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Zunge reinigen: Warum und wie oft Sie sich die Zunge putzen sollten

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Kosmetik und Mode | 30.04.2021

Zunge reinigen: Warum, wie und wie oft Sie die Zunge putzen sollten.
Foto: Shutterstock/Andrey_Popov

Manche halten die Zungenreinigung für überflüssig, andere wiederum schwören auf das tägliche Schrubben oder Schaben. Wie halten Sie es mit Ihrer Zunge? Wir verraten Ihnen, warum es sich lohnt, die Zunge regelmäßig zu reinigen – und wie Sie dabei gründlich und nachhaltig vorgehen.

  • Zahnärzte empfehlen, auch die Zunge täglich zu reinigen. So wird vor allem die Ursache von Mundgeruch vermieden.
  • Im Handel finden sich verschiedene Instrumente zur Zungenreinigung, am langlebigsten ist ein Zungenschaber aus rostfreiem Metall.
  • Neuer auf dem Markt sind spezielle Zungengele, die versprechen, auch nach der Reinigung gegen geruchsbildende Bakterien zu wirken.

Wer die Zunge einmal gründlich abgerubbelt oder abgeraspelt hat, ist oft überrascht, wie ungewöhnlich rosig einem das Geschmacksorgan plötzlich aus dem Spiegel entgegenleuchtet. Sich regelmäßig die Zunge zu reinigen, schafft aber nicht nur neue Innenansichten, sondern beugt auch Mundgeruch vor und trägt – genau wie die richtige Zahnpflege – dazu bei, dass Mundraum und Zähne gesund bleiben.

Und auch die Sinne gewinnen: Denn wurde die Zunge erst mal gesäubert, gewinnen die Geschmacksknospen neue Freiheit und das Geschmacksempfinden nimmt zu.

Zunge reinigen: Hilfe gegen Mundgeruch

Leider kann sich nämlich auch die Zunge mit ihren Falten, Furchen und Ritzen zum Tummelplatz für Bakterien und Pilze entwickeln. Besonders im hinteren Teil der Zunge setzt sich mit der Zeit ein Belag ab, der aus abgestorbenen Schleimhautzellen, trockenem Speichel und Nahrungsresten besteht. Mikroorganismen wie Bakterien fühlen sich davon genauso angezogen wie von mangelhaft geputzten Zähnen. Schlechter Atem kann die Folge sein.

Zahnmediziner gehen davon aus, dass Mundgeruch in den überwiegenden Fällen vom Mundraum ausgeht und nicht vom Magen – und dort wiederum zur Hälfte von unbehandelten Zungenbelägen herrührt. Sind solche Beläge nicht durch Krankheiten verursacht, kommen sie vor allem im hinteren Drittel der Zunge vor.

Zunge putzen – gleich nach den Zähnen

Deshalb ist es sinnvoll, die Zunge regelmäßig zu reinigen. Zahnmediziner empfehlen sogar, die Zunge täglich abzubürsten oder zu schrubben, am besten direkt nach dem Zähneputzen. Das kann nicht nur störenden Mundgeruch beseitigen, sondern trägt auch dazu bei, dass sich weniger Zahnbelag bildet. Denn Bakterien werden dadurch aus dem Mund entfernt, bevor sie sich auf den Zähnen breitmachen können.

Zungenschaber aus dem Drogeriemarkt sind in vielen Formen erhältlich.
Zungenschaber aus dem Drogeriemarkt sind in vielen Formen erhältlich. (Foto: Shutterstock/wissanustock)

Um Ihre Zunge zu reinigen, können Sie einfach auf Ihre Zahnbürste zurückgreifen: Bei vielen Modellen sind dafür gesonderte Lamellen auf der Rückseite des Bürstenkopfs vorhanden. Im Drogeriemarkt und Onlinehandel finden Sie aber auch spezielle Zungenschaber, -kratzer oder -bürsten. Einige Modelle kombinieren auch Schaber und Bürste in einem Instrument. Die Unterschiede:

