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Bundesamt für Verbraucherschutz: E.-coli-Bakterien in Lammfleisch gefunden

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Essen und Trinken | 12.11.2021

Bundesamt für Verbraucherschutz warnt: STEC-Bakterien in Lammfleisch
Foto: Shutterstock/margouillat photo

Das Bundesamt für Verbraucherschutz warnt vor einer Infektion durch E.-coli-Bakterien durch Lammfleisch. Bei einem Monitoring waren im vergangenen Jahr rund 13 Prozent der Proben positiv auf shigatoxinbildende E. coli (STEC) getestet worden. Aber nicht nur rohes Fleisch ist immer wieder mit STEC kontaminiert.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Ergebnisse seines sogenannten "Zoonosen-Monitorings 2020" vorgestellt. Für diese großangelegte Untersuchung wurden Daten zu Krankheitserregern bei Tieren, in Schlachtgut und anderen Lebensmitteln erfasst, die auch beim Menschen zu Erkrankungen führen können. Bei Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen (oder umgekehrt) übertragen werden können, spricht man von Zoonosen.

Für ihr aktuelles "Zoonosen-Monitorings 2020" (hier als PDF) entnahmen und untersuchten die Überwachungsbehörden der Bundesländer rund 6.800 Proben auf allen Ebenen der Lebensmittelkette.

Rohes Lamm aus Deutschland häufiger belastet

Besonders bei frischem Lammfleisch wurden die Behörden stutzig. So wurden in 13,2 Prozent der untersuchten Lamm-Proben sogenannte shigatoxinbildende E.-coli-Bakterien (STEC) nachgewiesen. Insgesamt waren 380 Proben untersucht worden. Lammfleisch aus Deutschland war mit rund 19 Prozent deutlich häufiger STEC-belastet als Proben aus anderen Herkunftsländern, bei denen STEC zu rund 7 Prozent nachgewiesen wurden.

Aber nicht nur Fleisch wird von E. coli befallen: STEC-Bakterien fanden sich auch in rund 9 Prozent der Proben von Weizenmehl aus Mühlenbetrieben. Verbraucher sollten deshalb beispielsweise Teig nicht roh, sondern nur nach vollständiger Durcherhitzung verzehren, so das Bundesamt für Verbraucherschutz.

STEC können nicht nur in Fleisch vorkommen, sondern auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie Mehl.
STEC können nicht nur in Fleisch vorkommen, sondern auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie Mehl. (Foto: Shutterstock/Billion Photos)

STEC-Bakterien kommen vor allem im Darm von Wiederkäuern vor und werden über den Kot ausgeschieden. Sie können während der Schlachtung auf das Fleisch übertragen werden; nach Auswertungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) werden STEC vor allem in Fleisch, Fleischprodukten, Rohmilch und Rohmilchprodukten von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen gefunden.

Aber auch pflanzliche Lebensmittel (wie beispielsweise Mehl) können mit STEC kontaminiert werden, beispielsweise durch die Ausscheidungen von Wildwiederkäuern auf dem Feld, durch verunreinigtes Bewässerungswasser oder organischen Dünger.

Lammfleisch ausreichend durchgaren

STEC-Bakterien können beim Menschen akute Darmentzündungen hervorrufen, die zum Teil einen schweren Verlauf nehmen können. Insbesondere empfindliche Gruppen wie Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere sollten Lammfleisch deshalb nur ausreichend durchgegart verzehren, so das BVL.

Außerdem sollten Sie unterschiedliche Schneidebrettern für rohes Fleisch und Salat verwenden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.

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