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Öko-Strom im Test: Das sind die besten Anbieter

viel Grau im Grün

Spezial Energie | Kategorie: Bauen und Wohnen | 08.10.2018

Öko-Strom im Test: Das sind die besten Anbieter

Öko-Strom boomt. Aber Öko-Strom-Tarife von Anbietern, die tatsächlich nur Öko-Strom anbieten und so mit ihrer Unternehmensstrategie versuchen, die Energiewende voranzutreiben, sind immer noch die Ausnahme. Oftmals stecken hinter den Tarifen auch Anbieter, die gleichzeitig Atom- oder Kohlestrom auf den Markt bringen. ÖKO-TEST wollte wissen: Wie grün sind die Angebote wirklich?

Den Klimaschutzbericht der Bundesregierung im Juni 2018 kommentierte die Deutsche Umwelthilfe trocken: "Nicht überraschend, aber erschreckend." Denn die Große Koalition musste zugeben, dass das für Deutschland gesetzte Ziel, die Treibhausgasemission von 1990 bis 2020 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, klar verfehlt werde. Auch der anvisierte Öko-Stromanteil von 65 Prozent ist bis 2030 kaum zu erreichen. Für Greenpeace ein "klimapolitischer Offenbarungseid".

Immer mehr Kunden wollen Ökostrom

Dann, nur einen Monat später, neue Schlagzeilen: "Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auf neuem Höchststand." Danach kletterte die Stromproduktion aus Wind- und Solaranlagen sowie Wasserkraft und Biomasse nach Berechnungen des Energiekonzerns E.on im ersten Halbjahr 2018 um neun Prozent. Nach Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) waren es sogar zehn. Damit überflügelten die neuen Energien mit einem Anteil von 36 Prozent an der Elektrizitätserzeugung erstmals den Anteil von Braun- und Steinkohle. Auch die Zahl der Öko-Stromkunden steigt weiter an. Nach zuletzt veröffentlichten Angaben der Bundesnetzagentur haben sich 2016 bereits mehr als zehn Millionen private Haushalte für einen Öko-Stromtarif entschieden. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um drei Prozent. Der Anstieg beruht allerdings darauf, dass immer mehr Energieversorger Öko-Strom anbieten, oder das, was sie dafür ausgeben. So gab es auf dem Vergleichsportal Check24 im Sommer 2018 mehr als 8.000 Öko-Stromtarife von mehr als 1.000 Anbietern. "Inzwischen haben fast alle Stromanbieter das Öko-Strom-Segment besetzt", sagt Andreas Stender, Energieexperte bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Öko-Strom im Test: Nicht jeder Anbieter bringt die Energiewende voran

Also alles gut? Mitnichten. Neben den Pionieren am Markt wie Lichtblick, Naturstrom, EWS oder Greenpeace Energy, deren Angebote ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen stammen, bieten fast alle Stadtwerke, Großkonzerne und Billiganbieter Öko-Stromtarife an. Sie bewerben ihre Öko-Stromtarife mit Bildern von mächtigen Windrädern, Solarkollektoren in gleißendem Sonnenlicht und gigantischen Wasserkraftwerken. Ganz so, als wären sie die großen Beschleuniger der Energiewende. Im gesamten Angebotsportefeuille setzen viele Unternehmen jedoch weiterhin vornehmlich auf Tarife mit Kohle- und Atomstrom, betreiben selber Kohle- und Kernkraftwerke oder sind wirtschaftlich mit Unternehmen verbunden, die solche Kraftwerke betreiben.

Da sind kritische Verbraucher für jeden Hinweis dankbar, der hilft, sich für einen Öko-Stromtarif zu entscheiden, den ein Unternehmen anbietet, das zum Beispiel rund ein Drittel des verkauften Öko-Stroms aus Anlagen bezieht, die nicht älter als sechs Jahre sind. Oder die einen Teil des Strompreises in den Ausbau von regenerativer Stromerzeugung investieren. "Der Kunde entscheidet mit der Wahl seines Versorgers darüber, ob und wie sein Geld


Öko-Stromtarife: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

  • BayWa Ökoenergie

  • Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU)

