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Essbare Blüten: Welche genießbar und welche giftig sind

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Essen und Trinken | 19.08.2021

Gänseblümchen, Löwenzahn, Zucchini: Die Blüten vieler Blumen und Gemüsepflanzen sind essbar.
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Couleur, Shutterstock - Chamille White, Pixabay - jhusemannde

Die meisten Hobbygärtner pflanzen Blumen, um sich über die spätere Blütenpracht zu freuen. Andere Gartenfreunde möchten, dass Insekten wie Bienen Nektar finden. Doch haben Sie schon einmal daran gedacht, essbare Blüten anzupflanzen? Die sich wie Gemüse ernten lassen? Wir eröffnen das Büfett.

  • Blumen sind im Garten, auf dem Balkon oder Fensterbrett eine Augenfreude – doch sie können viel mehr als gut aussehen.
  • Viele Blumen haben essbare Blüten, Dolden und Blätter, die sich toll in Salat, Süßspeisen oder erfrischenden Getränken machen.
  • Doch Vorsicht: Nicht alle Blüten sind essbar, einige sind für uns Menschen sogar giftig!

Blumen bieten nicht nur Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten lebenswichtige Nahrung, viele Blüten sind auch für uns essbar und peppen Gerichte optischer und kulinarisch auf. Wir zeigen, welche Blüten Sie essen können – und von welchen Sie besser die Finger lassen.

Diese Blüten sind essbar

Haben Sie schon mal überlegt, aus was eigentlich Kamillentee hergestellt wird? Richtig, aus den Blüten der Kamillenpflanze. Einige Blüten essen wir also bzw. trinken deren Extrakt, ohne groß darüber nachzudenken. Doch es gibt noch viel mehr essbare Blüten. Hier stellen wir Ihnen fünf davon genauer vor:

1. Gänseblümchen

Gänseblümchen kennen wir alle, als Kinder haben wir daraus Kettchen und Armbänder geflochten – und bestimmt die ein oder andere Blüte gekostet. Und das ist absolut richtig, denn die weiß-gelben Blütenkörbchen stecken voll gesunder Bitterstoffe. Einen giftigen Doppelgänger haben die Blümchen mit den weißen Blütenblättern und den gelben Knospen zum Glück nicht.

Gänseblümchen sind essbar und liefern wertvolle Bitterstoffe.
Gänseblümchen sind essbar und liefern wertvolle Bitterstoffe. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Couleur)

Wichtig: Pflücken Sie die Blüten nicht von Wiesen, auf denen viele Hunde laufen, neben viel befahrenen Straßen oder in der Nähe von ehemaligen Industriegeländen. Dort können die Böden verunreinigt sein – und damit auch die Gänseblümchen.

Passt toll zu: Auf dem Butterbrot sehen die Blümchen schön aus und schmecken lecker. Ebenso in Salaten oder als Garnitur auf der Suppe.

2. Essbare Blüten: Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse blüht leuchtend gelb, orange und rot und schlängelt sich farbenfroh an Hauswänden oder Rankhilfen empor. Die Arzneipflanze des Jahres 2013 sieht dabei nicht nur schön aus, sondern wird in der Naturheilkunde beispielsweise bei bakteriellen Infektionen, Harnwegs- und Atemwegsinfekten angewandt.

Ihre bunten Blüten schmecken pfeffrig und leicht scharf, ähnlich wie Kresse.

Die Blüten der Kapuzinerkresse schmecken lecker auf dem Brot.
Die Blüten der Kapuzinerkresse schmecken lecker auf dem Brot. (Foto: CC0 Public Domain /silviarita)

Kapuzinerkresse essen: Sie können die Blüten pur verspeisen, noch besser schmecken sie im Salat, in Kräuterquark und -butter oder als essbare Deko in der Suppe oder auf dem Dessert. Auch die Blätter der Kapuzinerkresse können Sie essen und zum Würzen von Salatdressings, Suppen oder Aufstrichen einsetzen. Die getrockneten Knospen machen sich gut als Pfefferersatz.

Möchten Sie möglichst die ganze Pflanze verwenden, können Sie sie zusammen mit Olivenöl und Salz zu Pesto verarbeiten.

3. Holunder: Achtung, Verwechslungsgefahr!

Ob als Hugo oder in der Hollerlimonade – Holunderblüten kommen im Sommer bei vielen ins Glas. Aus den Blüten können Sie aber noch mehr machen. Holunderblüten des schwarzen Holunders können Sie im Frühling von etwa Anfang Mai bis Ende Juni von den Holundersträuchern schneiden und sogar roh essen. Da die anderen Pflanzenteile roh aber nicht genießbar sind, trocknen Sie die Blüten am besten, um Sie später weiterzuverarbeiten.

Wichtig beim Pflücken: Verwechseln Sie die hellgelben, essbaren Blüten des schwarzen Holunders nicht mit den Blüten des Zwergholunders (auch Attich genannt).

Glücklicherweise lassen sich beide Blüten zuverlässig unterscheiden: Der krautige Zwergholunder wird meist nicht größer als 1,5 Meter, die Beeren haben eine leichte Delle und wachsen nach oben. Beim schwarzen Holunder hängen die Beeren nach unten.

Die hellen, weiß-gelben Blüten des Holunderstrauchs können Sie trocknen und essen.
Die hellen, weiß-gelben Blüten des Holunderstrauchs können Sie trocknen und essen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - blende22)

Holunderblüten in der Küche verwenden: Die Blütentriebe können Sie in Teig ausbacken und als "Holler-Küchle" servieren, die geernteten Blüten verarbeiten Sie weiter zu Gelee, Holunderblütensirup oder gießen sie als Tee auf.

