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Wenn Babys zahnen: Das hilft gegen Zahnungsschmerzen

Kategorie: Kinder und Familie | 12.04.2019

Wenn Babys zahnen: Das hilft gegen Zahnungsschmerzen
(Foto: Fotolia)

Wann bei Babys die ersten Zähne durchbrechen, ist völlig unterschiedlich. Was bei den meisten Babys gleich ist: Zahnen tut ganz schön weh. Mit diesen Hausmitteln und Medikamenten können Sie Zahnungsschmerzen lindern.

Wann die ersten Kauwerkzeuge durch das Zahnfleisch blitzen, ist sehr unterschiedlich. Manche Kinder kommen schon mit ein paar Zähnen auf die Welt, doch bei den meisten sind die ersten Beißerchen erst im Alter von sechs bis acht Monaten oder später zu sehen.

Zahnen beim Baby ist oft ganz schön schmerzhaft

Späteres Zahnen ist aber kein Grund zur Sorge oder gar ein Hinweis auf Entwicklungsstörungen. So lange die Zähnchen noch im Zahnfleisch des Babys ruhen, sind sie gut geschützt. Keime können ihnen nichts anhaben. Doch wenn der erste Zahn herauskommt - in der Regel brechen die unteren Schneidezähne zuerst durch - wird es schnell kritisch: Der Zahnschmelz ist nämlich noch nicht ganz ausgehärtet und deshalb anfangs sehr anfällig.

Bei den wenigsten Kindern geht das Zahnen völlig problemlos über die Bühne. Zahnende Babys sind oft quengelig, schlafen schlecht oder bekommen Fieber, kurz bevor der Zahn durchbricht. Verschiedene Hausmittel versprechen dann Linderung.

Diese Hausmittel helfen Babys bei Zahnungsschmerzen

  • Veilchenwurzeln aus der Apotheke oder Drogerie etwa sind eine natürliche und unbedenkliche Beißhilfe. Sie haben durch ihren Gehalt an ätherischen Ölen einen angenehmen Geruch und Geschmack, der sich aber mit der Zeit verliert. Bei Veilchenwurzeln besteht die Gefahr, dass sich Bakterien festsetzen. Deshalb sollte man sie regelmäßig kurz in kochendes Wasser halten.
  • Kamille- oder Salbeilösungen haben eine leicht desinfizierende Wirkung. Einige Tropfen in lauwarmes, abgekochtes Wasser geben und mit einem Wattestäbchen auf die geröteten Stellen im Mund auftragen.
  • Hilfreich sind auch gekühlte Beißringe. Kühlbeißringe jedoch niemals in den Tiefkühler legen, da sie sonst zu kalt werden.

Homöopathische Mittel bei Zahnungsbeschwerden

Für Zahnungsbeschwerden gibt es zuckerfreie Osanit-Kügelchen und Escatitona Zahnungstropfen. Doch Vorsicht: In den Escatitona Zahnungstropfen stecken 21 Volumenprozent Alkohol - das ist für Babys zu viel. Auch die Viburcol N Zäpfchen, ausgelobt für Unruhezustände, werden oft eingesetzt, wenn das Kind zahnt. Alle Mittel enthalten unter anderem Kamillenauszüge in verdünnter Form. Zur Wirksamkeit dieser Produkte können wir nichts sagen, da ÖKO-TEST homöopathische Arzneimittel nicht bewertet. Medikamente gegen Zahnungsschmerzen sollte man nur im Ausnahmefall und keinesfalls vorbeugend geben. Sie enthalten teilweise bedenkliche Inhaltsstoffe.

Hilft die Bernsteinkette bei Schmerzen beim Zahnen?

Viele Eltern und Hebammen schwören auch auf Bernsteinketten, denen Heilwirkungen beim Zahnen zugeschrieben werden. Bernstein ist ein gelblicher Schmuckstein aus fossilem Harz. Durch die Körperwärme sollen ätherische Öle freigesetzt werden, die dem Baby beim Zahnen helfen sollen. 

Es gibt jedoch keine einzige wissenschaftliche Studie, die die Wirkung von Bernsteinketten belegt.

Bernsteinketten können lebensgefährlich sein

Richtig gefährlich ist, dass Kinder mit den Ketten hängen bleiben und sich strangulieren können. Reißt die Kette, besteht die Gefahr, dass einzelne Perlen oder Steinchen verschluckt werden. Viele Eltern glauben, dass die Kette dem Baby hilft, wenn es auf der Bernsteinkette herumkaut. Dem ist aber nicht so. Babys sollten die Kette auf gar keinen Fall in den Mund nehmen: Wenn Babys die kleinen Perlen in den Mund bekommen, besteht Erstickungsgefahr

Wenn Sie Ihrem Baby nichtsdestotrotz eine Bernsteinkette geben möchte, dann achten Sie unbedingt darauf, dass es diese nur trägt, wenn Sie es gut im Blick haben. Nachts sollten Sie die Kette auf jeden Fall abnehmen.

Das hilft Babys beim Zahnen

Wenn die Zähnchen durchbrechen, brauchen Babys viel Nähe und Geborgenheit. Auch wenn es anstrengend ist: Tragen Sie Ihr Baby jetzt möglichst viel. Tragen, Wiegen und Schaukeln beruhigen das Baby bei Unruhe und Schmerzen. Wenn Sie gerne singen: Auch das hilft, das Baby (und sich selbst) zu beruhigen.

Wenn Ihr Baby älter als sechs Monate ist, können Sie ihm auch hartes Brot oder ungezuckerten Zwieback zum Kauen geben. Lassen Sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt beim Kauen alleine, es könnte sich verschlucken.

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