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Unbedingt natürlich und schadstofffrei: Pflege für Schwangere

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Kinder und Familie | 04.11.2018

Unbedingt natürlich und schadstofffrei: Pflege für Schwangere
(Foto: Foto: CC0 Public Domain / Pexels - rawpixel.com)

Schwanger sein macht glücklich und schön. Die Haut strahlt, die Haare glänzen. Wichtig ist jetzt, dass Sie die richtigen Produkte verwenden und Schadstoffe unbedingt vermeiden. Tipps rund um die natürliche Pflege in der Schwangerschaft.

Dicker, voller, glänzender: Haare profitieren vom erhöhten Östrogenspiegel in der Schwangerschaft. Denn das Hormon verlängert ihren Lebenszyklus. Jedes einzelne Haar bleibt so länger auf dem Kopf. Insgesamt gibt es folglich mehr Haare. Mit der richtigen Pflege bringen Sie ihr Haupt dann auch zum Glänzen.

Haare in der Schwangerschaft: Tipps fürs Färben und Pflegen

Das ist jetzt wichtig: Ein mildes Shampoo ohne schädliche Konservierungsmittel oder allergisierende Duftstoffe reinigt sanft, eine Spülung entwirrt das Haar. Einmal die Woche darf es eine Haarkur sein. Am besten Produkte ohne Mikroplastik oder synthetische Polymere wählen, das schont auch die Umwelt. Die besten Haarkuren finden Sie in unserem Test: Haarkuren im Test: knapp die Hälfte mit problematischem Plastik, Duftstoffen & Co. belastet

Das ist jetzt wichtig: Aufs Färben mit chemischen Haarfarben verzichten Schwangere lieber. In den vergangenen Jahren hat sich hinsichtlich der gesetzlichen Regulierung von Haarfarben viel getan. Doch chemische Haarfarben können immer noch Substanzen enthalten, die im Verdacht stehen, das Erbgut zu schädigen. Das Risiko, dass Haarefärben dem Baby schadet, mag niedrig sein, aber warum gerade in dieser besonderen Zeit umstrittene Substanzen an den Körper lassen? Chemische Tönungen enthalten ähnliche Stoffe wie dauerhaft haltbare Haarfarben.

Empfehlenswert in der Schwangerschaft: Hautpflege und bequeme BHs

Die Brüste wachsen in der Schwangerschaft. Je nachdem kann eine Brust bis zu 400 Gramm zulegen. Viele freut das, wer aber ohnehin schon mit üppiger Oberweite gesegnet ist, dem kann der Zuwachs auch zur Last werden.

Das ist jetzt wichtig: Ein bequemer BH, der gut passt und die Brüste optimal stützt, entlastet in der Schwangerschaft. Wer mag, kann auch schon einen Still-BH wählen. Die dauerhaft richtige Größe des Still-BHs findet sich aber erst nach der Geburt, nach dem Milcheinschuss, wenn das Stillen sich eingependelt hat. Welche Modelle schadstoffarm und alltagstauglich sind, klärt unser aktueller Test: Test Still BHs.

Auch die Brustwarzen wachsen bei Schwangeren. Sanfte Bürstenmassagen sorgen für eine gute Durchblutung der Haut, Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser lösen Spannungsgefühle. Die Haut freut sich über Creme oder Öl. Sparen Sie die Brustwarzen dabei aber besser aus. Apropos: Ja, man kann die Brustwarzen zusammendrücken, um den künftigen Kieferdruck des Babys beim Stillen zu simulieren. Die Stillfähigkeit beeinflusst diese Übung aber kaum. Manche Ärzte raten davon sogar ab, weil sie fürchten, das Bearbeiten der Brustwarzen könne Wehen auslösen.

Natürliche Pflege für den Babybauch: Massagen mit der Bürste und Cremes

Hier muss die Haut sich ordentlich dehnen. Oft spannt und juckt es, gerade am Ende der Schwangerschaft. Das hilft: Sanft mit einer Bürste massieren, kühl abduschen. Nach dem Baden oder Duschen gut eincremen, das mindert die Spannungsgefühle, gerne darf es auch eine sehr reichhaltige Creme sein. Die eigene Murmel zu streicheln – das stellt auch einen ersten Kontakt zum Baby im Bauch her.

Das ist jetzt wichtig: Spezielle Pflegeprodukte für Schwangere versprechen Schwangerschaftsstreifen zu verhindern oder zumindest abzumildern. Die Mami-Öle und Bauchcremes können allerdings keine Wunder bewirken. Ob ihr Bindegewebe hält und ob farbige Streifen zurückbleiben, hängt vor allem an Ihren Genen. Die wissenschaftliche Literatur macht wenig Hoffnung, den Streifen mit Cremes oder Ölen beizukommen: „Die Anwendung von Hautpflegemitteln an den betroffenen Stellen wie dem Bauch kann die Bildung von Schwangerschaftsstreifen nicht verhindern oder ihre Schwere mildern“, lautet das Fazit britischer Wissenschaftler, die wissenschaftliche Literatur nach erfolgreichen Therapien durchforstet haben.

Trotzdem: regelmäßiges Eincremen und Massieren tut gut, Zupfmassagen fördern die Durchblutung und halten Haut und Gewebe fit. Ach hier gilt: Sanft bleiben. Wem frühzeitige Wehen Probleme bereiten, verständigt sich mit seinem Arzt oder seiner Ärztin über Massagen.

Ob Sie mit einer Creme oder mit Öl pflegen, das ist Geschmackssache. Öle sind schön für Massagen. Sie brauchen aber länger zum Einziehen. Am besten auf leicht feuchter Haut anwenden, dann entsteht eine feine, pflegende Emulsion. Cremes und Lotionen enthalten bereits Wasser, sie kommen auf die trockene Haut. Ob Öl oder Creme – wichtig ist, dass die Produkte frei von bedenklichen Substanzen sind. Schwangerschaftspflege gibt es von vielen Marken in zertifizierter Naturkosmetikqualität. Label wie Natrue oder das BDIH-Zeichen schließen von vornherein viele problematische Inhaltsstoffe aus.

Schwere Beine in der Schwangerschaft

Die Beine tragen in der Schwangerschaft jede Menge Gewicht durchs Leben. Die Beinvenen transportieren rund anderthalb Liter mehr Blut als sonst – gegen die Schwerkraft. Legen Sie schwere müden Beine, deshalb, wann immer es geht, hoch. Massagen, Fußgymnastik, Wechselduschen – all das entlastet. Spezielle Venensalben, etwa mit Rosskastanie, kühlen besonders angenehm. Das ist aber auch schon alles. Wissenschaftlich ist ihre Wirkung gegen Venenbeschwerden aus unserer Sicht nicht belegt. Professor Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie an der Goethe-Universität Frankfurt hat als Gutachter für ÖKO-TEST Venenmittel zum Einreiben im August 2016 beurteilt. Über die geprüften Präparate sagt er: „Für alle lokal-oberflächlich anzuwendenden Zubereitungen liegen bis heute keine Daten aus zeitgemäßen klinischen Studien vor, die die Wirksamkeit für die beanspruchten Indikationen belegen.“

Das ist jetzt wichtig: Wer den kühlenden Effekt der Spezialsalben trotzdem schätzt, wählt ein Produkt, das zumindest keine schädlichen Inhaltsstoffe enthält. Kompressionsstrümpfe helfen, die Venen zu unterstützen. Die gibt es übrigens auch in Schwarz. Die Krankenkasse zahlt zwei Paar – allerdings übernimmt die Kasse meist nur die Kosten für Standardmodelle, wer es etwas feiner und schicker haben möchte, muss in der Regel zuzahlen.

In der Schwangerschaft machen die Hormone die Venenwände weicher, sie können sich ausdehnen. Zum einen zeigen sich bei manchen Frauen dadurch kleine erweiterte Äderchen, sogenannte Besenreiser, zum anderen können aber auch Krampfadern entstehen. Die kleinen Besenreiser sehen nicht schön aus, sind aber gesundheitlich unbedenklich. Wen sie stören, kann sie nach der Schwangerschaft veröden lassen. Krampfadern bilden sich zum Teil nach der Schwangerschaft von alleine wieder zurück. Wenn nicht: Auf jeden Fall von einem Arzt anschauen lassen. Er kann entscheiden, ob eine Therapie notwendig ist.

Geschwollene Füße in der Schwangerschaft

Gegen Geschwollene Füße helfen Fußbäder, denn sie entlasten Empfehlenswert sind Produkte mit Meersalz, die die Haut weich machen. Kühle Wickel bringen Entspannung. Auch Fußgymnastik lindert geschwollene Füße: Die Fußgelenke kreisen lassen, Zehen anziehen, wieder entspannen oder versuchen, mit den Zehen ein Handtuch, Korken oder Steine vom Boden aufzuheben. Zum Cremen ein gutes Fußbalsam wählen. Hornhaut entsteht vor allem an Stellen, die viel Druck abbekommen. In der Schwangerschaft steigt das Gewicht und der Druck, mit dem die Füße zurecht kommen müssen. Zudem kann sich der Gang verändern, dadurch beanspruchen Schwangere beim Gehen andere Stellen an ihren Füßen.

Das ist jetzt wichtig: Verhornten Stellen ist mit einem Bimsstein oder einer Hornhautfeile beizukommen. Wenden Sie sie am besten auf trockener Haut an. Und laufen Sie möglichst barfuß. Baby im Bauch, High Heels an den Füßen – das geht. Die Sache wird in der Schwangerschaft aber wackeliger, weil Hormone Bänder und Sehnen lockern.

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