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15 Holzpellets im Test

Auf dem Holzweg?

Jahrbuch für 2018 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 19.10.2017

15 Holzpellets im Test

Pelletheizungen sind nach wie vor gefragt - auch dank staatlicher Förderung. Wir haben Pellets,die als Sackware im Angebot sind, in die Labore geschickt. Die meisten Produkte gehen mit "sehr gut" und "gut" aus unserem Test. Bei der Angabe des Heizwerts schummeln jedoch einige Hersteller.

Kaum zu glauben, dass die Idee der Wärmeversorgung durch Pellets aus den USA stammt - einem Land, das für seinen immens hohen Ölverbrauch bekannt ist. Dort wurde 1984 der erste Pelletofen für private Zwecke präsentiert.

Seit 1996 sind Pellets auch in Deutschland als Brennstoff zugelassen, und aktuell werden hierzulande etwa 2,1 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr verbraucht. Als Grundstoffe dienen vor allem Sägemehl, Späne und Restholz.

Die Qualität der Pellets ist seit 2014 in einer internationalen Norm mit drei Klassen geregelt. A1 bezeichnet die höchste Qualität, und nur sie spielt für Privathaushalte eine Rolle. Die Qualitätssiegel ENplus A1 und DINplus beinhalten einige Ergänzungen, so zum Ascheschmelzverhalten.

Mittlerweile mehrt sich die Kritik an der Holzverbrennung, denn durch die energetische Nutzung steigt der Druck auf den Wald. Beim Verbrennen wird Kohlendioxid freigesetzt. Da die Bäume dieses CO2 im Verlauf des Wachstums der Atmosphäre entzogen haben, wird die Verbrennung von Holz gemeinhin als CO2-neutral angegeben. Das CO2 würde auch dann freigesetzt werden, wenn das abgestorbene Holz im Wald vermodert.

Förster Peter Wohlleben aus Hümmel zweifelt dies an. Seine Argumentation: Durch das Schlagen von Bäumen wird zusätzlich CO2 aus Boden und Unterholz freigesetzt.

Unbestritten ist, dass noch CO2-Emissionen durch die Verarbeitung sowie den Transport des Holzes und der Pellets hinzukommen. Dennoch dürfte die CO2-Bilanz deutlich besser als die von Erdgas und Heizöl bleiben. In Bezug auf Feinstaub, Stickoxide und Kohlenmonoxid können Holzheizungen jedoch nicht punkten, auch wenn durch die fortschreitende Technik die Emissionen reduziert werden.

Der Naturschutzverband BUND toleriert das Heizen mit Pellets nur in kleinem Maßstab, wenn die Transportwege des Holzes kurz sind und keine Bäume speziell zur Pelletproduktion gefällt werden. Zu empfehlen seien Pellets aus heimischer Holzwirtschaft, die Naturland- oder FSC-zertifiziert sind, nicht jedoch PEFC.

Wir haben 15 Produkte als Sackware eingekauft und ließen ihre Qualität in einem Fachinstitut prüfen. Einige Hersteller sind in Polen, Tschechien und Litauen zertifiziert, sodass möglicherweise lange Transportwege die CO2-Bilanz der Produkte verschlechtern.

Das Testergebnis

Die Mehrzahl der Pellets ist von hoher Qualität. Bis auf zwei Ausnahmen entsprechen sie den Anforderungen von ENplus A1 und DINplus. Die Hersteller Baltwood und Agricon (Granelco) sind offensichtlich nicht in der Lage, eine durchgängige Qualität anzubieten, denn deren Holzpellets bleiben in jeweils einem Punkt unter den Vorgaben, und das obwohl sie zertifiziert sind. Ärgerlich ist, dass etliche Hersteller beim versprochenen Heizwert übertreiben.

Die Pellets der Marken Baltwood und Fabich zeigten ein schlechtes Ascheschmelzverhalten. Die Asche wurde deutlich früher weich als bei den anderen Produkten und noch dazu recht plötzlich, das heißt, der Temperaturabstand zwischen dem Beginn der Schrumpfung und


Holzpellets: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Flammenco Qualitäts-Holzpellets
  • DHG Vertriebs- & Consultinggesell.

Biomac Holz-Pellets
  • Biomac

Fabich Wood Pellets First Class
  • Fabich

Firestixx Premium-Pellets
  • FireStixx Holz-Energie

Fire Maxx Holzpellets
  • Stelmet

Bauhaus Holzpellets
  • Bauhaus

Baltwood Holzpellets
  • Baltwood

Raiffeisen 15 kg Holzpellets
  • Raiffeisen Waren-Zentrale

Van Roje Pellets 15 Kilo Energie
  • Van Roje

Woodox Holzpellets
  • Woodox

Granelco Holzpellets
  • Agricon

Eko Pellets Holzpellets Premiumklasse
  • Eko Energy

Celsico Premium Holzpellets
  • Mabanaft

Florafire Holzpellets
  • Florasan

Thermospan Premium-Qualität
  • Gregor Ziegler

15 Holzpellets im Test
Jahrbuch für 2018 Seite 332
Jahrbuch für 2018 Seite 333
Jahrbuch für 2018 Seite 334
Jahrbuch für 2018 Seite 335

4 Seiten
Seite 332 - 335 im Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 15 Pelletmarken als 15-Kilogramm-Sackware in Baumärkten, im Brennstoffhandel und über das Internet eingekauft. Alle Produkte sind mit einem Qualitätszeichen ENplus A1 und/oder DINplus versehen und werben somit mit höchster Qualität. Wir fragten die Hersteller, ob die Sackware identisch mit der Einblasware ist, die in Silofahrzeugen angeliefert wird.

Die Pelletqualität

Wir wollten wissen, ob die Pellets den hohen Anforderungen der Qualitätszeichen ENplus A1 und/oder DINplus gerecht werden. Das beauftragte Brennstofflabor untersuchte alle Parameter, die auch im Rahmen der Zertifizierung auf den Prüfstand kommen: Wie viel Energie bekommt der Kunde für sein Geld? Ermöglichen die Pellets einen guten und reibungslosen Heizbetrieb? Zusätzlich zu den Normen wurde geprüft, ob die Pelletlänge möglichst einheitlich ist, da viele Bruchstücke und feine Bestandteile die Sauerstoffzufuhr behindern können. Auch mögliche Umweltbelastungen durch Schwefel, Stickstoff, Chlor und Schwermetalle in den Abgasen hatten wir - wie die Gütesiegel - im Visier.

Die Deklaration

Die Angaben auf der Verpackung sollten richtig und nicht irreführend, und notwendige Hinweise vorhanden sein. Deshalb verglichen wir die im Labor ermittelten Ergebnisse der Pelletqualität mit den Auslobungen auf den Verpackungen.

Die Bewertung

Auch wenn die Mehrzahl der Produkte die Anforderungen der Qualitätszeichen erfüllt, gibt es doch qualitative Unterschiede, vor allem in der Pelletlängenverteilung und dem Ascheschmelzverhalten. Vergleichsweise ungünstige Werte und Eigenschaften werten wir ab. Wenn noch dazu die Grenzwerte von ENplus A1 und DINplus nicht eingehalten werden, obwohl die Produkte diese Zeichen tragen, führt das zu Minuspunkten in der Deklaration. Das gilt auch für die Fälle, in denen die Angaben des Heizwerts unseriös hoch sind. Für das Gesamturteil wird die Pelletqualität jedoch stärker gewichtet als die Deklaration.

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Erschienen am 19.10.2017

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