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Versteckter Zucker in Lebensmitteln: Das sind die Tricks der Hersteller

Ratgeber Kinder und Familie 2019 | Autor: Katja Tölle | Kategorie: Kinder und Familie | 24.09.2019

Versteckter Zucker in Lebensmitteln: Das sind die Tricks der Hersteller
(Foto: Pixabay/Humusak ; Pixabay/anaterate )

Kinder lieben Süßes – und seit Zucker in Verruf geraten ist, versucht die Industrie die Süße der Lebensmittel zu verstecken. Wir erklären fünf gängige Tricks der Hersteller.

Nur, weil das Wort "Zucker" nicht in der Deklaration eines Produkts steht, heißt es nicht, dass wirklich kein Zucker drin ist. Das sind die Tricks der Hersteller: 

Trick 1: Die Zutatenliste

Viele Zuckerarten landen unten. Oft verrät nur der Blick auf die Nährwertdeklaration, dass Zucker die Hauptzutat ist. Müsste da folgerichtig nicht auch Zucker auf Platz 1 der Zutatenliste stehen? Jein. Es ist zwar richtig, dass die Zutaten mengenmäßig sortiert in absteigender Reihenfolge deklariert werden müssen. Allerdings verwenden viele Hersteller nicht einfach „Zucker“. Sie süßen zwar, was das Zeug hält – aber mit Glukose-Fruktose-Sirup, Invertzuckersirup, Dextrose und Süßmolkenpulver. Und so landet „Zucker“ nicht auf Platz 1, sondern beispielsweise auf Platz 3, 5, 9 und 10 der Zutatenliste.

Trick 2: „Natürliche Süße“ ist nicht immer gesund 

„Natürliche Süße“ klingt gesund, verkauft sich also gut. Deswegen werben Hersteller oft damit. Allerdings handelt es sich in vielen Fällen nicht um die natürliche Süße aus Milch, Gemüse oder Obst, sondern um hoch konzentrierte, getrocknete, teils mehrfach verarbeitete Pulver, die nur noch einen einzigen Zweck haben: zu süßen. „Frucht¬süße“ ist so ein Beispiel – klingt gesund, ist aber nichts anderes als ein Gemisch aus Fruktose und Glukose, das ernährungsphysiologisch dem Haushaltszucker weitgehend gleichzusetzen ist. Denn auch der ist chemisch gesehen ein Disaccharid – ein Zweifachzucker, der aus den Monosacchariden Glukose und Fruktose besteht. „Konzentrate“ sind ein weiteres Beispiel. Hier spielen die Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, die frisches Obst neben dem Zucker liefert, keine Rolle mehr. Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält, Fruchtzucker sei dem herkömmlichen vorzuziehen: „Bestimmte Zuckerarten sind nicht gesünder oder besser als andere“, bestätigt auch Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Trick 3: Dahinter verbirgt sich Zucker  

Maltodex... was? Sobald Zucker auf der Zutatenliste steht, erkennt der Verbraucher das. Steht Sirup darauf, ist die Sache auch noch klar. So einfach ist es aber oft nicht. Viele Hersteller setzen Süße ein, die sich hinter Begriffen wie Maltodextrin, Oligofruktose oder Dextrose verbirgt. Wer also auf Zucker verzichten will, muss jede Menge Vokabeln lernen.

Trick 4: „Weniger süß“ als Werbetrick  

„Weniger Fett“ und „weniger süß“ ist auch so ein Werbetrick. Fett und Zucker sind Geschmacksträger. Wenn also von dem einen weniger drin ist, muss von dem anderen mehr rein, um Geschmackseinbußen wettzumachen. Deswegen heißt „weniger Fett“ oft „mehr Zucker“. Und „weniger süß“ heißt noch lange nicht „wenig süß“. Lebens¬mittelrechtlich bedeutet diese Bezeichnung nichts anderes als „30 Prozent weniger süß“ als ein Vergleichslebensmittel. „Weniger süß“ kann also trotzdem heißen, dass das Produkt zu mehr als der Hälfte aus Zucker besteht.

Trick 5: Gehalte kleiner rechnen 

Portionsgrößen. Oder: Weniger ist nichts. Die Gehalte an Fett, Zucker oder Salz kann man ganz einfach kleinrechnen. Denn die Referenzmenge für einen durchschnitttlichen Erwachsenen bezieht sich auf eine Portion des Lebensmittels – und je kleiner ein Hersteller diese bemisst, desto geringer wirkt der Anteil des Lebensmittels an der täglichen Gesamtmenge an Zucker. Eine halbe Pizza ist ein beliebtes Beispiel, um Fett- und Salzgehalte mal schnell optisch zu halbieren. Noch dreister ist es, die „Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen“ auf einem Lebensmittel für Kinder abzudrucken – auch das ist ein gängiger Trick. Für Zucker ist die von der EU festgelegte Referenzmenge ohnehin hoch: Sie beträgt 90 Gramm. Das sind in Würfelzucker umgerechnet etwa 30 Stück.

Dieser Beitrag ist im Ratgeber Kinder und Familie 2019 erschienen. Hier können Sie diesen als e-Paper erwerben.

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