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Mineralöl in Nivea-Creme: Beliebte Hautpflege im Test "mangelhaft"

Autor: Lena Wenzel/Dimitrij Rudenko | Kategorie: Kosmetik und Mode | 08.10.2021

Mineralöl in Nivea-Creme: Beliebte Hautpflege im Test "mangelhaft"
Foto: ÖKO-TEST

"Vertrauen Sie der blauen Dose für die ganze Familie": Mit diesen Worten wirbt Beiersdorf im Internet für seine Nivea Creme. Im Test rät ÖKO-TEST allerdings von dem Produkt ab. Der Grund: Bedenkliche Inhaltsstoffe, die aus unserer Sicht weder auf die Haut von Kindern noch von Erwachsenen gehören. 

Dunkleblaue, runde Dose. Weißer Schriftzug. Die Nivea-Creme ist wohl eine der bekanntesten Hautpflegeprodukte in Deutschland. Umso ärgerlicher ist es, dass sie zu den fünf Hautcremes im Test gehört, die in unserem Test durchfallen. Die Nivea-Creme schneidet "mangelhaft" ab.

Doch was sind die Gründe dafür? Wir kritisieren vor allem, dass das Produkt aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) enthält. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Substanzen, unter denen sich einige befinden können, die Krebs erregen oder das Erdgut schädigen können. 

Nivea-Creme im Test mit Mineralöl verunreinigt 

Stellt sich die Frage, wie solche Stoffe in eine Hautcreme gelangen. Die Nivea-Creme ist erdölbasiert, sie beinhaltet Paraffine. Diese sind gleich an zweiter Stelle auf der Liste der Inhaltsstoffe unter der Bezeichnung Paraffinum liquidum deklariert. 

Das Problem: Paraffinhaltige Kosmetika können mit MOAH verunreinigt sein. Und das ist bei der überprüften Nivea-Creme der Fall. MOAH sind Überbleibsel aus dem Erdöl, aus dem die Paraffine ursprünglich hergestellt wurden. Insgesamt fünf Produkte im Test enthalten Paraffine und sind mit MOAH verunreinigt. 

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Es geht auch ohne erdölbasierte Paraffine 

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung geht nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand kein Risiko davon aus, wenn MOAH über die Haut aufgenommen wird. Wir finden jedoch: Es sind noch nicht alle Frage hinreichend geklärt – und es geht schließlich auch ohne Paraffine.

Warum verzichten Hersteller also nicht einfach aufgrund von vorbeugendem Verbraucherschutz darauf? In unserem Hautcreme-Test befinden sich auch einige Produkte, die auf zeitgemäßere Alternativen setzen – wie Glycerin und beispielsweise Sonnenblumenöl. Das ist ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff. 

Sogenannte Allzweckcremes werden häufig von der gesamten Familie genutzt, auch die Kleinsten werden damit eingeschmiert.
Sogenannte Allzweckcremes werden häufig von der gesamten Familie genutzt, auch die Kleinsten werden damit eingeschmiert. (Foto: Africa Studio/Shutterstock)

Duftstoffe in Nivea-Creme können Allergien auslösen 

Übrigens: Schon Paraffine allein sehen wir kritisch und werten sie ab: Die künstlichen Stoffe integrieren sich nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut wie Bestandteile natürlicher Öle.

Neben MOAH kritisieren wir zudem zwei Duftstoffe, die in der Nivea-Creme stecken: Hydroxycitronellal und Cinnamylalkohol. Beide können Allergien auslösen. Zum Vergleich: Auch in einer anderen Marke im Test bemängeln wir Hydroxycitronellal. 

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Weil wir MOAH, Paraffine, Hydroxycitronellal und Cinnamylalkohol in der Nivea-Creme beanstanden, ziehen wir vier Noten ab. Damit lautet das Gesamturteil "mangelhaft". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie auf der Infoseite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Es gibt tadellose Hautcremes, die für die ganze Familie geeignet sind – 13 sind "sehr gut", darunter sowohl günstige als auch teurere Produkte. Auffällig: Vor allem bekannte Marken sind mit Mineralöl belastet. Mehr dazu lesen Sie hier: Hautcremes im Test

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