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In Deutschland droht Wasserknappheit: 15 Tipps zum Wassersparen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 28.06.2021

In Deutschland droht Wasserknappheit: So können Sie Wasser sparen
Foto: Shutterstock / Sergei Gorin

Deutschland ist auf den ersten Blick kein Land, in dem Wasser gespart werden muss. Bei extremer Hitze, wie sie immer öfter auch in unseren Gefilden vorkommt, rufen aber immer mehr Gemeinden den Wassernotstand aus. Hier erfahren Sie, wie Sie Wasser sparen können.

Das Frühjahr war durchwachsen und feucht – dafür hat der Sommer jetzt mit voller Wucht losgelegt: Die erste Hitzewelle liegt gerade hinter uns – und hat auch das Thema Dürre in Deutschland zurück auf die Agenda gebracht.

Dazu muss man wissen: Deutschland ist eigentlich ein wasserreiches Land, die erneuerbaren Süßwasserressourcen bleiben sogar großteils ungenutzt. Diese Ausgangslage lässt uns sorglos mit Wasser umgehen.

Extremwetter durch Klimawandel

Immer öfter treten aber auch hierzulande extreme Wetterlagen mit Temperaturen von weit über 30 Grad und ohne nennenswerte Niederschläge auf. Die Dürreperioden der vergangenen drei Jahre zeigen: In einigen Regionen Deutschlands ist die Trinkwasserversorgung in Gefahr. 2018 waren einige Gegenden von einer extremen Wasserknappheit betroffen, Land- und Forstwirtschaft, die Binnenschifffahrt und die Energiewirtschaft phasenweise gravierend eingeschränkt.

Durch die Klimakrise verschieben sich die Monate, die viel Regen bringen. Große Mengen an Niederschlag fallen nicht mehr gut übers Jahr verteilt, sondern konzentriert innerhalb kurzer Zeit. Oft hat der Niederschlag dann keine Chance, im Boden zu versickern und in tiefere Schichten vorzudringen. Nach drei Dürrejahre in Folge (2018, 2019 und 2020) haben deshalb auch die Waldschäden zugenommen.

Fakt ist: Wasserknappheit ist ein Problem, das Deutschland und Europa in Zukunft mehr und mehr beschäftigen wird. Für jeden von uns bedeutet das, dass wir unseren Umgang mit Wasser ändern und mit der Ressource Wasser sparsam umgehen müssen. Dabei kann jeder aktiv werden und Wasser sparen. Schon einfache Tipps zeigen große Wirkung, vor allem auf Dauer – und ohne dass Sie gleich auf die Dusche am Morgen verzichten müssten.

So viel Wasser verbrauchen die Deutschen

Pro Kopf verbrauchen die Deutschen 125 Liter Wasser und Tag. Das ist schon ein Fortschritt – vor knapp 30 Jahren lag der Verbrauch noch bei rund 147 Litern Wasser am Tag.

Das meiste Wasser verbrauchen wir beim Baden, Duschen und für die Körperpflege (36 Prozent), gefolgt von der Toilettenspülung (27 Prozent) und dem Wäschewaschen (12 Prozent).

>> Lesen Sie dazu: Wie oft duschen ist gesund? Und wie oft sollten Sie Haare waschen?

