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20 Milchersatzgetränke im Test

Ohne-Ku(h)lt

ÖKO-TEST Juni 2015 | Kategorie: Essen und Trinken | 29.05.2015

20 Milchersatzgetränke im Test

Der "Ohne ..."-Trend ist nicht aufzuhalten: Ob ethische Bedenken oder Laktoseintoleranz: Es gibt gute Gründe auf Kuhmilch zu verzichten. Und gute Ersatzprodukte gibt es auch.

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Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. Manchmal ist es aber auch andersherum. Manchmal sagen Worte mehr als Bilder es vermögen: "Hochleistungsmilchkuh" ist so ein Wort. Es beschreibt eine Kuh, die bis zu 50 Liter Milch am Tag geben soll, dafür gentechnisch verändertes Kraftfutter bekommt und ihr kurzes Leben im Stall verbringt. Lahmheiten, Fruchtbarkeitsstörungen und Eutererkrankungen sind die Hauptgründe, warum die "Turbokuh" (noch so ein Wort) nach wenigen Jahren zum Schlachter muss.

Es sind Bedenken wie diese gegenüber der konventionellen Massentierhaltung, die immer mehr Verbraucher zu Bio-Milch oder gleich zu Milchersatz greifen lassen. Für Laktoseintolerante und Milcheiweißallergiker sind die Produkte auf der Basis von Soja, Mandeln oder Getreide ohnehin schon der Ersatz der Wahl. Gab es bis vor wenigen Jahren nur vereinzelt "Sojadrinks" - die Bezeichnung "Milch" ist rechtlich geschützt und darf nur für das Eutersekret verwendet werden - gibt es heute in jedem Supermarkt auch Getränke auf der Basis von Mandeln, Reis, Hafer, Dinkel und manchmal auch Lupinen oder Nüssen. Sojadrinks werden aber nach wie vor am häufigsten gekauft. Allerdings ist auch Soja keineswegs unproblematisch. Zum einen verdrängen die Monokulturen in vielen Ländern den Regenwald und damit den natürlichen Raum vieler Pflanzen und Tiere. Zum anderen ist inzwischen laut dem Informationsdienst Transgen über 80 Prozent der Weltsojaproduktion gentechnisch verändert. In den größten Erzeugerländern - USA, Argentinien, Paraguay und Brasilien - ist Gentechnik Standard auf den Sojafeldern. Ganz anders die Situation in der EU: Hier hat sich - bis auf die unrühmliche Ausnahme Spanien, wo auf etwa 125.000 Hektar gentechnisch veränderter Mais angebaut wird - die Skepsis der Verbraucher weitgehend durchgesetzt. In ganz Deutschland gibt es derzeit kein einziges Feld, auf dem gentechnisch veränderte Organismen (GVO) angebaut werden.

Nur ein Bruchteil des in Deutschland verbrauchten Sojas wird allerdings hierzulande angebaut. Deshalb werden laut Transgen jährlich 4,5 Millionen Tonnen Sojabohnen und -schrot eingeführt. Und weil sich der Anbau mit Gentechnik weltweit so ausgebreitet hat, haben diejenigen ein Problem, die gentechnikfrei produzieren wollen. Denn: Weder Pollen noch Bienen kümmern sich um "Abstandsgrenzen" zwischen gentechnikfreiem Anbau und Genfeldern. Außerdem können sich die Bohnen bei der Lagerung, der Verarbeitung oder dem Transport vermischen; manchmal ist schon das Saatgut kontaminiert.

Nun liegt es aber nicht an den Erzeugern von Gensoja sicherzustellen, dass andere Sojabohnen nicht verunreinigt werden: "Die gesamten Abgrenzungskosten bleiben bei denen hängen, die gentechnikfrei arbeiten wollen", stellt Karl Bär vom Umweltinstitut München fest. "Alleine sicherzustellen, dass die Lagerung von gentechnikfreiem und genmanipulierten Bohnen oder Körnern wirklich getrennt stattfindet, kostet etwa zehn Euro pro Tonne." Hinzu kommen die Kosten für die Reinigung der Schiffe


Milchersatzgetränke: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Soja So Lecker Bio Naturell
  • Berief/Soja Food

Berief Bio Dinkel Natur
  • Berief

The Original Oatly Hafer Calcium
  • Oatly

Natumi Dinkel Natural
  • Natumi

Enerbio Sojadrink Natur
  • Rossmann

Kölln Drink Smelk Haferdrink Classic + Calcium
  • Kölln

Dennree Soja Drink mit Calcium
  • Dennree

Ecomil Almond Calcium
  • Nutriops

Granovita Soja-Drink Plus Calcium
  • Granovita (Reformhaus)

Edeka Bio Haferdrink Natur
  • Edeka

Probios Rice & Rice Drink Natural
  • Probios

Alnatura Soja Drink Calcium
  • Alnatura

Basic Sojadrink mit Calcium
  • Basic

Dr. Ritter Mandel-Drink
  • Dr. Ritter (Reformhaus)

Lima Rice Drink The Original
  • Lima

Hofgut Storzeln Dinkel Drink, Bioland
  • Hofgut Storzeln

Rewe Bio Soja-Drink + Calcium
  • Rewe

Alpro Soya Original + Calcium
  • Alpro

Vitaquell Reis Drink
  • Fauser

Provamel Almond Mandel
  • Alpro

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ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 46

7 Seiten
Seite 40 - 46 im ÖKO-TEST Juni 2015
vom 29.05.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Milchersatzprodukte nehmen immer mehr Platz in den Regalen von Supermärkten und Bio-Läden ein - außer Sojadrinks sind Getränke auf Mandel-, Hafer-, Dinkel- oder Reisbasis besonders oft zu bekommen und in unserem Einkaufswagen gelandet. Bio ist in dieser Sparte allerdings vorherrschend: Es gibt nur wenig konventionellen Milchersatz.

Die Inhaltsstoffe

Im Labor standen Schadstoffuntersuchungen im Fokus: Giftige Schwermetalle und Rückstände von Schimmelpilzgiften oder Pestiziden etwa, die auf dem Feld gespritzt werden. Chlorat kann über die Bewässerung der Felder oder mit der Reinigung der Rohstoffe ins Produkt gelangen. Die Reis- und Sojadrinks haben wir zusätzlich auf gentechnisch veränderte Organismen untersuchen lassen.

Die Bewertung

Gentechnik ist auf dem Vormarsch - selbst da, wo sie nicht angebaut wird, schleicht sie sich ein. "Unvermeidbare" Kontaminationen oder Verunreinigungen werden diese Spuren genannt. Produkte mit bis zu 0,1 Prozent gentechnisch veränderten Organismen können ganz offiziell das Logo "gentechnikfrei" tragen. Uns reicht das nicht. Wer ein gentechnikfreies Produkt möchte, will ein 100 Prozent gentechnikfreies Produkt, nicht ein 99,9-prozentig freies. Außerdem führt Chlorat zu Abwertungen - der Stoff, der die roten Blutkörperchen schädigen und die Jodaufnahme in der Schilddrüse hemmen kann, steckte in auffällig vielen Milchersatzprodukten.

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Erschienen am 29.05.2015

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