelle: www.cvuas.de