  • Zungenbürsten gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie sind flacher als Zahnbürsten, bestehen fast immer aus Kunststoff und besitzen Borsten oder Lamellen, die die Zunge von Belägen befreien sollen. Inzwischen gibt es auch Zungenbürsten bzw. -reiniger aus Bambus.
  • Zungenschaber können einem Nassrasierer ähneln (siehe Bild) oder als gebogene Streifen daherkommen, mit denen der "Bakterienrasen" auf der Zunge abgetragen wird. Sie bestehen ebenfalls häufig aus Kunststoff, Sie können sie aber – im Gegensatz zu Zungenbürsten – auch aus Metall (Edelstahl, Titan, Silber) erwerben. Zungenschaber arbeiten, wie der Name nahelegt, mit einer flachen Kante, die über die Zunge gezogen wird.

Zungenschaber aus rostfreiem Metall sind verhältnismäßig steril, lassen sich leicht reinigen und können sehr lange benutzt werden. Sie sind damit nachhaltiger als Zungenbürsten aus Plastik, die genau wie Zahnbürsten nach einiger Zeit ersetzt werden müssen: zum einen aus hygienischen Gründen, zum anderen, weil die Reinigungswirkung der Borsten irgendwann nachlässt.

Zunge säubern: Zahnbürste & Löffel nicht optimal

Sie können zur Zungenreinigung auch einfach Ihre Zahnbürste verwenden, schrubben Sie Ihre Zunge dazu vorsichtig mit den Borsten oder nutzen Sie die speziellen Lamellen auf der Rückseite der Bürste.

Beide Methoden sind allerdings nicht optimal geeignet, um die Zunge gründlich zu reinigen: Zum einen kann die Bürste den Zungenbelag zwar lösen, aber im Vergleich zu einem Schaber nicht gut abtransportieren. Zum anderen ist die Zahnbürste im Vergleich zu einer Zungenbürste verhältnismäßig hoch und löst deshalb beim Putzen leicht einen Würgreiz aus, wenn sie dem Gaumenzäpfchen zu nahe kommt.

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Statt Schaber und Bürsten können Sie auch einen schlichten Haushaltslöffel aus Metall verwenden, um Ihre Zunge zu reinigen. Allerdings fällt die Reinigung auch hier nicht so gründlich aus wie mit einem speziellen Instrument, da die Löffeloberfläche zu diesem Zweck nicht optimal gebogen ist.

Zunge reinigen: So gehen Sie vor

  • Sie können Bürsten und Schaber bis zu zweimal täglich anwenden, am besten nach dem Zähneputzen.
  • Bewegen Sie die Reinigungsgeräte dazu mit leichtem Druck auf der Zunge von hinten nach vorne.
  • Spülen Sie gelöste Beläge unter fließendem Wasser ab. Wiederholen Sie die Reinigung, bis die Zunge sauber ist.
  • Spülen Sie Ihren Mund anschließend aus, reinigen Sie den Zungenschaber und lassen Sie ihn an der Luft trocknen wie Ihre Zahnbürste.

Neuer Trend: Zahnpasta für die Zunge

Einige Hersteller bieten inzwischen spezielle Zungen-Gele an, deren antibakterielle Wirkung verhindern soll, dass sich erneut Mikroorganismen auf der Zunge ansiedeln und damit Mundgeruch entsteht. Die Gele werden bei der Reinigung wie eine Art "Zahnpasta für die Zunge" benutzt. Eine deutsche Studie, die 2012 erschien, legt nahe, dass entsprechende Produkte dazu beitragen können, Mundgeruch zu vermindern.

Auch kosmetische Mundspülungen versprechen, im Mundraum antibakteriell zu wirken und damit gegen schlechten Atem zu helfen. ÖKO-TEST hat 21 kosmetische Mundspülungen gegen Karies, Plaque und/oder Zahnfleischprobleme ins Labor geschickt – nicht alle Wirkstoffe erwiesen sich dabei als unproblematisch. Mehr dazu lesen Sie hier: 

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