4. Löwenzahn

Pusteblumen sind eine schöne Kindheitserinnerung, Sie sollten aber gar nicht abwarten, bis der Löwenzahn verblüht ist. Die gelben Blüten der Pflanze können Sie ebenso essen wie die gezackten grünen Blätter, sie liefern Mineral- und Bitterstoffe. Löwenzahn fördert die Verdauung und regt den Appetit an. Pflücken Sie Blüten und Blätter aber nicht neben stark befahrenen Straßen.

Die Löwenzahnblüten können Sie beispielsweise zu Sirup einkochen:

  1. Etwa 300 Gramm Blüten mit zwei Liter Wasser aufkochen, vom Herd nehmen und über Nacht ziehen lassen.
  2. Den Sud durch ein Tuch filtern und die Blüten damit auspressen.
  3. Ein Kilo Rohrzucker unter das Blütenwasser rühren, erneut aufkochen und so lange köcheln lassen, bis ein dicker Sirup entsteht.
  4. Wer mag, ergänzt noch einen Schuss Zitronen- oder Orangensaft.
Löwenzahnblüten können Sie essen – oder als Tee trinken.
Löwenzahnblüten können Sie essen – oder als Tee trinken. (Foto: Shutterstock / Chamille White)

Aufgegossen als Tee schmecken die Blüten ebenfalls. Die Löwenzahnblätter können Sie als Salat zubereiten oder mit Olivenöl, Nüssen, Parmesan und Knoblauch zu einem Pesto mixen.

5. Zucchini-Blüten sind essbar

Zucchinis versorgen uns mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Eisen. In der Regel können Sie Zucchini sogar roh essen. Doch nicht nur das grüne Kürbisgewächs selbst ist essbar, auch die Zucchiniblüten können Sie sich künftig auf den Speiseplan schreiben.

Zucchiniblüten lassen sich wunderbar füllen und kalt oder frisch frittiert genießen.
Zucchiniblüten lassen sich wunderbar füllen und kalt oder frisch frittiert genießen. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - jhusemannde)

Gefüllte Zucchiniblüten: Das Rezept

Gefüllte Zucchiniblüten können Sie entweder kalt genießen, oder Sie frittieren die Blüten in heißem Öl. So geht's:

  1. Die frischen Blüten vorsichtig waschen, den Blütenstempel im Inneren entfernen und trocknen lassen.
  2. Frischkäse oder Ricotta mit geriebenem Parmesan vermischen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  3. Die Creme vorsichtig in die Blüten füllen (lieber ein bisschen weniger Füllung verwenden) und die Blüten schließen, indem Sie die Spitzen übereinander nach innen schlagen.
  4. Entweder sofort servieren oder vorsichtig in Mehl wenden und in heißem Öl braten, bis die Blüten goldbraun sind. Vor dem Servieren die Blüten auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.

Sie können die Zucchiniblüten auch mit vielen anderen Füllungen versehen und im Ofen backen. Wie wäre es zum Beispiel mit Kichererbsenmus, Bulgur, Couscous oder Reis? Oder Sie mischen die Blüten einfach in den nächsten Salat oder Aufstrich.

Essbare Blüten: Dos und Don'ts

  • Essbar sind jeweils nur die Blüten der genannten Gewächse. Reißen Sie deshalb keinesfalls die Pflanze samt Wurzel heraus, sondern schneiden Sie die Blüte mit einer Schere oder einem kleinen Messer sauber ab.
  • Da die zarten Blütenblätter schnell knicken, sammeln Sie sie am besten in einem offenen Korb.
  • Bevor Sie die Blüten weiterverarbeiten oder essen, waschen Sie die gepflückten Blätter und Dolden vorsichtig, aber gründlich ab oder schütteln Sie sie zumindest gut aus.
  • Wer keine Blumenwiese in der Nähe hat, kann essbare Blüten auf dem Bio-Wochenmarkt, im Bioladen oder online kaufen. Lesen Sie dazu auch: Was ist ökologischer: Direkt beim Bauern einkaufen, auf dem Markt – oder im Discounter?
  • Bereiten Sie essbare Blüten zügig zu, sodass sie frisch auf den Teller kommen.
  • Blüten von Gänseblümchen und Löwenzahn sollten Sie nur in kleinen Mengen genießen, größere Portionen sind nicht gesund. Sie können zum Beispiel Verdauungsbeschwerden auslösen.

So bereiten Sie die essbaren Blüten zu

Das Schöne an essbaren Blüten: Ihrer Fantasie sind bei der Zubereitung keine Grenzen gesetzt. Sie können die Blüten frisch aufs Butterbrot oder in einen Sommersalat geben, trocknen, garen, zu Gelee oder Sirup verarbeiten. Auch eingelegt in Alkohol oder Essig sind essbare Blüten genießbar.

Dabei gilt: Blumenblüten haben meist einen süßeren Geschmack und eignen sich deshalb gut für Desserts, süße Speisen und Getränke. Blüten von Kräutern oder Gemüsepflanzen passen hingegen besonders gut zu herzhaften Eintöpfen.

Tipp: Trocknen Sie verschiedene Blüten und mischen Sie sie mit Speisesalz zu einem Blütensalz. Das eignet sich, hübsch abgefüllt, auch hervorragend als Geschenk.

Vorsicht: Welche Blüten nicht essbar sind

Viele Blumen sind wenig bekömmlich, einige sind sogar (hoch)giftig. Zu den Giftpflanzen zählen: Akelei, Christrose, Eisenhut, Engelstrompete, Fingerhut, Goldregen, Hahnenfuß, Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Schierling, Steinklee und Tollkirsche.

Generell gilt: Wenn Sie unsicher sind, ob eine Blume oder Blüte essbar ist, gehen Sie kein Risiko ein und lassen Sie die Pflanze lieber stehen.

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