  • Bürgerwerke

  • Die Heidelberger Solidarstromer

  • Die Ökostromer Edingen-Neckarhausen

  • Die Schriesheimer Ökostromer

  • EWS Elektrizitätswerke Schönau

  • Enspire Energie - Marke der Stadtwerke Konstanz

  • Fair Trade Power Deutschland

  • Greenpeace Energy

  • Klimaschutz+ Energiegenossenschaft

  • LichtBlick

  • Mann Naturenergie

  • Naturstrom

  • Polarstern

  • ProEngeno

  • Prokon Regenerative Energien

  • Solidarische Ökonomie Bremen

  • Stadtwerke Müllheim Staufen

  • Entega Energie

  • ProSiebenSat.1 Digital

  • BS-Energy - Braunschweiger Versorgungsgesellschaft

  • DB Energie

  • Energieversorgung Halle (EVH)

  • Geno Energie

  • Nord Stadtwerke

  • RhönEnergie Fulda

  • Stadtwerke Flensburg

  • Stadtwerke Münster

  • Wemag/Wemio

  • EnergieGUT

  • Energy4u

  • Pfalzwerke

  • Susi Energie

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10 Seiten
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vom 20.09.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Die Auswahl: Grundlage für den Test waren die bundesweit verfügbaren Öko-Stromangebote, die das Öko-Institut in seine EcoTopTen aufgenommen hat. Die vollständigen Kriterien der EcoTopTen finden Sie unter: https://www.ecotopten.de/sites/default/files/ecotopten_kriterien_oekostrom.pdf

Das EcoTopTen-Kriterium Ökologie: Die Kriterien von EcoTopTen fordern, dass der Tarif einen ökologischen Zusatznutzen aufweisen muss, der über die Anforderungen des EEG hinausgeht. Das bedeutet beispielsweise, dass die Anbieter rund ein Drittel des verkauften Öko-Stroms aus Erneuerbare-Energien-Anlagen beziehen, die nicht älter als sechs Jahre sind. Alternativ können sie auch einen bestimmten Teil des Strompreises in den Ausbau von regenerativer Stromerzeugung investieren. Der Nachweis zur Einhaltung der ökologischen Mindestkriterien kann durch eine gültige Zertifizierung mit dem Ok-Power-Label oder dem Grüner Strom Label erfolgen. Alternativ kann die Einhaltung durch unabhängige und fachkundige Gutachter zertifiziert werden. Es wird dann überprüft, ob das freie Zertifikat vergleichbar ist.

Das EcoTopTen-Kriterium Ökonomie: Die jährlichen Gesamtkosten der Öko-Stromangebote dürfen maximal 20 Prozent teurer als der Durchschnittspreis für konventionelle Stromangebote sein. Das Öko-Institut vergleicht das mit dem Durchschnitt am Markt auf Basis der BDEW-Strompreisanalyse. Die Preisangaben basieren auf Herstellerangaben. Die Preise können teilweise, je nach Verbrauchsmenge und Postleitzahlengebiet, variieren.

Das ÖKO-TEST-Kriterium konventionelles Stromangebot: Hier haben wir erfasst, ob der Anbieter selbst neben zertifiziertem Öko-Strom noch mit konventionellen Produkten am Markt ist und/oder ob das bei einer Firma aus seinem Firmenverbund der Fall ist. Zudem interessierte uns der Strommix dieser Angebote.

Die Bewertung: Wer sich für grünen Strom entscheidet, will etwas für die Umwelt tun und Unternehmen unterstützen, die sich dies zum Ziel gesetzt haben. Daher werten wir Angebote von Anbietern ab, die nebenbei oder sogar hauptsächlich konventionellen Strom verkaufen oder zur Unternehmensgruppe eines konventionellen Anbieters gehören, also mit ihnen in einem Firmenverbund stehen. Für die Angebote solcher Firmen kann es kein "sehr gut" im Gesamturteil geben. Noch strenger sind wir, wenn dem konventionellen Angebot Atomstrom beigemixt ist oder ein Atomkraftwerksbetreiber Teil des Firmenverbunds des Anbieters ist.

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Zugehörige Ausgabe:
Spezial Energie
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Erschienen am 20.09.2018

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