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Augen auf in der Eisdiele: So erkennen Sie gutes Eis

Autor: Brigitte Rohm | Kategorie: Essen und Trinken | 06.07.2019

Augen auf in der Eisdiele: So erkennen Sie gutes Eis
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - JESHOOTS-com)

Bunt, cremig aufgetürmt und verlockend: So präsentiert sich Speiseeis in den Auslagen der Eisdielen. Aber kann man sich auf Aussagen wie "aus eigener Herstellung" verlassen? Worauf Sie achten sollten, wenn Ihnen Qualität wichtig ist.

Zwei Kugeln in der Waffel, bitte: Der Gang zur Eisdiele ist im Sommer für viele ein genussvolles Ritual. Wer gesundheitsbewusst schleckt, ist sich darüber im Klaren, dass Eis auch unerwünschte Zusätze enthalten kann – Aromen, Emulgatoren und Stabilisatoren. Aber wie erkennt man eigentlich qualitativ gutes Eis?

Das ist gar nicht so einfach. Denn es gibt wenig, was in der Eisdiele verlässliche Orientierung bietet. Hinweise wie "aus eigener Herstellung" oder "selbst gemacht" sind nämlich keine rechtsverbindlichen Begriffe, auf die man sich verlassen kann.

"Selbst gemachtes Eis": Selbst vor Ort aus Fertigpulver angerührt

Wie die Verbraucherzentrale mitteilte, genügt es für die Werbung mit solchen Versprechen mancherorts schon, das Eis vor Ort aus fertigem Eispulver anzurühren. In anderen Fällen reichern Betriebe eine fertig gelieferte Grundeismasse aus Milch- und Sahnepulver, Dextrose und Bindemittel mit frischen Zutaten wie Früchten, Nüssen oder Schokolade an. Das Eis sieht dann nur so aus, als sei es frisch hergestellt worden. In Verbindung mit dem Hinweis auf "eigene Herstellung" werten die Verbraucherschützer das als Täuschung.

Was Eisdielen laut Vorschrift an der Eistheke angeben müssen, sind Hinweise auf Allergene und bestimmte Zusatzstoffe wie Farbstoffe – zu sehen beispielsweise bei beliebten Sorten wie "Engelblau" oder "Schlumpf". Für Zutaten besteht dagegen keine Auskunftspflicht. Darüber hinaus gibt es für Speiseeis-Bezeichnungen eine Reihe von Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches – sie können zumindest eine erste Orientierung darstellen.

Die Mindeststandards für Eis sind freiwillig

Dazu gehört zum Beispiel, dass der Begriff "Eis" die Verwendung pflanzlicher Fette erlaubt, die billiger und weniger hochwertig sind als Milchfette – Kokosfett etwa. "Eiscreme" hingegen soll mindestens zehn Prozent Milchfett enthalten, "Milcheis" sogar mindestens 70 Prozent und "Fruchteis" mindestens 20 Prozent Fruchtanteil. Ist bei "Schokoladeneis" ein Stück Schokolade abgebildet, sollte der Hersteller für die Sorte auch solche verwenden – und nicht bloß Kakao. Gleiches gilt für die Abbildung von Vanilleblüten oder -schoten bei Vanilleeis

Der Wermutstropfen: Diese Mindeststandards sind freiwillige Leitsätze. Und im Rahmen des Projektes Lebensmittelklarheit hat die Verbraucherzentrale im Jahr 2018 bei einem Marktcheck viele Hersteller kalt erwischt, die sich nicht an die Vorgaben hielten. 

Heiße Tipps, um eine gute Eisdiele zu erkennen

Indizien dafür, dass es sich um minderwertiges Eis handelt, sind folgende Beobachtungen:

  • Es gibt Dutzende verschiedene Sorten in quietschbunten Farben – ein Hinweis auf den Einsatz von Industrieprodukten und Zusatzstoffen.
  • Das Eis türmt sich kunstvoll-geschmeidig in die Höhe – ein Hinweis auf Emulgatoren und unter Umständen auch auf nicht korrekte Kühlung.
  • Mangelnde Sauberkeit, zum Beispiel durch Eisportionierer, die nur kurz in Wasser getaucht werden, dreckige Schürzen oder Eisbehälter, die zu erhöhten Keimzahlen in der Eiscreme führen können. 

Echte Handwerkseisdielen haben meist eher wenige, dafür aber ausgewählte Geschmacksrichtungen und stellen die Eissorten aus Zutaten wie Milch, Sahne, Zucker, Früchten und Gewürzen frisch her. Um sicher herauszufinden, ob das Eis tatsächlich auf diese Weise produziert wird, hilft leider nur eines: Bei der Eisdiele direkt nachfragen.

Fertiges Eis aus dem Supermarkt – die bessere Wahl?

Wer Eis aus dem Supermarkt kauft, statt zur Eisdiele zu gehen, trifft damit aber nicht automatisch die bessere Wahl. Es lohnt sich, hier stets die Zutatenliste zu studieren – Bio-Eis kommt hierbei mit weniger Zusatzstoffen aus. Wir haben schon mehrfach bestimmte Eissorten von verschiedenen Herstellern getestet und dabei viel Luftaufschlag und Zusatzstoffe gefunden – lesen Sie hier mehr dazu:

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