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Spinnen vertreiben: Welche Hausmittel helfen – und welche nutzlos sind

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Bauen und Wohnen | 19.06.2022

Spinnen können Sie mit bestimmten Hausmitteln vertreiben.
Foto: Shutterstock/RHJPhtotos

Einige Menschen haben regelrecht Angst vor Spinnen; die meisten finden die Tiere zumindest unangenehm. Wenn Sie verhindern möchten, dass sich Spinnen bei Ihnen einnisten, haben wir einige wirksame Tipps.

Pfui, Spinne! Kaum jemand liebt die Krabbler, obwohl sie in fast jedem Haushalt zu finden sind. Besonders gerne halten sich Spinnen in Bad und Wohnzimmer auf, wo sie angenehme Temperaturen und gute Versteckmöglichkeiten vorfinden.

Dabei besteht natürlich kein Grund, vor Spinnen Angst zu haben: Alle Arten der Arachniden, die hierzulande heimisch sind, sind harmlos. Deshalb gelten Spinnentiere (die übrigens keine Insekten sind) auch nicht als Schädlinge, sondern tragen vielmehr selbst dazu bei, Ungeziefer aus Wohnungen und Häusern fernzuhalten.

Spinnen vertreiben mit einfachen Mitteln

Natürlich ändert auch das beste Wissen nichts daran, dass manche Menschen regelrecht panisch werden, wenn ihnen eine Spinne über den Weg läuft. Andere finden Spinnen zwar nicht furchteinflößend, aber doch unangenehm und bemühen sich, den ungebetenen Krabbelbesuch so schnell wie möglich wieder loszuwerden.

Die gute Nachricht: Schon verhältnismäßig einfache Methoden sorgen dafür, dass Sie in Zukunft vor Begegnungen mit Spinnen weitgehend sicher sein können. Mit diesen Mitteln lassen sich Spinnen am effektivsten vertreiben.

Spinnen gar nicht erst ins Haus lassen

Am einfachsten ist es natürlich, dafür zu sorgen, dass Spinnen und andere störende Kleintiere gar nicht erst in Wohnung oder Haus gelangen können. Dem lässt sich mit einfachen Mitteln vorbeugen.

Ein Insektengitter ist eine gute Investition: So finden Spinnen & Co. gar nicht erst ins Haus.
Ein Insektengitter ist eine gute Investition: So finden Spinnen & Co. gar nicht erst ins Haus. (Foto: Shutterstock/Kwangmoozaa)

Tipp 1: Je häufiger Sie Türen und (Außen-)Fenster ungeschützt geöffnet lassen, desto leichter gelangen tierische Gäste in Ihr Zuhause – darunter auch Spinnen. Montieren Sie deshalb Fliegen- oder Insektengitter vor die Fenstern. Die Gitter gibt es z.B. im Baumarkt. Diese halten auch Wespen, Fliegen und andere Störenfriede fern.

Tipp 2: Prüfen Sie, ob Außen- und Kellertüren rundum dicht schließen. Spinnen finden ihren Weg auch durch kleine Ritzen, Spalten und Öffnungen – vor allem im Herbst, wenn es einigen Arten im Freien zu nass und zu kalt wird. Dichten Sie Türen deshalb so gut wie möglich ab, um Spinnen (und auch Ameisen, Käfer & Co.) fernzuhalten. Dabei kann ein simpler Zugluftstopper gute Dienste leisten. Dauerhafter helfen selbstklebende Gummidichtungen, die Sie in verschiedensten Stärken im (Online-)Handel finden.

Und als Bonus: Dichte Türen und Fenster helfen auch gegen Zugluft und Wärmeverlust in der kalten Jahreszeit – sodass sich die Investition auch finanziell lohnen kann.

Tipp 3: Wer einen kleinen Holzstapel, einen Steinhaufen oder einige abgeblühte Stauden im Garten stehen lässt, kann Spinnen leicht einen Lebensraum schaffen und reguliert so auf natürliche Weise die Insektenfauna, erklärt der Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen.

Umgekehrt gilt auch: Wer einen Holz- oder Steinstapel oder den Komposthaufen in der Nähe der eigenen vier Wände (oder gar an der Hauswand) hat, hat auch schneller Spinnen zu Besuch.

Verlegen Sie also Futterplätze wie aufgeschichtetes Holz, die Spinnen magisch anziehen, weg vom Haus, beispielsweise in den Schuppen. So können Sie sicher sein, dass sich weniger Krabbeltiere zu Ihnen verirren.

Spinnen mögen es unordentlich

Tipp 4: Trivial, aber nützlich: Halten Sie Ordnung und Sauberkeit in der Wohnung. Denn: Spinnen – und auch alle andere Tiere – fühlen sich dort besonders wohl, wo es ein gutes Nahrungsangebot gibt. Für Spinnen sind das vor allem Fliegen und Mücken, gelegentlich auch mal andere, kleinere Konkurrenten. Außerdem benötigen sie etwas Feuchtigkeit.

