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Dove-Haarkur im Test: Beliebte Marke fällt mit "ungenügend" durch

Autor: Hannah Pompalla/Johanna Michl | Kategorie: Kosmetik und Mode | 06.07.2022

Die Haarkur von Dove enthält eine Vielzahl an problematischen Inhaltsstoffen und fällt deshalb durch unseren Test.
Foto: ÖKO-TEST

"Macht das Haar nach und nach sichtbar stärker, schöner und gesünder": Mit diesen Worten wird die Dove-Haarkur auf der Produktseite des Herstellers beworben. Wir können die Kur jedoch nicht für die Haarpflege empfehlen.

Haarkuren und -masken sollen die Haare pflegen und vor Schäden schützen. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie problematische Inhaltsstoffe enthalten. Das trifft auf die Dove Intensiv Reparatur Regenerierende Haarkur in unserem Test zu.

Sie fällt mit der schlechtesten Note "ungenügend" durch und gehört damit zu den insgesamt fünf Testverlierern. Doch was sind das für bedenkliche Substanzen, auf die wir gestoßen sind?

Bedenklicher Konservierer in Dove-Haarkur

Beginnen wir mit dem Konservierungsmittel Chlormethylisothiazolinon (CIT). Diese Substanz hat das von uns beauftragte Labor in der Dove-Haarkur sowie in zwei anderen überprüften Produkten nachgewiesen.

Das Problem: CIT kann die Haut und die Augen reizen und besitzt ein besonders hohes allergenes Potenzial. In der EU darf es deshalb nur noch in Kosmetikprodukten angewendet werden, die von der Haut gespült werden.

In Haarkuren ist diese Substanz somit zwar erlaubt. Wir finden aber, dass die Hersteller im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes lieber darauf verzichten und auf einen anderen Konservierer setzen sollten. 

Wenig hautfreundliche Stoffe entdeckt

Wenig hautfreundlich sind auch PEG-Verbindungen. Sie stecken in der Haarkur von Dove sowie in acht anderen Produkten im Test. Diese Stoffe dienen als Emulgatoren, um Fett und Wasser miteinander zu vermischen. Der unschöne Nebeneffekt: Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Dove-Haarkur im Test enthält Silikone

Minuspunkte bekommt die getestete Dove-Haarkur außerdem für Silikone. Denn diese flüssigen Kunststoffe glätten das Haar nur oberflächig, indem sie das Haar mit einem dünnen Film ummanteln. Auf Dauer können sie aber die Haare beschweren und verhindern, dass echte Pflegestoffe ins Haarinnere gelangen.

Darüber hinaus stellen Silikone eine Umweltbelastung dar, weil die meisten von ihnen nur schwer abbaubar sind und so die Böden sowie Gewässer belasten. Silikone bemängeln wir auch in elf anderen Haarkuren und Haarmasken im Test.

Die Haarkur von Dove enthält aber nicht nur Silikone: In ihr stecken zusätzlich noch weitere lösliche Plastikverbindungen. Diese stellen aus denselben Gründen ein Umweltproblem dar. Zum Vergleich: Diese Kritik betrifft mehrere Produkte im Test. 

Haarkuren kommen regelmäßig zum Einsatz und sollten deshalb frei von bedenklichen Inhaltsstoffen sein.
Haarkuren kommen regelmäßig zum Einsatz und sollten deshalb frei von bedenklichen Inhaltsstoffen sein. (Foto: Alliance Images/Shutterstock)

Dove-Produkt ist nicht umweltfreundlich verpackt

Darüber hinaus ist auch die Verpackung der Dove-Haarkur nicht gerade ökologisch: Der Plastiktiegel wurde ohne die Verwendung von Recyclingmaterial (Rezyklat) hergestellt. Wir finden es jedoch wichtig, dass Rezyklate einen Teil von Kunststoffverpackungen ausmachen, weil sich dadurch Plastikmüll reduzieren lässt.

Fehlende oder nicht nachgewiesene Rezyklatanteile bemängeln wir im Test mehrfach. Manche Hersteller schweigen sich zu diesem Thema gänzlich aus.

Wirkung der Dove-Haarkur nicht belegt

Kritik gibt es zudem für ein vollmundiges Werbeversprechen, das auf der Verpackung des Dove-Produktes steht. Dieses lautet: "Macht die Haare bis zu 10x widerstandsfähiger gegen Haarschäden. * im Vergleich zu einem Shampoo ohne Pflegestoffe". 

Wir haben den Anbieter Unilver nach einer aussagekräftigen Studie gebeten, die diese Wirkweise belegt. Doch er hat uns keine Studie vorgelegt. Das werten wir ab. Zum Vergleich: Fehlende oder aus unserer Sicht nicht ausreichende Studien kritisieren wir im Test insgesamt viermal. 

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So setzt sich die Gesamtnote zusammen

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Ein Teilergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.

Da die Dove-Haarkur den Konservierungsstoff Chlormethylisothiazolinon (CIT) und PEG-Verbindungen enthält, ziehen wir drei Noten ab. Somit ist das Teilergebnis Inhaltsstoffe "ausreichend".

Für Silikone und weitere flüssige Kunststoffe sowie die fehlende Wirksamkeitsstudie und den nicht vorhandenen Rezyklatanteil gibt es vier Minuspunkte. Daher ist das Teilergebnis Weitere Mängel "mangelhaft". Aus beiden Teilergebnissen ergibt sich die Gesamtnote "ungenügend". Mehr Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier im Artikel zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: 28 von 42 Haarkuren und Haarmasken im Test sind empfehlenswert. Neun Produkte fallen jedoch durch den Test. Kritik gibt es vor allem für bedenkliche Duftstoffe, möglicherweise allergieauslösende Substanzen und Silikone. Mehr dazu erfahren Sie hier: Haarmasken und Haarkuren im Test: Diese Stoffe reichern sich im Körper an.

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