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18 Colorwaschmittel im Test

Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014

Waschmittel, Colorwaschmittel

Bunt getrieben

Wunder können Colorwaschmittel nicht vollbringen. Aber die Produkte im Test schaffen schon einige große Flecken weg. Nur bei einem Waschmittel mit Öko-Anstrich ist die Waschleistung schwächer.

1813 | 91

10.10.2014 | Für bunte Kleidung und Bettwäsche gesunder Menschen reichen normalerweise Niedrigtemperaturprogramme von 30 Grad aus, vorausgesetzt Waschmaschine und Waschmittel sind darauf ausgelegt. Denn: Keimfreie Wäsche ist aus gesundheitlicher Sicht überhaupt nicht nötig und auch nicht wünschenswert. Durch niedrigere Waschtemperaturen lässt sich am meisten Energie sparen.

Wir haben 18 Colorwaschmittel in die Waschprüfung geschickt, ihre Rezepturen, soweit öffentlich, studiert, und sie auf allergieauslösende Duftstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Wer bisher einem Mittel die Treue hält, das mit 28 Cent und mehr pro Waschladung zu Buche schlägt, kann locker mehr als die Hälfte sparen und seiner Wäsche trotzdem ein genauso "gutes", günstigeres Produkt gönnen. Die beiden "befriedigenden" Schlusslichter im Test gehören wiederum zu den hochpreisigen Marken.

Fast alle Produkte sind "gut" in der Waschprüfung. Am widerspenstigsten aus Waschmittelsicht sind Make-up-, Lippenstift- und Motorölflecken auf Baumwolle. Kein Mittel konnte diesen dreien ernsthaft etwas anhaben. Die gut angetrockneten Flecken von Karottenbrei, Schokoladensoße, Rotwein, Matsch und Blut waren dagegen nach der Wäsche bei allen ganz raus oder nur noch schwach zu erkennen. Auch Letzteres ist ein Topergebnis, denn im echten Leben würde man solche Flecken vorbehandeln und gar nicht erst so lange antrocknen lassen.

Beim Sodasan Ökologisches Color Compact-Waschmittel und beim Ecover Color Waschpulver Konzentrat verfärbte sich der gesamte Prüflappen aus Baumwoll-Polyester-Mischgewebe nach der Flecken-Waschprüfung leicht bräunlich. Ob sich Schmutz aus den Flecken wieder angelagert hat, vielleicht weil die als ökologisch beworbenen Mittel auf bestimmte Chemikalien verzichten, die die Farbteilchen beim Waschen in der Schwebe halten, ist für uns nicht zu erforschen. Im Vergleich zu den anderen Waschmitteln zeigt sich hier eine Schwäche in der Waschleistung, die wir aber nur leicht abwerten, da derart verschmierte Wäsche wie unter den harten Prüfbedingungen nicht der Normalfall ist.

Colorwaschmittel sollen die Farben schonen. Bei den roten T-Shirts im Test gelang das allen Produkten. Auch an der Textilienoberfläche entstanden nach zehn Wäschen keine ungewünschten Veränderungen wie Pilling.

Ist soviel drin, wie draufsteht? In vergangenen Waschmitteltests hatten wir schon häufiger festgestellt, dass die Angaben zur Ergiebigkeit nicht stimmten. Deshalb ließen wir auch dieses Mal wieder ausmessen, ob das Pulver wirklich für so viele Maschinenladungen reicht, wie auf der Verpackung steht. Ergebnis: Die Angaben sind, bezogen auf normal verschmutzte Wäsche und mittlere Wasserhärte, weitgehend korrekt. Es gibt nur zwei Ausreißer: Das von uns eingekaufte Tip Color Waschmittel Ultra Plus reicht nur für 27 anstatt für 30 Ladungen. Auf der Verpackung des Coral Optimal Color ist eine Reichweite von 18 Maschinen angegeben. Tatsächlich reicht das Pulver nur für zwölf Waschladungen bei normaler V

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 18 Colorwaschmittel eingekauft. Drei davon werben besonders mit "bio" und "öko" - Aussagen, für die es, anders als bei Lebensmitteln, keine definierten Anforderungen gibt. Waschmittel-Jumbo-Packs sind weniger ergiebig. Flüssigwaschmittel enthalten in der Regel noch Konservierungsmittel. Deshalb haben wir uns bei der Produktauswahl für feste Kompaktwaschmittel entschieden.

Die Waschprüfung
Fünf Gewebestreifen aus Baumwolle und fünf aus Baumwolle-Polyester-Mischgewebe wurden mit jeweils 15 berüchtigten Fleckenarten versehen: Rotwein, Fruchtsaft, Tomatenmark, Karottenbrei, Senf, Schokoladensoße, Kugelschreiber, Matsch, Gras, Blut, gebrauchtes Motorenöl, gebrauchtes Frittierfett, Make-up, Lippenstift und Zahnpasta. Die Flecken wurden fünf Tage lang getrocknet und die Streifen dann bei 40 Grad einmal gewaschen. Zwei geschulte Labormitarbeiter beurteilten daraufhin, ob und wie stark die Flecken noch sichtbar waren. Die Waschmaschine war im Dauereinsatz, denn es wurde außerdem noch geprüft, ob das Gewebe nach zehnmal Waschen beschädigt oder ausgebleicht wurde und ob ein rotes T-Shirt in der Maschine weiße Wäsche rosa färbt.

Die Inhaltsstoffe
Den größten Einfluss auf eine geringere Belastung der Umwelt haben Verbraucher, indem sie die Waschmittel richtig dosieren, die Kapazität der Waschmaschine gut ausnützen und nicht bei unnötig hohen Temperaturen waschen. Wie vergangene Tests gezeigt haben, unterscheiden sich die verschiedenen Waschpulver in ihren Umweltauswirkungen kaum. Das bestätigen auch Experten wie Marcus Gast, der beim Umweltbundesamt für die Vergabe des renommierten Umweltzeichens Euroblume für Waschmittel zuständig ist. Was wir als ausgewählte Inhaltsstoffe jedoch bewerten, sind ganz klar verzichtbare abwasserbelastende Stoffe wie Parfüm und optische Aufheller.

Die Bewertung
Ein Colorwaschmittel muss nicht alle Arten von Flecken beseitigen können, die man normalerweise vorbehandeln würde. Aber dank des Härtetests im Labor lässt sich etwas über die allgemeine Waschleistung eines Mittels sagen. Neben den ausgewählten Inhaltsstoffen bewerten wir außerdem noch die Deklaration, denn damit das Waschen nicht zur schwierigen Wissenschaft wird, braucht der Verbraucher klare Informationen.

So haben wir getestet

Nach der Waschprüfung: Etliche Flecken gingen ganz raus. Motoröl, Make-up und Lippenstift blieben jedoch manchmal fast unversehrt. Auch Kugelschreiber- (beschriftet mit Nr. 7) und Grasflecken (Nr. 9) behandelt man zu Hause besser vor.

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