Blühende Petersilie: Darf ich das Küchenkraut noch essen?

Autor: Redaktion (bw) | Kategorie: Essen und Trinken | 06.06.2024

Petersilie: Wann Sie das Küchenkraut nicht mehr essen sollten.
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Wer Petersilie im Garten anbaut, wird feststellen: Die Pflanze blüht erst im zweiten Jahr nach der Aussaat. Darf man die Petersilie noch essen, wenn sie blüht? Hier erfahren Sie alles, was Sie zu blühender Petersilie wissen müssen.

Petersilie peppt so manche Sauce, Suppe und die Kräuterbutter auf, sie macht sich gut als Deko auf dem Teller – und gedeiht zudem problemlos im Garten, auf dem Balkon oder dem Fensterbrett. Und: Petersilie (Petroselinum crispum) gehört zu den Pflanzen, die erst im zweiten Jahr nach der Aussaat Blüten und Samen entwickeln.

Was tun, wenn die Petersilie zu blühen beginnt? Darf man das beliebte Gewürzkraut dann noch essen?

Petersilie wird im zweiten Jahr gefährlich

Die meisten Kräuter ändern ihren Geschmack, wenn die Pflanze zu blühen beginnt. Aber Sie können sie bedenkenlos weiterhin verzehren. Das gilt zum Beispiel für Basilikum und Schnittlauch. Nicht so für die Petersilie: Sobald die Petersilie zu blühen beginnt, sollten Sie sie nicht mehr essen.

Petersilie blüht erst im zweiten Jahr – essen sollten Sie sie dann nicht mehr.
Petersilie blüht erst im zweiten Jahr – essen sollten Sie sie dann nicht mehr. (Foto: Shutterstock / stumpic)

Petersilie ist Giftpflanze des Jahres 2023

Die Petersilie wurde zur Giftpflanze des Jahres 2023 gewählt. Unbekömmlich wird das Küchenkraut allerdings erst, wenn es zu blühen beginnt. Die Samenkörner der Petersilie enthalten ein ätherisches Öl (Petersilienöl), das den Giftstoff Apiol enthält.

Aber nicht nur die Samen sollten gemieden werden, sondern auch der Rest der Pflanze. Mit Beginn der Blütezeit ist auch der Apiolgehalt in Blüten, Stängeln und Blättern erhöht – die gesamte Pflanze sollte dann nicht mehr verzehrt werden, weder roh noch gekocht.

"Apiol wirkt auf die glatten Muskelfasern der Blase, des Darms und besonders des Uterus", heißt es in der Erklärung zur Giftpflanze des Jahres. Im Mittelalter wurden Samen und Öle der Petersilie deshalb auch für Schwangerschaftsabbrüche verwendet. Zudem kann Apiol zu allergischen Reaktionen führen und in hoher Dosierung Leber und Nieren schädigen.

Bei einem Verdacht auf eine Petersilien-Vergiftung sollten Sie sich ärztlichen Rat suchen.

Petersilie: Das ist gut zu wissen

  • Im ersten Jahr blüht die Petersilie noch nicht – das heißt, Sie dürfen sie ganzjährig und völlig unbesorgt essen. 
  • Am besten säen Sie Petersilie jedes Jahr neu aus. 
  • Ideal ist ein feuchter und halbschattiger Standort. Für die Aussaat im nächsten Jahr sollten Sie den Standort wechseln.
  • Tipp: Auch wenn Sie die blühende Petersilie nicht mehr verzehren sollten, für Bienen und andere Insekten bietet das blühende Kraut wertvolle Nahrung. 

Petersilie ernten – und Reste einfrieren

Kurz vor ihrer Blüte ist Petersilie besonders aromatisch. Ernten Sie die Pflanze jetzt vollständig ab (oder lassen ein paar Stängel für die Insekten stehen). Dazu die Stiele einfach bodennah abschneiden, die Pflanze bildet dann wieder neue Triebe aus.

Wenn Sie mehr Petersilie haben als Sie verbrauchen können, können Sie das Kraut hervorragend einfrieren. Dazu die Stängel waschen, sorgfältig trocken schütteln und klein hacken. Die Petersilie dann in einem luftdichten Gefäß oder einem Folienbeutel einfrieren. Tiefgefroren ist Petersilie ungefähr sechs Monate haltbar.

Sie können sie auch im Backofen bei ca. 200 Grad trocknen, dabei verliert sie allerdings einen Teil ihres Aromas.

Wir haben für das Januar-Magazin 2023 tiefgekühlte Kräutermischungen getestet – und dabei Pflanzengifte, Pestizidspuren und einen Keim nachgewiesen. Hier erfahren Sie mehr: 

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