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Naturkosmetik: Warum natürliche Kosmetik die bessere Wahl ist

Kategorie: Kosmetik und Mode | 01.08.2020

Naturkosmetik
Foto: Vladimir Gjorgiev/Shutterstock

Viele Frauen wollen Kosmetik, die ohne bedenkliche Stoffe auskommt. Produkte, die nicht die Umwelt belasten und die dank hochwertiger Inhaltsstoffe ihren Preis wert sind. 

Es gibt Frauen, die schminken sich (fast) nie. Die tragen höchstens mal etwas Wimperntusche und dezenten Lippenstift auf, wenn ein besonderer Anlass ansteht. Und es gibt Frauen, für die es undenkbar ist, ungeschminkt aus dem Haus zu gehen. Die mindestens zehn verschiedene Lippenstifte und doppelt so viele Nagellackfarben im Badezimmer stehen haben und jeden Morgen akribisch an ihr Gesicht herangehen.

Zu Letzteren gehörte auch Annie Garau. Allerdings fand die 20-jährige Amerikanerin, dass sie für ihren Geschmack zu viele Stunden vor dem Spiegel verbrachte und dort mit sich haderte: eine komische Nase, zu blasse Haut, kleine Augen, dünne Lippen. Mit Concealer, Eyeliner, Rouge und Lipgloss ließ sich zwar einiges verändern. Doch stellte die junge Frau fest, dass zwar ihre Make-up-Kollektion wuchs, ihr Selbstbewusstsein dagegen nicht.

Selbstversuch: Ein Jahr ohne Schminke

Die Studentin begann sich zu fragen, ob das Make-up nicht vielleicht ein Teil ihres Problems war. Wenn Frauen dauernd mit ihrem Aussehen unzufrieden sind, wie könne man dann erwarten, dass sie selbstbewusst und zuversichtlich nach guten und einflussreichen Jobs strebten? Der Gedanke drängte sich ihr auf, ob die Zeit und Energie, die Frauen auf ihr Äußeres verwenden, nicht verschwendetes Potenzial sei? Und deutete nicht die häufige Verwendung von Lidschatten & Co. vielleicht sogar darauf hin, dass Frauen sich eigentlich nicht mögen?

Um der Sache zumindest für ihre Person auf den Grund zu gehen, startete Annie Garau einen Selbstversuch: Ein ganzes Jahr, von Januar bis Dezember 2014, verzichtete sie auf jegliche Schminke – vom Abdeckstift bis zum Highlighter. "Es geht mir eigentlich nicht darum, das Make-up loszuwerden, sondern darum, das Gefühl loszuwerden, dass ich mich verändern muss, um mich gut zu fühlen", erklärte Garau damals.

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Kaum eine Frau will auf Kosmetik verzichten

Sie gibt durchaus zu, dass sie zumindest anfangs oft nahe dran war, das Experiment abzubrechen. Auf Partys fühlte sie sich unattraktiv und hatte das Gefühl, dass sich weniger Männer mit ihr unterhielten als normalerweise. Sie war neuen Bekanntschaften gegenüber weniger aufgeschlossen und vermied es, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Doch nach einiger Zeit, so beschreibt sie es im Internet, "war ich zwar mit meinem Äußeren nicht wirklich glücklicher, aber ich dachte nicht mehr so viel darüber nach". Zudem habe sie "es maßlos überschätzt, wie viele Gedanken sich andere Leute über mein Aussehen machen".

So weit wie die junge amerikanische Studentin testet sich kaum eine Frau aus. Für die meisten ist nicht nur ein gepflegtes, sondern auch ein gestyltes Äußeres wichtig. Nach einer Forsa-Umfrage für das Magazin Emotion denkt jede fünfte Frau beim Blick in den Spiegel: "Gut, dass mich keiner ungeschminkt sieht."

Naturkosmetik ist im Aufwind

Trotzdem: Es hat sich etwas verändert. Auf Pflegeprodukte und dekorative Kosmetik mag zwar kaum eine Frau freiwillig verzichten. Aber es gibt immer mehr, die ihre Produkte ganz bewusst auswählen. Ein Indiz dafür ist, dass der Markt für Naturkosmetik seit einigen Jahren überproportional wächst.

Der nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zu beobachtende Trend zu einem bewussten und verantwortungsvollen Lebensstil beschränkt sich dem­nach nicht nur auf Lebensmittel, sondern weitet sich auf die Körper- und Gesichtspflege aus.

Auch beim Kauf von Creme oder Deo, Shampoo oder Bodylotion, Rouge oder Lippenstift legen Verbraucherinnen demnach Wert auf Faktoren wie Authentizität, Transparenz, soziale Verantwortung, ökologische Herkunft, fairen Handel und Umweltverträglichkeit. Und dafür sind sie auch bereit, mehr Geld auszugeben.

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Naturkosmetik – ohne bedenkliche Inhaltsstoffe

Mit dazu beigetragen haben nicht nur der Wunsch nach mehr Natürlichkeit, sondern auch die gesundheitlichen Auswirkungen, die so manche Inhaltsstoffe in konventioneller Kosmetik haben. Und die ganz legal zugesetzt werden, obwohl bekannt ist, dass sie problematisch sind oder zumindest sein könnten. Stichworte: Aluminium, bedenkliche Duftstoffe, Konservierungsmittel wie Formaldehyd oder halogenorganische Verbindungen, Parabene, Paraffine, PEG/PEG-Derivate, Silikone, Triclosan, chemische UV-Filter (klicken Sie auf die einzelnen Links, um mehr zu erfahren).

Zwar gibt es immer mal wieder Einschränkungen, in welcher Konzentration ein Stoff beigemischt werden darf – solchen Verordnungen der EU-Kommission gehen aber in der Regel jahrelange Prüfungen voraus. Und bis die Verordnung dann in nationales Recht umgesetzt ist, kann ebenfalls noch mal Zeit vergehen.

So lange will und muss sich aber keine Frau möglichen gesundheitlichen Gefahren durch Kosmetika aussetzen. Der eigene Körper sollte es ihr wert sein, genauer hinzuschauen, die Inhaltsstoffliste zu studieren und bestimmte Produkte dann eben einfach im Regal stehen zu lassen. Unbedenkliche Alternativen gibt es bei den Naturkosmetik-Marken genug.

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