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"Ungenügend": Neutrogena-Feuchtigkeitscreme ist Testverlierer

Autor: Lena Wenzel/Dimitrij Rudenko | Kategorie: Kosmetik und Mode | 19.10.2021

Neutrogena-Feuchtigkeitscreme im Test: Wie schneidet das Produkt ab?
Foto: ÖKO-TEST

Allzweckcremes eignen sich für Gesicht, Körper und Hände – und landen dementsprechend häufig auf der Haut ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Da ist es ärgerlich, wenn die Cremes bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten. Das ist in unserem Test mehrfach der Fall. Die meisten Notenabzüge bekommt die Feuchtigkeitscreme von Neutrogena. 

Bedenkliche Inhaltsstoffe sind der Grund, warum fünf Hautcremes in unserem Test durchfallen. Besonders negativ fällt die überprüfte Neutrogena Reichhaltige Feuchtigkeitscreme auf: Sie schneidet als einziges Produkt "ungenügend" ab. Bedeutet: Keine andere Creme erhält mehr Notenabzüge. 

Doch warum genau ist die Feuchtigkeitscreme von Neutrogena im roten Bereich gelandet? Die Antwort in Kürze: Paraffine, aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), PEG-Verbindungen und synthetische Polymere. Wir erklären, was dahinter steckt. 

Neutrogena-Feuchtigkeitscreme mit Mineralöl belastet 

Die Rezeptur der Creme beinhaltet erdölbasierte Paraffine. Das sehen wir aus zwei Gründen kritisch: 

  1. Die künstlichen Stoffe integrieren sich nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut wie Bestandteile natürlicher Öle. 
  2. Paraffine können mit MOAH verunreinigt sein – und das von uns beauftragte Labor hat MOAH in der Neutrogena-Feuchtigkeitscreme nachgewiesen. Das Problem: Darunter können sich Verbindungen befinden, die Krebs erregen oder das Erbgut schädigen. Ob das hier der Fall ist, dazu lässt die Analysenmethode keine Aussage zu. 
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Es geht auch ohne erdölbasierte Paraffine 

Zur Einordnung des Schadstoffs: Wenn MOAH über die Haut aufgenommen werden, geht laut des Bundesinstituts für Risikobewertung nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand kein Risiko davon aus. Wir sind aber der Meinung, dass noch nicht alle Fragen hinreichend geklärt sind und vergeben deshalb Minuspunkte. 

Letzlich geht es auch ohne Paraffine – das zeigen andere getestete Produkte. Also warum verzichten Hersteller nicht aufgrund von vorbeugendem Verbraucherschutz auf Paraffine in der Rezeptur? Insgesamt fünf Hautcremes im Test enthalten Paraffine und sind mit MOAH verunreinigt. 

Allzweckcremes sind für Hände, Gesicht und Körper geeignet.
Allzweckcremes sind für Hände, Gesicht und Körper geeignet. (Foto: megaflopp/Shutterstock)

Problemstoffe in Neutrogena-Feuchtigkeitscreme 

Neben Paraffinen und MOAH beanstanden wir PEG-Verbindungen in der Rezeptur der überprüftem Neutrogena-Feuchtigkeitscreme. Dabei handelt es sich um alte Bekannte: Wir bemängeln sie immer wieder in Kosmetiktests, denn sie können die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Sie stecken auch in einem weiteren Produkt im Test. 

Kommen wir zum letzten Kritikpunkt: Synthetische Polymere. Diese flüssigen Kunststoffverbindungen können über den Klärschlamm auf Felder und in Gewässer gelangen. Wie sie sich dort verhalten, ist noch zu wenig erforscht. Wir sehen synthetische Polymere also aus Umweltgründen kritisch.

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Weil die getestete Neutrogena-Feuchtigkeitscreme Paraffine, MOAH und PEG-Verbindungen beinhaltet, ziehen wir fünf Noten ab. Damit lautet das Gesamturteil "ungenügend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie auf der Infoseite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Es gibt empfehlenswerte Hautcremes, die für die ganze Familie geeignet sind – insgesamt 13 schneiden mit Bestnote ab, darunter günstige und teurere Produkte. Im Test fällt auf, dass vor allem bekannte Marken mit Mineralöl verunreinigt sind. Mehr dazu lesen Sie hier: Hautcremes im Test

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