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Studie: Bällebäder für Kinder sind Brutstätten für Bakterien

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Kinder und Familie | 27.04.2019

Studie: Bällebäder für Kinder sind Brutstätten für Bakterien
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

US-Forscher haben Bällebäder in Kinderkliniken untersucht. Sie fanden darin mehr als erhofft.

Bällebäder für Kinder, wie man sie aus Möbelhäusern kennt, sind offenbar gesundheitlich problematisch. Sie können potentielle Brutstätte für Keime und Bakterien sein. Zu diesem Ergebnis, das die Vorahnung vieler Eltern bestätigen dürfte, kommen zumindest US-Forscher in einer neuen Untersuchung.

Kein Wunder, treffen darin doch schwitzende Kinder auf Plastik, von denen beide nicht gerade für Keimfreiheit bekannt sind. Neben Staub und Schmutz finden sich häufig Spuren von Essensresten, Speichel oder sogar Fäkalien und Urin in den bunten Pools.

"Beträchtliche mikrobielle Besiedlung" im Bällebad

Die Forscher der University of North Georgia untersuchten für ihre im American Journal of Infection Control veröffentlichte Pilotstudie sechs Ballbäder auf einen möglichen Bakterienbefall. Ihr Befund: Die Kugelgruben seien eine gastfreundlichen Umgebung für Mikroorganismen. Von ihnen gehe tatsächlich eine erhöhte Ansteckungsgefahr aus. Die Forscher stellten "eine beträchtliche mikrobielle Besiedlung" in den sechs untersuchten Bällebädern fest. Sie machten darin sowohl krankheitserregende Bakterien als auch krankheitserregende Hefe dingfest.

Der wichtigste Grund, warum die bunten Bäder zu Keimhorten ausarten: mangelnde Hygiene. Es gebe, so die Forscher, offensichtlich keine Standards, die die fachgerechte Reinigung der Spielstätten vorschreibe. So komme es vor, dass sie tage- oder sogar wochenlang nicht gereinigt würden. Hier sei Nachholbedarf geboten, so die Wissenschaftler.

Gründliche und regelmäßige Reinigung ist wichtig

Ein kleiner Trost: Zum einen stammt die Studie aus den USA. Und zum anderen haben die Forscher nur Bällebäder in Kinderkliniken untersucht, die dort im Rahmen der Bewegungstherapie zum Einsatz kamen. Ob sich die Ergebnisse auf Kugelgruben oder Möbelhäuser hierzulande übertragen lassen, ist also fraglich. Wenn sie gründlich und regelmäßig gereinigt werden, sollte von ihnen keine höhere Ansteckungsgefahr ausgehen als von anderen Spielplätzen und -geräten auch.

Wer ganz sicher gehen will, kann sich übrigens auch an professionelle Bällebadreiniger wenden. Solche Spezialisten desinfizieren Kugelgruben laut Eigenwerbung schon mal "mit einer Maximalleistung von 10.000 Bällen pro Stunde".

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