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Schimmel entfernen: So funktioniert es

Autor: Brigitte Rohm | Kategorie: Bauen und Wohnen | 08.04.2019

Schimmel entfernen: So funktioniert es
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - Mabel Amber)

Die schwarzen Flecken an der Wand sind nicht nur optisch ein Ärgernis – sie sind auch gesundheitsschädlich. Was bei Schimmelpilzbefall zu tun ist – und wie Sie den Schimmel effektiv loswerden.

Wenn Sie Schimmelflecken an der Wand entdecken, gilt es, rasch zu handeln. Denn die Schimmelpilzsporen verteilen sich in der Luft und können Allergien oder Atemwegserkrankungen verursachen. Aber auch viele der unzähligen Mittel, die der Markt bereithält, um Schimmel zu entfernen, sind nicht unbedenklich.

Um das richtige Produkt und die richtige Methode zu finden, ist zunächst wichtig, zwischen altem und neuem Schimmelbefall zu unterscheiden. 

Schimmel entfernen bei altem Befall

Sind die Schimmelpilze schon lange an der betreffenden Stelle, können Sie mit oberflächlicher Reinigung nicht viel ausrichten. Denn dann hat sich der Schimmel höchstwahrscheinlich im Anstrich, in der Tapete oder sogar schon im Putz festgesetzt.  

In diesem Fall muss ein Profi ans Werk: Sie sollten einen Sachverständigen mit der Sanierung beauftragen und die befallenen Materialien entfernen.

Schimmel entfernen bei neuem Befall

Wenn der Schimmel neu aufgetreten ist und es sich um einen kleineren und oberflächlichen Befall handelt, stehen die Chancen gut, ihm selbst beizukommen. Bei der Wahl des Anti-Schimmel-Mittels sollte man Folgendes beachten:

Gesundheitlich weitgehend unbedenklich ist siebzigprozentiger Alkohol (Ethanol oder Isopropanol, verdünnter Brennspiritus mit drei Teilen Brennspiritus, ein Teil Wasser). Vor den aufsteigenden Dämpfen und den durch das Abwischen freigesetzten Schimmelpilzsporen schützt eine Atemmaske. Außerdem sollten Sie während der Prozedur gut lüften. 

Chemische Schimmelentferner mit Chlorwirkstoffen sind mit Vorsicht zu genießen: Sie können die Sporen zwar teilweise sehr schnell zerstören, doch die darin enthaltenen Substanzen können sowohl die Atemwege als auch die Umwelt schädigen. Viele Experten und auch das Umweltbundesamt raten daher vom Gebrauch solcher Mittel ab.

Die Ursache muss beseitigt werden

Den Schimmel lediglich zu entfernen, reicht leider nicht aus. Denn es wäre buchstäblich ein Kratzen an der Oberfläche: Nur wenn die Ursache identifiziert ist, die zur Schimmelbildung geführt hat, lässt sich das Problem langfristig lösen.

Schimmel kann beispielsweise durch schlecht abgedichtete Mauern, falsche Belüftung, ungenügende Beheizung oder zu viel Feuchtigkeit im Innenraum entstehen – etwa durch trocknende Wäsche, Duschnässe oder Zimmerpflanzen. Hat man die Wurzel des Übels gefunden, sollte man unbedingt die entsprechenden Maßnahmen treffen, um weitere Schimmelbildung zu verhindern.

So können Sie Schimmel vorbeugen

Um die Stellen, die von Schimmelpilz befallen waren, zu erneuern, sollten Sie anorganische Materialien wählen: Kalkputz oder Kalk-Mineral-Anstriche. Tapeten können in gefährdeten Wandbereichen einen neuen Nährboden für die Schimmelpilzsporen bilden. 

Antischimmel-Wandfarben sind als Mittel zur Vorbeugung von Schimmel umstritten. In unserem Test erhielt daher mehr als ein Drittel dieser speziellen Wandfarben mit deklarierter Antischimmelwirkung die Note "ungenügend". 

Weitere Informationen zum Umgang mit Schimmel:

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