Wer aber regelmäßig putzt, den Biomüll nicht alt werden lässt, Trauermücken bekämpft und Fruchtfliegen zügig loswird, der liefert Spinnen wenig Gründe, sich dauerhaft niederzulassen.

Spinnen vertreiben: Wer Spinnennetze schnell entfernt, entzieht den Krabblern die Nahrungsgrundlage.
Spinnen vertreiben: Wer Spinnennetze schnell entfernt, entzieht den Krabblern die Nahrungsgrundlage. (Foto: Shutterstock/Yevhen Prozhyrko)

Entfernen Sie beim Putzen außerdem alle Spinnennetze, die Sie finden. So zerstören Sie die Unterkunft der Spinne und signalisieren dem Tier, dass es nicht willkommen ist. Versuchen Sie aber, die (nützlichen) Tiere dabei nicht zu töten.

Spinnen vertreiben: Diese Düfte helfen – nicht

Sucht man im Internet nach Möglichkeiten, Spinnen zu vertreiben, wird man mit dem Hinweis bombardiert, dass sich Spinnen und andere Krabbeltiere durch Duftsprays oder vergleichbare Riechbarrieren fernhalten lassen. Angeblich helfen unter anderem Lavendel, Minze oder Eukalyptus gegen die unerwünschten Achtbeiner. Leider existieren nur wenig Nachweise dazu, dass Spinnen auch wirklich auf entsprechende Gerüche reagieren.

Am aussagekräftigsten ist eine Studie aus dem Jahr 2018, bei der Zitronen- und Pfefferminzöl sowie Kastanien als Abwehrmittel gegen drei Spinnenarten untersucht wurden. Dabei zeigte sich, dass zwei Spinnenarten auf Kastanien und Minzöl tatsächlich "allergisch" reagierten, während die dritte Art sich nur wenig beeindrucken ließ. Zitronenöl zeigte keinerlei Wirkung.

Hilft Lavendel? Unbekannt

Darüber hinaus existieren lediglich Studien, die mit Milben und Zecken durchgeführt wurden. Beide gehören ebenfalls zur Klasse der Spinnentiere und sind deshalb mit den Webspinnen verwandt, die in unseren Häusern für Unbehagen sorgen. 

Mehrere Studien aus dem Jahr 2017 haben gezeigt, dass Thymianöl gegen Milben und Zecken wirkt; vergleichbare Befunde gab es auch für Sandelholzöl und Nelkenöl. Ob sich die Ergebnisse allerdings auf Webspinnen übertragen lassen, ist nicht bekannt.

Zu Lavendel/-öl – dem (Haus-)Mittel, das am häufigsten genannt wird, um Spinnen zu vertreiben – gibt es keine aussagekräftigen Studien, die belegen, dass es gegen unerwünschte Mitbewohner wirkt.

Spinnen vertreiben: Was Sie noch probieren können

Tipp 5: Da zu Pfefferminzöl noch die plausibelsten Hinweise vorliegen, können Sie beispielsweise:

  • ein eigenes Pfefferminz-Duftspray herstellen (dazu einfach Wasser mit gekauftem Öl in einem geeigneten Gefäß vermischen),
  • Pfefferminzöl in einen Aroma-Diffuser oder eine Duftschale geben, die den Duft im Raum verteilen,
  • eine entsprechende Duftkerze aufstellen
  • oder ein (Duft-)Kissen mit Pfefferminzöl beträufeln, um auf diese Weise Spinnen fernzuhalten.

Spinnen vertreiben: Wovon wir abraten

(Anti-)Tipp 6: Im Handel sind spezielle Geräte zu finden, die an die Steckdose angeschlossen werden und beispielsweise mithilfe von Ultraschall gegen verschiedenste Kriechtiere wirken sollen. Leider können die Hersteller häufig keine Nachweise liefern, dass die versprochene Wirkung auch wirklich eintritt. Manche Geräte wirken außerdem mit Giften, die unbekannte Risiken bergen. Wir sagen: Sparen Sie sich das Geld.

Lesen Sie zum Thema auch: Mückenstecker: Was taugen Ultraschallpiepser, Verdampfer & Stromfallen?

(Anti-)Tipp 7: Auch von der Chemiekeule raten wir ab. Insektensprays oder vergleichbare Biozid-Produkte wirken immer auch gegen andere Krabbeltiere und Lebewesen, die wir als Nützlinge empfinden. Insektenbekämpfungsmittel aus der Gruppe der Pyrethroide können bei Katzen sogar tödliche Vergiftungen hervorrufen.

Bestimmte Chemikalien können auch den Menschen belasten oder sich in der Umwelt ablagern, wie das Umweltbundesamt (UBA) warnt. Auch in unserem aktuellen Mottenmittel-Test (Juni 2022) sind etliche Produkte durchgefallen.

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