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Darum sollten Sie keine bunten Ostereier kaufen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Essen und Trinken | 05.04.2020

Darum sollten Sie keine bunten Ostereier kaufen
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / ivabalk

Eier in der Osterzeit haben einen bitteren Beigeschmack. Ungefähr 30 Millionen Legehennen sind damit beschäftigt, für Ostern Eier zu legen – und die werden nicht immer artgerecht gehalten. Warum Sie gefärbte Eier aus dem Supermarkt meiden sollten.

  • Die Kennzeichnungspflicht betrifft die bunten vorgekochten Ostereier nicht.
  • Noch immer stammen viele Eier aus nicht artgerechter Käfighaltung, zum Teil aus dem Ausland.
  • Ein Siegel garantiert jedoch, dass die bunten Eier aus dem Supermarkt aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung – und nicht aus Käfighaltung –stammen.
  • Wir haben 20 Eier auf Schadstoffe, Qualität und Haltungsbedingungen geprüft. Nur vier Bio-Produkte empfehlen sich fürs Osternest.

Generell gilt für Eier eine strenge und genaue Kennzeichungspflicht: Jedes Ei trägt einen individuellen Stempel, der über die Haltungsform und die Herkunft des Eis informiert. Diese Regelung betrifft aber nur nicht gekochte und nicht weiterverarbeitete Eier.

Bunte Eier gelten als "verarbeitetes Eiprodukt". Für den Eier-Käufer ist damit nicht ersichtlich, ob das Ei aus Freiland-, Boden- oder Käfighaltung stammt.

Sieben Prozent der Hühner in Deutschland leben in Käfigen

Frische Eier aus Käfighaltung sind im Supermarkt kaum noch zu finden. Die meisten Deutschen lehnen diese nicht artgerechte Hühnerhaltung ab und greifen lieber zu Eiern aus Boden- oder Freilandhaltung. Noch immer leben aber acht Prozent der Hühner in Deutschland in Käfigen (Quelle). Dazu kommen aus dem Ausland importierte Käfigeier. 

Ein Großteil der bunten Eier, die es in der Osterzeit im Supermarkt oder Discounter zu kaufen gibt, stammt aus Käfighaltung. Da sie keinen Stempel tragen, erfährt der Verbraucher nichts über ihre Herkunft.

Ein wichtiger Hinweis auf Eier-Kartons ist das "KAT"-Logo. Dieses Siegel des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen garantiert, dass die Eier nicht aus Käfighaltung stammen.  

Das sollten Sie beim Kauf von bunten Ostereiern beachten

  • Wem Tierschutz am Herzen liegt, der sollte Ostereier nur in Bio-Qualität kaufen. Noch besser sind Bio-Eier aus Bruderhahn-Projekten, die dann zu Hause selbst gefärbt werden. 
  • Hat ein gefärbtes Ei einen Riss in der Schale, können Keime eindringen. Achten Sie beim Kauf darauf, ob Sie Risse im Ei erkennen können.
  • Eier mit Rissen sollten Sie nur mit Bedacht verzehren. Wenn die Eier nicht mehr gut riechen, bitte entsorgen.
  • Auch wenn es nicht auf der Verpackung steht: Bewahren Sie die bunten Eier im Kühlschrank auf. So wird die Keimbelastung reduziert.
  • Eine bläulich-grüne Verfärbung des Eidotters ist nicht schädlich, sie entsteht bei langen Kochzeiten.
  • Gefärbte Eier aus dem Supermarkt sind zwar praktisch – aber Selberfärben ist die bessere Wahl. Hier erfahren Sie, wie Sie Eier mit Naturfarben färben können.

Auch Eier von Bio-Hühnern sind nur bedingt eine gute Wahl

Jahr für Jahr werden etwa 50 Millionen männlicher Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet. Der Grund: Die männlichen Küken von Legehennen legen keine Eier. Da sie kaum Fleisch ansetzen, sind sie ökonomisch wertlos. In den Brütereien vergasen oder schreddern Arbeiter männliche Küken deshalb oft gleich nach dem Schlüpfen.

Was viele nicht wissen: Gewöhnliche Bio-Eier sind in dieser Hinsicht ebenfalls keine gute Wahl. Denn auch hier werden die männlichen Eintagsküken getötet.

Wer das Kükentöten nicht unterstützen möchte, kann Eier aus Bruderhahn-Initiativen kaufen. Zugehörige Betriebe ziehen auch männliche Küken auf und verwerten sie.

Weitere Alternativen sind Zweinutzungshühner und die Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei.

Eier im Test

Wir haben im vergangenen Jahr bei 20 Eiern Schadstoffe, Qualität und Hühnerhaltung geprüft. Das Ergebnis: Die Herkunftsbetriebe töten oft männliche Küken und halten ihre Hennen schlecht. Nur vier Bio-Eier empfehlen sich fürs Osternest. Hier finden Sie die Testergebnisse: Eier im Test.

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