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15 Nackenstützkissen im Test

ÖKO-TEST Kompakt Schlafen
vom 05.02.2010

Nackenstützkissen

Lage-Koller

Nackenstützkissen versprechen einen erholsamen Schlaf ohne Verspannungen. Tatsächlich konnte der Liegekomfort bei vielen untersuchten Modellen nicht wirklich überzeugen. Testsieger ist das teuerste Produkt.

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05.02.2010 | Wohl dem, der morgens frisch und ausgeschlafen aufwacht. Doch woran liegt es, wenn man sich wie gerädert fühlt, es in den Armen kribbelt oder der Nacken völlig verspannt ist? Vielleicht ist die Matratze zu alt, der Lattenrost zu weich - oder das Kopfkissen einfach nicht das richtige.

Tatsächlich können Nackenstützkissen aus orthopädischer Sicht Menschen helfen, die häufig über eine verspannte Halsmuskulatur klagen. Nur: Sind Fehlhaltungen im Alltag der Grund für die Nackenprobleme, wird das Kissen sie nicht lösen. Es kann aber immerhin zu einem entspannten Schlaf beitragen.

ÖKO-TEST hat 15 Nackenstützkissen zu Preisen von knapp zehn bis hinauf zu 139 Euro eingekauft, im Praxistest auf ihre ergonomischen Eigenschaften und im Labor auf Schadstoffe untersuchen lassen. Die Kissenfüllung bestand aus Latex oder viskoelastischem Polyurethanschaum oder einem dreischichtigen System aus Latex, einfachem und viskoelastischem Polyurethanschaum.

Das Testergebnis

In Sachen Schadstoffbelastung waren wir mit allen Kissen - bis auf das Modell Gosa Hägg von Ikea - rundum zufrieden. Die ergonomische Untersuchung fiel dagegen nicht so gut aus:

Am besten entsprach das teuerste Testprodukt, das Röwa Nackenstütz-Kissen Ecco 2 Systemkissen den Anforderungen an Abstützhöhe und Abstützwinkel. Am schlechtesten wurde das Dunlopillo Aerial VT Konturkissen für stolze 99,95 Euro beurteilt.

Neben einer objektiven Beurteilung durch Fachleute haben wir die Kissen auch richtig praktisch testen lassen. Bei ihren Liegeversuchen haben die Probanden fast durchweg "befriedigende" Resultate vergeben, vor allem in Rückenlage. In Seitenlage kamen die Freiwilligen am besten mit dem Diamona Nackenstützkissen Formalux und dem Ergopillo Med Naturlatex Gesundheitskissen zurecht. Das einzige "gut" in Rückenlage erhielt das Röwa Nackenstütz-Kissen Ecco 2 Systemkissen.

Auch bei den allgemeinen Kisseneigenschaften zeigte sich, dass letztlich nichts über das Ausprobieren geht. So wurde das Gosa Hägg Nackenstützkissen von Ikea als das weichste im Test empfunden, das Tempur The Original Pillow M Velour beige als das mit Abstand härteste. Keines der Kissen verfügt über einen großen Kuschelfaktor. Hier reicht die Skala von lausigen 1,1 Punkten (Tempur The Original Pillow M Velour beige) bis zu gerade einmal 3,1 (Gosa Hägg Nackenstützkissen) von maximal 5,0 Punkten. Geruchlich tendierten alle Kissen in Richtung unangenehm, die schlechteste Note erhielt das Latex-Nackenstützkissen Relax. Kautschuk kann durch Zersetzungsprodukte enthaltener Eiweiße riechen. Das Bee Soft Nackenstützkissen fiel durch eine wahrnehmbare Geräuschentwicklung auf, vom Design her kam bei unseren Probanden das Billerbeck "Novum" Care Classic am besten an.

Von optischen Aufhellern können einige Hersteller offenbar nicht die Finger lassen. Diese Substanzen lassen die Wäsche "weißer als weiß" erscheinen, weil sie UV-Licht reflektieren. Nur wozu? Üblicherweise wird beim Beziehen des Bettes das Kopfkissen mitbezogen. Der Einsatz von optischen Aufhellern ist also unnötig.

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