Morgens feuchte Fenster? So vermeiden Sie Kondenswasser an den Scheiben

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 04.12.2022

Kondenswasser am Fenster: 4 Tipps, um nasse Scheiben zu verhindern
Foto: Shutterstock / Nataliia Yankovets

Besonders im Winter bildet sich an den Fenstern leicht Kondenswasser. Wer das Problem nicht schnell behebt, läuft Gefahr, dass sich gefährlicher Schimmel bildet. ÖKO-TEST erklärt, was gegen die Tröpfchen am Fenster hilft.

Heizen ist so teuer wie nie zuvor. Deshalb neigen viele Haushalte dazu, möglichst wenig zu heizen – und auf der anderen Seite auch möglichst wenig zu lüften, um nach dem Lüften nicht gleich wieder die Heizung hochdrehen zu müssen.

So nachvollziehbar diese Gedanken sind, sie sind leider wenig sinnvoll: Wer zu wenig oder falsch lüftet, riskiert Kondenswasser an den Fensterscheiben. Dieses Kondenswasser - auch Schwitzwasser genannt - kann die Fensterdichtungen beschädigen und zu gesundheitsgefährdendem Schimmel führen. 

Schimmelsporen können allergische Reaktionen mit oft unklaren Symptomen wie Schnupfen, Kopfschmerzen, Husten oder auch Schlafstörungen verursachen.

Woher kommt das Kondenswasser an den Scheiben? 

Nach dem Duschen, beim Kochen und überhaupt im Winter: In vielen Wohnungen bildet sich regelmäßig Kondenswasser an den Fenstern. Das ist erstmal völlig normal und kein Grund zur Sorge. 

Die kleinen Wassertropfen am Fenster entstehen, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum hoch ist und ein Temperaturgefälle besteht: Trifft die warme Luft auf eine Fensterscheibe, die durch die niedrigen Außentemperaturen kalt ist, kondensiert die Feuchtigkeit und setzt sich auf der Innenseite des Fensters in Form von Kondenswasser ab.

Wer beschlagene oder nasse Fenster hat, sollte schnell reagieren:

Was tun bei Kondenswasser am Fenster?

Wenn sich nur hin und wieder Wasser an den Fenstern niederschlägt, reicht es vollkommen aus, die Scheiben schnell mit einem Tuch abzuwischen, um so die Bildung von Schimmel zu vermeiden.

Wenn Ihre Fenster regelmäßig nass sind, sollten Sie sich auf die Suche nach den Ursachen machen: Meist sind die nassen Scheiben ein Zeichen dafür, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ist. In seltenen Fällen kann die Feuchtigkeit auch von außen durch die schlecht gedämmten, undichten Fenster eindringen.

Feuchte Fenster sollten Sie im ersten Schritt schnell abtrocknen.
Feuchte Fenster sollten Sie im ersten Schritt schnell abtrocknen. (Foto: Shutterstock / NetPix)

#1: Richtig lüften hilft gegen beschlagene Scheiben

Richtiges Lüften ist der beste Weg, um lästiges Kondenswasser an den Fenstern zu verhindern. Stoßlüften ist gut, Querlüften noch effektiver. Lüften Sie drei bis vier Mal täglich für ca. zehn bis 15 Minuten. Damit ein kompletter Luftaustausch stattfindet, werden die Fenster auf den gegenüberliegenden Seiten des Raumes geöffnet. Langes Kippen der Fenster ist kontraproduktiv und lässt die Räume und Wände schnell auskühlen. 

  • Vor allem nach dem Duschen und Kochen sollten Sie dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit abziehen kann.
  • Auch nicht genutzte Räume regelmäßig lüften. 

#2: Intelligentes Heizen gegen Kondenswasser

Versuchen Sie, die Innentemperaturen möglichst konstant zu halten, um beschlagene Scheiben zu vermeiden. Wenn in unterschiedlichen Räumen verschiedene Temperaturen herrschen, halten Sie die Türen möglichst geschlossen, damit die Feuchtigkeit nicht in andere Räume entweicht.

>> Lesen Sie auch: Richtig heizen: 13 Tipps, die Geld und Energie sparen

#3: Wäsche am besten auf dem Balkon trocknen

Wenn Sie den Wäscheständer mit der feuchten Wäsche aufstellen, sollten Sie das am besten nicht im Wohn- oder Schlafzimmer machen. Die feuchte Wäsche führt zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit. Im Winter sind der Garten, Balkon oder der Dachboden besser geeignet.

#4: Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit sein?

40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind optimal, um Kondenswasser und beschlagene Scheiben zu vermeiden. Ein Hygrometer ist ein praktisches kleines Utensil, um die Luftfeuchtigkeit zuverlässig messen. Sie bekommen es ab ca. 10 Euro in Baumärkten und Gartencentern.

Wer trotz dieser Maßnahmen noch Probleme mit Kondenswasser hat, kann mit einem elektrischen Luftentfeuchter für eine geringere Luftfeuchtigkeit sorgen. 

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