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Mode im Wandel der Zeit: Mode- & Schminktipps von 1950 bis heute

Autor: Redaktion | Kategorie: Kosmetik und Mode | 21.08.2020

Geschichte der Mode
Foto: DisobeyArt/Shutterstock

Jede Epoche hat ihren Stil. In 60 Jahren Modedesign wurden viele neue Looks hervorgebracht, aber auch Altes wurde häufig neu entdeckt. Von den 1950ern bis heute zeigen wir Ihnen Mode im Wandel der Zeit - die schönsten und skurrilsten Fashionstücke, die im jeweiligen Jahrzehnt up to date waren.

Die eleganten 50er

Die Frauen betonen ihre Weiblichkeit, Hosen sind in den 50er-Jahren keine Option.
Die Frauen betonen ihre Weiblichkeit, Hosen sind in den 50er-Jahren keine Option. (Foto: Imago/United Archives)

Schicke Petticoats, weite Röcke und Twinsets: Sie sind voller Gegensätze und geprägt vom kurz zuvor erst beendeten Weltkrieg, den alle möglichst schnell vergessen wollen. Frauen zeigen ihre Kurven und betonen ihre weibliche Seite. Sie tragen schwingende Röcke, Petticoats oder ganz enge Bleistiftröcke. Bei jungen Frauen sind Zellwollkleider aus Viskose sehr beliebt: Das Oberteil ist ärmellos, der Rock weit und gestützt. Hosen ziehen die meisten Frauen in diesen Aufbruchsjahren so gut wie gar nicht mehr an.

Modische Vorbilder sind Marilyn Monroe und Brigitte Bardot. Christian Dior entwirft den New Look, zu dem wadenlange Röcke und enge Blusen gehören. Hüfte und Busen werden sehr betont. Wer nicht von Mutter Natur mit einer engen Taille gesegnet ist, trägt ein Mieder. Hüte sind auch wieder angesagt, farblich abgestimmt auf die Handtasche und Schuhe.

Weit schwingende Röcke kann fast jede Frau tragen, bei den eng anliegenden Röcken und Kleidern muss oft ein Mieder die richtige Figur formen.
Weit schwingende Röcke kann fast jede Frau tragen, bei den eng anliegenden Röcken und Kleidern muss oft ein Mieder die richtige Figur formen. (Foto: Imago/United Archives)

Zu Festlichkeiten ziehen Frauen kurze, elegante Cocktailkleider an. Im Alltag dagegen überwiegt der Zweiteiler, Bluse und Rock oder Rock und ein passendes Twinset aus Pulli und Strickjacke. Neue Stoffe wie Kunstseide kommen auf. Dieser glänzende, knitterfreie, auf Maschinen billig herzustellende Stoff bringt viel Farbe und Glamour in die Mode.

Im Gesicht betonen die Frauen zu dieser Zeit ihre Lippen mit starkem Rot. Der Teint ist eher hell, der Lidstrich kräftig, gerne mit flüssigem Eyeliner, der Lidschatten eher dezent hell in Naturtönen. Die Wimpern werden stark getuscht und manchmal auch durch künstlich aufgeklebte Wimpern zusätzlich betont. Oft schminken die Frauen ihre Augen im Katzenlook. Dazu ziehen sie den Lidstrich über die äußere Ecke des oberen Lids hinaus und malen ihn extra breit. Die unteren Wimpern werden dagegen kaum getuscht.

Die schrillen 60er

Hauptsache auffallend: Die Kleider und Röcke werden deutlich kürzer, knallige Farben und übergroße Blumen dominieren. Trägerröcke und -kleider, Schlaghosen und Papierkleider, aber auch der Nude-Look sind die Trends.
Hauptsache auffallend: Die Kleider und Röcke werden deutlich kürzer, knallige Farben und übergroße Blumen dominieren. Trägerröcke und -kleider, Schlaghosen und Papierkleider, aber auch der Nude-Look sind die Trends. (Foto: Imago/United Archives)

Bunt, frech, schockierend: Der jugendliche, freche Stil überwiegt in den 60ern. Das bekannteste Model ist Twiggy, ein sehr dürres Mädchen mit einem knabenhaften Aussehen. Wenig Busen und ein fast androgyner Look prägen anfangs diese Zeit, in der Trägerröcke, Hosenanzüge und andere eher maskuline Kleidungsstücke groß in Mode sind.

Mitte der 60er-Jahre verändert sich das. Ab 1965 wird es bunter, schriller und leicht provozierend. Schlaghosen und weite Hosen mit Seitenschlitzen tauchen auf, Kleidungsstücke in knalligen Farben werden modern. Das Motto Sex, Drugs and Rock'n'Roll gewinnt an Bedeutung, das die Rolling Stones vorleben. Die großen Stars aus Hollywood haben ebenfalls großen Einfluss darauf, was junge Leute anziehen. Trägerkleider sind in, große, auffallende Hüte und: Latexröcke. Es gefällt, was auffällt. Die 60er sind allerdings ein Auf und Ab, schrill und dezent zugleich. Sehr viel weniger auffallend, dafür sehr aufreizend ist der Nude-Look, den Yves Saint Laurent in den 60ern mit seinen transparenten Stoffen präsentierte. 1966 schockierte seine "See-through-Bluse" das prüde Amerika.

In der DDR präsentieren die Parteifunktionäre im Frühling die "Jugendmode 68 - kess und farbenfroh". Dazu gehört eine Kollektion Freizeit- und Festbekleidung. Dazu passend gibt es Schmuck, Mützen und Schuhe. Die Entwürfe orientieren sich stark an westlichen Trends. Die Jugendmode kommt sehr gut an und ist kurzerhand ausverkauft. Die Redaktion der Jungen Welt startet deshalb eine Werbeaktion für Mädchenkleider aus Vliestextilien. Das Vliesette-Kleid bekommt schnell einen Spitznamen: Papierkleid. Es kann fünf Mal gewaschen werden, war farbenfroh und für 11,50 Mark günstig. Ein Modeschlager für nur eine Saison, mit dem die Hersteller auch schnell mal etwas Neues ausprobieren können. Wegwerfkleider sind auch in den USA ein Renner, wo sich zwischen 1966 und 1968 eine von der Pop-Art inspirierte Mode entwickelt. Mit Papierkleidern experimentieren auch die Künstler Andy Warhol und Modedesigner wie etwa Paco Rabanne. Papierkleider sind jedoch wie das Material ein kurzlebiger Trend, der schnell wieder vorbei ist.

Zur Kosmetik gehören lange Wimpern und dick aufgetragene Tusche, gerne ergänzt durch eine Lage falscher Wimpern. Pastelltöne in Lila, Rosa oder Apricot glänzen auf den Lidern bis hoch zu den Augenbrauen. Ein knallroter Diva-Mund betont die Lippen. Der Nude-Look, der übrigens heute wieder modern ist, benutzt Farben, die den Hauttönen ähneln. Töne in Beige, Braun und Bronze sowie perlenmatte Farben dominieren.

Die blumigen 70er

Die meisten erinnern sich mit einem gewissen Schaudern an die Mode der 70er-Jahre, die weder in Ost- noch in Westdeutschland wirklich schick war.
Die meisten erinnern sich mit einem gewissen Schaudern an die Mode der 70er-Jahre, die weder in Ost- noch in Westdeutschland wirklich schick war. (Foto: Shutterstock/iofoto)

Flowerpower und lässige Kaftans: Sie sind flippig, bunt und sehr auffällig. Alles, was unkonventionell aussieht, kommt an. Anzüge, Hemden und zugeknöpfte schicke Blusen sind out, große bunte Blumen und andere auffallende Muster in. Selbst geschneiderte Mode ist beliebt, denn damit können Frauen ihren individuellen Geschmack und ihre Kreativität ausleben.

Modern sind die bodenlange Maxilänge ebenso wie halblange Midiröcke oder -kleider. Weite Schlaghosen, die am Becken und an der Hüfte eng geschnitten sind, liegen ebenfalls voll im Trend. Dazu tragen Männer wie Frauen enge Kurzpullover, gehäkelte Westen oder Pullunder. Strickmode, meistens selbst gemachte, ist sogar am Strand immer häufiger zu sehen. Neben lang und weit gibt es aber auch kurz und knapp: Zum Minirock, der im Sommer immer wieder auftaucht, gesellen sich ultrakurze, bedruckte Hotpants.

Flowerpower ist das Zauberwort dieser Zeit. Elegant und damenhaft auszusehen ist nicht mehr angesagt, lässige Mode dafür in. Dazu gehören farbige Harems- und Kosakenhosen, verspielte Glockenröcke oder sportliche Hemdblusenkleider zu Plateauschuhen. Auffallende Blümchenmuster und große, geometrische Figuren sind angesagt.

Sehr aktuell tauchen Muster des Künstlers Friedrich Hundertwasser auf Shirts auf. Gewickelte Oberkleider und Fledermaus- oder Trompetenärmel entsprechen dem Stil der Zeit. Dauerbrenner wird in dieser Zeit auch der Jeansstoff, als Hose, Jacke, Hemd oder Hemdbluse. Nach der Mondlandung 1969 sind auch die Stoffe etwas vom Weltraum geprägt; sie glitzern silbern und golden. Zu den häufigsten Accessoires gehören klobiger Schmuck, große Holzketten, dicke Ringe und schwere Armreifen.

Mitte der 70er kommen chinesische Elemente dazu, Kimonos, Blusen mit asiatischen Stickereien, Kaftankleider und Overalls. Jetzt hat die schwedische Popgruppe Abba ihre große Zeit und prägte die Mode mit Knickerbocker zu langen Absatzstiefeln, wallenden Leinenkleidern, großen Brillen und Glitzerkostümen. Sie kündigen die Discowelle an. Ähnlich farbenfroh wie die Klamotten ist die Kosmetik. Blau, Rosa, Silber und Gold leuchten auf den Augen. Es darf auch im Gesicht so richtig funkeln! Lidschatten wird üppig bis zu den Brauen aufgetragen, die Wimpern stark betont und gleich mehrmals getuscht. Glitzer und Lipgloss kommen groß in Mode.

Die poppigen 80er

Das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks? Zumindest Kim Wilde (links) und Nena (mit blauer Strumpfhose) haben sich danach modisch verbessert. Was aber nicht allzu schwer war.
Das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks? Zumindest Kim Wilde (links) und Nena (mit blauer Strumpfhose) haben sich danach modisch verbessert. Was aber nicht allzu schwer war. (Foto: imago/Unimedia Images; imago/United Archives)

Netz- oder Polohemden, Rüschenbluse, Karottenhosen, Schulterpolster und Cowboystiefel - das sind typische Kleidungsstücke der überladenen 80er, je nachdem welcher Subkultur man sich zugehörig fühlt: Es gibt Popper, Punker, Heavy Metals, Mods mit jeweils eigenem Dresscode, Frisur und Gefährt. Sportliche Kurzjacken, Blousons aus leichter Fliegerseide, Bomberjacken und verrückte Outfits vom Discostar Madonna sind beim Massenpublikum beliebt.

Es bleibt ein Jahrzehnt der Widersprüche und Extreme. Frauen tragen knappe Bustiers, trichterförmige BHs und Korsagen oder brave Faltenröcke, Polohemden und Stirnbänder im Haar. Ein bisschen wild und verrückt geht es zu: krause Dauerwelle, viele Ketten, schrille Plastikohrringe, Spitzenhandschuhe und breite Schultern, Neonfarben und Nietengürtel. Der Aerobic-Trend aus den USA hinterlässt seine Spuren in Form von Stulpen, Sweatshirts, weiten Oberteilen, dazu Leggings, weiße Tennissocken und Turnschuhe. Nicht alles sieht wirklich gut aus, weshalb die 80er auch als Jahrzehnt des schlechten Geschmacks bezeichnet werden.

Nicht kleckern, sondern klotzen lautet die Devise bei Lidschatten und Make-up: Angesagt sind Neonfarben in Blau, Grün, Gelb oder Pink - und davon viel. Alles wird betont, die mit starken Rot- und Pinktönen geschminkten Lippen werden gerne noch mit einer Schicht Lipgloss lackiert.

Die spacigen 90er

Es darf jetzt auch mal einfach nur bequem sein: Selbst das deutsche Model Claudia Schiffer ist nicht davor gefeit, Freizeitlook und Sportswear präsentieren zu müssen. Ob sie den fliederfarbenen Dress auch privat getragen hat, darf bezweifelt werden.
Es darf jetzt auch mal einfach nur bequem sein: Selbst das deutsche Model Claudia Schiffer ist nicht davor gefeit, Freizeitlook und Sportswear präsentieren zu müssen. Ob sie den fliederfarbenen Dress auch privat getragen hat, darf bezweifelt werden. (Foto: imago/UPI Photo; imago/teutopress)

Dessouskleider und Girlie-Look: Galaktischer Weltraum-Look, lange Röcke mit hohem Schlitz, Latzhosen, Kunstleder: Generation X trifft auf Generation Golf. Was in den 80er-Jahren begann, wird jetzt weiterentwickelt. Die Technomusik beeinflusst, was die jungen Leute anziehen: Die spacigen Beats bringen auch entsprechende Outfits hervor - Blumen aus Kunstfasern, neonfarbene Nylons und der Girlie-Look stehen im Fokus dieses Jahrzehnts.

Das Selbstbewusstsein der "Girls-just-want-to-have-fun"-Mädels drückt sich in kurzen Röcken, pastellfarbenen Capri-Hosen, knappen Tops oder fliederfarbenen Kleidern mit passenden Strickjacken aus. Auch andere Musikrichtungen wie Hip-Hop, Grunge oder Metal haben Einfluss auf die Modewelt. Die Baggy-Pants sind unverkennbares Zeichen vieler Hip-Hopper. Die ausgebeulten Hosen hängen den jungen Leuten bis zu den Kniekehlen. Der Grunge orientiert sich an Kate Moss oder Kurt Cobain, die blass und ausgemergelt aussehen, Dessouskleider oder Karohemden und Secondhandklamotten tragen. Metal-Vertreter dagegen stehen auf Piercings, Tattoos, zerfetzte Jeans und Lederjacken. Auch Pump- und Haremshosen sowie Leopardenmuster sind zeitweise sehr beliebt.

Designer wie Calvin Klein oder Thomas Hilfiger entwerfen allerdings nach den opulenten 80ern eher schlichte, minimalistische Kollektionen, schnörkellose Kleider und einfarbige Röcke und Hosen. Die 90er sind auch eine Epoche der Basics. Geradlinige Schnitte, die zu vielem passen, kommen auf. Sportswear nimmt Einzug in die Modewelt. Gedeckte Farben, Schwarz und Weiß dominieren. Zum Ende des Jahrzehnts nimmt sich die Mode mehr und mehr zurück, der Stil wird minimalistischer.

Auch das Make-up wird wieder etwas dezenter. Der Grunge trägt verschmierte Schminke, dunkles Rouge betont die hohlen Wangen. Grundsätzlich überwiegen wieder natürliche Farben. Bi-Colour-Frisuren lösen die Dauerwelle ab: Dabei ist das Deckhaar anders gefärbt als die darunterliegenden Haare.

Die grünen 00er-Jahre

Von wegen nur am Strand! Flipflops sind jetzt sogar auf dem Laufsteg zu sehen. Die Hosen rutschen von der Taille auf die Hüfte, was nicht jedem unbedingt steht.
Von wegen nur am Strand! Flipflops sind jetzt sogar auf dem Laufsteg zu sehen. Die Hosen rutschen von der Taille auf die Hüfte, was nicht jedem unbedingt steht. (Foto: imago/Cityfiles; imago/Future Image)

Flipflops, Uggs und Chinos: Quietschbunte T-Shirts, viel zu enge Hosen und an den Füßen bunte Turnschuhe: Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts geht es möglichst individuell, bunt und exzessiv zu. Wirklich viel Neues gibt es allerdings nicht. Angesagt sind etwa eine Tunika kombiniert mit einer extraengen Röhre, dazu eine XL-Tasche sowie eine übergroße Sonnenbrille plus ein Paar Ballerinas. Die Tunika und die Oversize-Sonnenbrille gab es bereits in den 70ern, die Röhre in den 50ern und 60ern, ebenso die Ballerinas. Doch auf die geschickte Kombination kommt es an. Leggings wie in den 80ern sind wieder in Mode und Schuhe mit Keilabsatz. Selbst Boleros wie in den 50ern tauchen kurz auf, sind aber bis 2009 wieder aus der Mode verschwunden.

Die Hosen hängen in diesen Nuller-Jahren immer tiefer. Die Hüfthose Chino wird ein Renner. Passend zum Sport- und Wellnesstrend gibt es bequeme Casual-Klamotten. Relativ neu sind die Gladiatorsandalen, die mit ihren Riemchen an die Vorbilder aus der Antike angelehnt sind. Immerhin: Crocs gibt es erst seit Beginn des 21. Jahrhunderts. Anfangs werden sie als neuer Segelschuh gehandelt, viele schmunzeln wegen der vielen Löcher in dem Kunststoffklumpen, der über dem Spann sehr ausladend gestaltet ist. Besonders schön sehen die Latschen wahrlich nicht aus, sind aber enorm praktisch, weil abwaschbar und im Winter mit warmem Felleinsatz kuschelig. Vorbild für den Namen ist das Krokodil, das sich sicher im Wasser und an Land bewegen kann. Flipflops sind der Hit im Sommer, Uggs die warmen Lammfelltreter für die kalten Tage. Anatomisch betrachtet sind beide eine Katastrophe für die Füße, aber das tut dem Modetrend keinen Abbruch.

Gegen Ende dieses ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert kommt die Nachhaltigkeitsdebatte ins Rollen und befeuert den Recyclingstil und die Wiederverwertung von Kleidung. Ökologisch angebaute Fasern werden beliebter, die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie rücken zunehmend in den Fokus. Verbraucherschutzorganisationen und Modeverlage engagieren sich gegen die Ausbeutung in den Textilfabriken in Entwicklungsländern. Zeitschriften wenden sich vom Magertrend ab. Die Zeitschrift Brigitte startet Ende 2010 die Initiative "Ohne Models".

Die Konsumzurückhaltung zeigt sich auch im Gesicht. Dick auftragen ist passé. Jetzt heißt es, sorgfältig betonen und dem natürlichen Typ etwas nachhelfen.

Die fairen 2010er

Lässiger Lagenlook: Die Models auf den Catwalks sind wieder so dürr, dass sie selbst mit mehreren Schichten Kleidung nicht dick aussehen. Welche Modetrends dieses Jahrzehnt noch bringt, bleibt abzuwarten.
Lässiger Lagenlook: Die Models auf den Catwalks sind wieder so dürr, dass sie selbst mit mehreren Schichten Kleidung nicht dick aussehen. Welche Modetrends dieses Jahrzehnt noch bringt, bleibt abzuwarten. (Foto: imago/Future Image)

Kaum zu glauben: Modesünden aus den 80ern sind wieder trendy. Oversize-T-Shirts, Neonfarben, Leggings und Schulterpolster kehren, zum Teil leicht verändert, zurück. Statt der klassischen Leggings ziehen Frauen heutzutage Treggings an, das stammt aus dem Englischen und leitet sich ab von Trousers (Hosen) und Leggings. In Jeansoptik nennen sie sich Jeggings. Allen gemeinsam ist der elastische Stoff aus einer äußerst dehnbaren Kunstfaser mit unterschiedlichen, meist glänzenden Stoffgemischen. Auch Pump- und Haremshosen, bekannt durch den Rapper MC Hammer in den 90ern, tauchen wieder vermehrt auf.

Lässiger Lagenlook ist auf der Berliner Fashion Week 2013 zu sehen, viel Schwarz, Weiß und Grau sowie Brauntöne und softe Pastells. Dicke Muffs und kuschelige Webpelzkragen geben auch sportlichen Kleidungsstücken eine weiche Note. Hingucker sind Ledertops mit asymmetrisch eingesetzten Querstreifen. Öko-Mode wird mondäner und erobert die Laufstege in internationalen Modemetropolen. Die Ethical Fashion Show und der Green-Show-Room bündeln seit 2009 als fester Bestandteil der Fashion-Week die grünen Modemarken in Berlin. Diese zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Anbieter alle ein besonderes, nachhaltiges Leitbild verfolgen und ethisch faire Mode produzieren.

Das Make-up ist so vielseitig wie die Mode. Es gibt nicht den Must-have-Look. Orangetöne auf den Lippen und pastellige Bonbonfarben auf den Lidern sind ebenso angesagt wie zurückhaltendes Make-up in Nude-Tönen. Hollywood beeinflusst wieder einmal den Geschmack: Nach dem Psychothriller "Black Swan", der 2010 in den Kinos lief, kommen Smokey Eyes groß in Mode. Die oberen Augenlider werden bei diesem Schminkstil mit rauchigen Tönen wie Anthrazit, Taube und auch Mauve, Grau und Silber bis zum Brauenansatz bestrichen. Schwarzer Eyeliner verstärkt die Linie am oberen Wimpernkranz. Das wirkt dann etwas dramatischer. Der 2012 gefeierte, in Schwarz-Weiß gedrehte Stummfilm "The Artist" lässt die 20er mit kräftig geschminkten Lippen, ebenfalls dunklem Augen-Make-up und akkurat gezupften Augenbrauen aufleben.

Mode im Wandel der Zeit: Ein Ausblick auf die 2020er

Keine Frage: Die steigende Nachfrage nach Nachhaltigkeit und Zeitlosigkeit wird sich auch auf die Mode- und Kosmetik-Branche auswirken. Ob veganes Wildleder, Holzfasern in der Hose oder Hanf im Hemd - neue Materialien werden auch die Looks und Schnitte unserer Kleidung verändern. Dabei zeichnen sich schon jetzt einige Trends ab: Loungewear wird etabliert, breite Schultern und ausufernde Ärmel sorgen für Durchzug in heißen Sommern, und gedeckte Farben und Pastelltöne bestimmen die ersten zwei Jahre des Jahrzehnts.

Neues Accessoire, auf das niemand verzichten kann: die Gesichtsmaske in ausgefallenen Farben und Formen wird zum Must-have auf den virtuellen Catwalks.

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