15 Tipps, mit denen Sie Wasser sparen können

    Schon mit wenigen Tipps lässt sich viel Wasser sparen.
    Schon mit wenigen Tipps lässt sich viel Wasser sparen. (Foto: Shutterstock / isAmAre)
    1. Besser duschen als baden – und beim Einseifen das Wasser abstellen. Nur wenn Sie ein "Genussduscher" sind und auch mal 20 Minuten unter der Dusche stehen, wird ein Bad irgendwann wieder sparsamer für die Umwelt.
    2. Installieren Sie einen Sparduschkopf in der Dusche.
    3. Wenn der Stöpsel der Badewanne undicht ist, tauschen Sie ihn aus.
    4. Auch beim Zähneputzen sollten Sie das Wasser abstellen.
    5. Nutzen Sie bei der Toilettenspülung die Stopp-Taste.
    6. Nutzen Sie beim Geschirrspüler und der Waschmaschine das Ökoprogramm.
    7. Beladen Sie Spül- und Waschmaschine immer voll.
    8. Verzichten Sie beim Wäschewaschen auf die Vorwäsche (viele weitere Hinweise zum umweltfreundlichen Waschen finden Sie im Artikel Wäsche richtig waschen).
    9. Achten Sie beim Neukauf von Waschmaschine und Geschirrspüler auf den Energie- und Wasserverbrauch.
    10. Reparieren Sie tropfende Wasserhähne.
    11. Waschen Sie Obst und Gemüse nicht unter fließendem Wasser, sondern in einer Schüssel.
    12. Verwenden Sie Regenwasser, um Ihre Pflanzen zu gießen, und gießen Sie am besten ganz in der Früh.
    13. Verzichten Sie auf den Pool im Garten.
    14. Waschen Sie das Auto nicht in der Waschanlage.
    15. Achten Sie nicht nur daheim auf den Wasserverbrauch, sondern bedenken Sie auch Ihren indirekten Wasserverbrauch oder "Wasserfußbadruck", der in den Produkten gespeichert ist, die Sie konsumieren. Er erhöht sich, wenn Sie beispielsweise Tomaten aus Spanien kaufen, Fleisch essen oder ein neues T-Shirt erwerben. 

    >> Lesen Sie auch: Energie sparen: Mit diesen Tipps reduzieren Sie Ihren Verbrauch in Küche, Haushalt & Co.

    Virtuelles Wasser: So "durstig" sind viele Produkte

    In der Statistik taucht häufig nur das Wasser auf, das wir sehen, wenn wir den Wasserhahn aufdrehen, um zu duschen, wenn wir trinken oder Wäsche waschen. Das meiste Wasser, das wir verbrauchen, ist aber "virtuelles" Wasser: Gemeint ist damit die Wassermenge, die insgesamt benötigt wird, um ein Produkt herzustellen.

    Die drohende Wasserknappheit zwingt uns zum Umdenken.
    Die drohende Wasserknappheit zwingt uns zum Umdenken. (Foto: Shutterstock / Sew Cream)

    Hier einige Beispiele, die verdeutlichen, wie viel (virtuelles) Wasser durchschnittlich in Produkten des täglichen Konsums steckt:

    • 1 Kilo Rindfleisch = 15.500 Liter Wasser
    • 1 Jeans = 11.000 Liter Wasser 
    • 1 Baumwoll-Shirt = 2.700 Liter Wasser
    • 1 Liter Milch = 1.000 Liter Wasser
    • 1 Kilo Orangen = 460 Liter Wasser
    • 1 Kilo Tomaten = 180 Liter Wasser
    • 1 Tasse Kaffee = 140 Liter Wasser

    So verkleinern Sie Ihren "Wasserfußabdruck"

    • Kaufen Sie möglichst regionale und saisonale Produkte.
    • Kaufen Sie nach Möglichkeit Bio-Produkte.
    • Nutzen Sie Kleidung möglichst lange und recyceln Sie Altkleider korrekt.
    • Kaufen Sie secondhand.
    • Essen Sie möglichst wenig Fleisch.
    • Trinken Sie Leitungswasser.
    • Verwenden Sie bei Papier, Haushalts- und Taschentüchern am besten Recyclingpapier

    Klimawandel: Nationale Wasserstrategie soll Wasserversorgung sichern 

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze will der Wasserknappheit in manchen Regionen Deutschlands mit einer nationalen Wasserstrategie vorbeugen und das Wassermanagement bis 2050 verbessern. "Auch in 30 Jahren soll es in Deutschland jederzeit und überall ausreichend qualitativ hochwertiges und bezahlbares Trinkwasser geben", so Schulze beim Nationalen Wasserforum. Zehn strategische Schritte sollen unter anderem dabei helfen, einer Wasserknappheit vorzubeugen und dabei Nutzungskonflikte zu vermeiden.

    Weiterlesen auf oekotest.de: