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19 Sorten Quark im Test

Immer zu wenig

ÖKO-TEST Februar 2018 | Kategorie: Essen und Trinken | 25.01.2018

19 Sorten Quark im Test

Mehr als 300 Höfe liefern Milch für eine einzige Charge Quark - die riesigen Produktionsmengen verschleiern die Herkunft bis zur Unkenntlichkeit. Wer fragt da noch, wie die Kühe gelebt haben? Wir. Aber die Antwort ist nicht schön. Das Produkt Quark hingegen ist sauber.

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ÖKO-TEST Februar 2018:

Quark

Manchmal sind es nur ganz wenige Worte, ganz einfache Worte, die ein sehr komplexes Problem auf einen sehr einfachen Zusammenhang herunterbrechen. "Immer zu wenig" sind solche Worte. Es ist die Antwort von einem der vielen Hundert Landwirte, die unseren Fragebogen zu den Haltungsbedingungen der Milchkühe ausgefüllt haben, auf die Frage, wie viel Geld er für den Liter Rohmilch erhält. Immer zu wenig. Mit diesen drei Worten trifft er das Grundproblem der Milchviehhaltung. "Die Landwirte haben im Moment oft mehr Kosten als Gewinne. Das kann so nicht funktionieren", ärgert sich Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Das größte Problem sei, dass die Preise für tierische Lebensmittel ausschließlich kostenorientiert seien. "Und der Landwirt, der mehr für den Tierschutz tut, ist aus ökonomischer Sicht der Verlierer - einfach weil es sich nicht rechnet", sagt Blaha. Ähnlich wie bei einem Smartphone mache auch bei Milch und Fleisch immer derjenige mit den billigsten Preisen das Rennen: "Das ist ethisch nicht vertretbar." Den Preis dafür zahlen die Landwirte - und die Tiere. Denn für 32 Cent pro Liter Rohmilch - diesen Preis haben einige der Landwirte als Durchschnittspreis 2017 angegeben - kann es kein Tierwohl geben. Aber fragen wir doch andersherum: Was gibt es für 32 Cent pro Liter Rohmilch? Oder, verbrauchernäher, für 65 Cent pro Liter H-Milch, für 49 Cent pro Packung Quark? Die Antwort ist so einfach wie die auf die Frage nach den Milchpreisen: immer zu wenig.

Zu wenig Bewegung

Was das Tierwohl betrifft, ist die Anbindehaltung das wohl größte Problem in der Milchkuhhaltung. Besonders in Süddeutschland, besonders auf kleinen Höfen, leben Kühe, die jahrein, jahraus angebunden an Ketten stehen - in Boxen, die so eng sind, dass die Kühe nur stehen und liegen können. Umdrehen oder umherlaufen, Bewegung ist da nicht. "Die Anbindehaltung widerspricht allen Grundsätzen einer tiergerechten Haltung", stellt Frigga Wirths, Fachreferentin des Deutschen Tierschutzbunds, fest. Molkereien verkaufen diese Haltung gern als "Auslaufmodell", das in der Masse gar nicht mehr ins Gewicht falle. Kühe würden nur noch in sehr alten Ställen so gehalten. Ohnehin seien es nur sehr wenige Tiere, weil es sich doch um sehr kleine Höfe handele. Aber laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft lebt jedes fünfte Rind in Deutschland in eben diesem "Auslaufmodell".

Zu wenig Platz

Die meisten Kühe in Deutschland leben in sogenannten Boxenlaufställen. Sie können sich darin bewegen, ein Stück weit zumindest. Sie können von ihren Fressplätzen zu den Liegeplätzen laufen, auch zu den Tränken und oft direkt zur Melkanlage. Wie viel Platz sie konkret haben, liegt allein im Ermessen des Landwirts. Denn gesetzliche Vorgaben für die Besatzdichte, wie etwa für Schweine oder für Hühner, gibt es für Kühe nicht. Dabei ist der Platz ausschlaggebend für das Tierwohl: Weil Kühe untereinander strikte Hierarchien haben, müssen rangniedere Ti


Quark: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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15 Seiten
Seite 26 - 40 im ÖKO-TEST Februar 2018
vom 25.01.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 19 Sorten Quark in Supermärkten, Discountern und Bio-Läden eingekauft. Wenn es von der Marke einen Halbfettquark, also mit 20 Prozent Fett gab, haben wir uns dafür entschieden.

Die Inhaltsstoffe und Sensorik

Quark besteht aus Milch. Die Verarbeitung erfolgt industriell und - hoffentlich - unter hygienischen Bedingungen. Um das zu prüfen, ließen wir die Keimbelastung im Endprodukt untersuchen. Wir wollten wissen: Ist der Quark geschmacklich, vom Geruch her und in seiner Konsistenz einwandfrei? Dem Quark sollte nichts beigemischt werden - weder wissentlich noch aus Versehen. Zu typischen Verunreinigungen gehören etwa Reinigungsmittel. Selbstverständlich müssen alle Anlagen sorgfältig sauber gehalten werden. Wie das geschieht, sollte aber nicht im Quark nachweisbar sein.

Die Tierhaltung und Transparenz

Wie leben die Kühe, die Milch für die von uns eingekaufte Charge Quark geliefert haben? Wie viel Wert legen die Molkereien auf das Tierwohl? Und wie sehr bemühen sie sich um Transparenz, wenn es darum geht, die Bedingungen der Tierhaltung offenzulegen? Mit einem langen Fragebogen, den wir den Herstellern zugesendet haben, wollten wir genau das herausfinden. Jede der Angaben mussten die Hersteller belegen - etwa mit Stalltagebüchern, tierärztlichen Dokumenten und Lieferscheinen.

Die Weiteren Mängel

Auf der Weide fressen Kühe Gras. In der intensiven Viehhaltung kommt aber vor allem Kraftfutter in den Trog. Das zeigt sich an der Fettzusammensetzung der Milch. Je mehr Grünfutter die Tiere bekommen, desto höher ist auch der Omega-3-Fettsäure-Anteil im Quark. Wenn ein Hersteller auslobt, der Quark sei frei von Gentechnik, sollte er das auch beweisen können.

Die Bewertung

Im Idealfall stimmen natürlich Qualität, Tierhaltung und Transparenz - nur dann kann es ein "sehr gut" geben. Wer zwar saubere Produkte herstellt, sich aber gar nicht um Tierwohl und/oder Transparenz schert, muss mit strengen Abwertungen leben. Weil es bei Quark aufgrund der Massenproduktion und der teilweise Hunderten von Höfen noch schwieriger ist, die Haltungsbedingungen der Kühe transparent zu machen, haben wir im Vergleich zu anderen Tierhaltungstests noch stärker bewertet, ob Hersteller sich um Transparenz bemühen.

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Erschienen am 25.01.2018

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