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Bedenkliche Stoffe entdeckt: Haarpaste von L‘Oréal fällt durch Test

Autor: Hannah Pompalla/Christine Throl | Kategorie: Kinder und Familie | 11.04.2022

Wegen unerfreulicher Inhaltsstoffe fällt das Produkt L‘Oréal Men Expert Invisi Control Neat Look Forming-Paste, 5 im Test durch.
Foto: ÖKO-TEST

Die Haarpaste von L‘Oréal Men Expert wurde für "natürliche, gepflegte Styles" entwickelt – so steht es auf der Website des Herstellers. Für das tägliche Styling würden wir das Produkt nach unserem Test aber nicht empfehlen. Der Grund: Inhaltsstoffe, die aus unserer Sicht nicht auf Haut und Haar gehören.

Wir haben 51 Haarwachse, Haargele & Co. ins Labor geschickt und auf Schadstoffe überprüfen lassen. Das Ergebnis: 20 Haarstyling-Produkte fallen im Test durch. In ihnen stecken Substanzen, die weder gut für den Körper noch für die Umwelt sind.

Zu den Testverlierern zählt auch das Produkt L‘Oréal Men Expert Invisi Control Neat Look Forming-Paste, 5. Die Haarpaste schneidet, wie 18 weitere Produkte, lediglich mit der Note "ungenügend" ab. Doch was sind das für Inhaltsstoffe, die zu diesem schlechten Gesamturteil geführt haben?

L’Oréal-Haarpaste im Test ist mit Mineralöl belastet

In der überprüften Haarpaste von L’Oréal stecken Paraffine. Wir kritisieren sie, weil sie sich in inneren Organen ansammeln können, wenn sie in den Körper gelangen. Außerdem können sie mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sein. 

Und genau das ist im Haarstyling-Produkt von L’Oréal der Fall. Das Problem: Unter den MOAH können sich krebserregende Stoffe befinden.

Haarstyling-Produkte sind in vielen Badezimmern zu finden. Deshalb sollten sie frei von bedenklichen Stoffen sein.
Haarstyling-Produkte sind in vielen Badezimmern zu finden. Deshalb sollten sie frei von bedenklichen Stoffen sein. (Foto: Maridav/Shutterstock)

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung geht zwar nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand kein Risiko davon aus, wenn MOAH über die Haut aufgenommen werden.

Wir finden aber, dass noch nicht alle Fragen hinreichend geklärt sind. Die Hersteller sollten daher im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes auf Paraffine verzichten. Paraffine und MOAH bemängeln wir im Test mehrfach.

Zu den Stoffen, die wir bemängeln, zählen auch PEG-Verbindungen. Diese sind in der Haarpaste von L’Oréal enthalten sowie in 28 weiteren Produkten im Test. Sie können die Haut durchlässliger für Fremdstoffe machen. Daher haben sie aus unserer Sicht nichts in einem Kosmetikprodukt zu suchen.

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Haarstyling-Produkt von L’Oréal enthält Silikone

Außerdem sind Silikone im untersuchten L’Oréal-Produkt enthalten. Wir kritisieren sie, weil sich Silikone um das Haar legen und sich auf Dauer darauf ablagern. 

Zudem stellen Silikone ein Umweltproblem dar: Durch das Haarewaschen können sie ins Abwasser und dadurch in unsere Gewässer gelangen. Über den Klärschlamm landet der flüssige Kunststoff auch in unseren Böden. In der Umwelt bauen sich Silikone teils nur schwer wieder ab. Das gilt auch für andere synthetische Polymere, die ebenfalls Teil der Rezeptur des L’Oréal-Produktes sind und zu weiteren Minuspunkten führen.

Zum Vergleich: Lösliche Kunststoffverbindungen befinden sich in den meisten Haarstyling-Produkten im Test. Auch enthaltene Silikone bemängeln wir mehrfach. 

L’Oréal macht keine Angaben zu recyceltem Plastik

Punktabzüge gibt es auch für die Tatsache, dass der Anbieter L’Oréal keine Angaben zum Rezyklatanteil in der Kunststoffverpackung gemacht hat. Rezyklate sind recycelte Kunststoffe. Unserer Meinung nach sollten sie Bestandteil einer Kunststoffverpackung sein, da sich so der Plastikmüll reduzieren lässt.

Allerdings scheint der Großteil der Hersteller im Test eine andere Ansicht zu vertreten. Denn nachgewiesene Rezyklatanteile von mehr als 30 Prozent stecken in gerade einmal drei Haarstylingprodukten.

So setzt sich das Gesamturteil zusammen

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Ein Teilergebnis Weitere Mängel, das "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Da das L’Oréal-Produkt im Test Paraffine, MOAH, PEG-Verbindungen und Silikone enthält, ziehen wir fünf Noten ab. Somit lautet das Teilergebnis Inhaltsstoffe "ungenügend". Für synthetische Polymere und die fehlende Angabe zum Rezyklatanteil gibt es drei Minuspunkte. Deshalb lautet das Teilergebnis Weitere Mängel "ausreichend".

Aus beiden Teilergebnissen ergibt sich das Gesamtergebnis "ungenügend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Nur zehn von 51 Haarstyling-Produkte im Test schneiden mit "sehr gut" ab. 20 Tuben und Tiegel fallen durch. Kritik gibt es für bedenkliche Konservierungsstoffe, Verunreinigungen mit Mineralöl und flüssiges Plastik. Mehr dazu lesen Sie hier: Haarwachs, Haargel & Co. im Test: Eine Ladung Problemstoffe gefällig?

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