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14 Krabbelschuhe im Test

Besser barfuß

Ratgeber Kleinkinder 15:2013 | Kategorie: Kinder und Familie | 20.09.2013

14 Krabbelschuhe im Test

Schuhe sind echte Schadstoffschleudern. Das gilt leider auch schon für die Modelle der Allerkleinsten. Aber kleine Krabbler haben einen großen Vorteil: Meistens geht es auch ohne.

Wenn es an die ersten Schuhe geht, ist bei Eltern, Patentanten, Omas und Opas vor allem eines gefragt: Geduld. Denn so niedlich kleine Turnschuhe und Lederschläppchen sind, gebraucht werden sie nicht. Erst wenn der Nachwuchs schon so standfest ist, dass er auch draußen erste Schritte machen kann, werden Schuhe fällig - dann aber richtige.

Ärzte und Orthopäden werden nicht müde, es zu wiederholen: Für Kinderfüße ist Barfusslaufen das Allerbeste, je mehr Freiheit sie in den ersten Monaten und Jahren haben, desto besser. Die Kinder lernen so, den Fuß richtig abzurollen, die Muskulatur wird dort gestärkt, wo sie gebraucht wird. Aus einem weichen, speckigen Füßchen kann sich so langsam ein richtig strapazierfähiger Fuß entwickeln.

Auch für die Entwicklung der Feinmotorik ist der direkte Kontakt zum Boden immens wichtig. Klar: Auf rutschigen Fliesen oder im Winter geht es nun mal nicht ohne Überzieher. Hier genügen eigentlich Anti-Rutsch-Socken. Doch der Trend geht zum schicken Lederschläppchen mit griffiger Wildledersohle.

Leider ist Leder lange nicht so natürlich und schadstoffarm, wie viele Eltern denken. Denn in der Regel haben die samtweichen und knallbunten Leder eine heftige Behandlung hinter sich. Durch das Gerben mit Chrom etwa kann krebserregendes Chrom VI eingebracht werden. So kommt es immer mal wieder vor, dass die Behörden Krabbelschuhe aus dem Verkehr ziehen müssen, weil der Grenzwert überschritten ist. Jüngst traf es Modelle von Sterntaler und Maximo.

Sind Krabbelschuhe aus pflanzengegerbtem Leder womöglich die bessere Alternative? Wie steht es um die Schadstoffbelastung von Schuhen aus Synthetik und Textil? Und löst sich womöglich Farbe aus den knallbunten Schühchen, sobald Spucke und Schweiß ins Spiel kommt? Wir wollten's wissen und haben 14 Modelle ins Labor geschickt.

Das Testergebnis

In vier von 14 Schuhen wiesen die Labore mehr Chrom VI, Phthalate und Cadmium nach, als der Gesetzgeber erlaubt. Die Krabbelschuhe von Playshoes und Sterntaler überschreiten den gesetzlichen Grenzwert für krebserregendes Chrom VI. Der Inch Blue Apple und der Converse First Star enthalten mehr Phthalate, als der Gesetzgeber in Kinder- und Babyprodukten zulässt. Und dann kommt noch die Verpackung der Playshoes Marienkäfer-Schuhe dazu, die zuviel Cadmium enthält. Einziger Lichtblick: das Modell Alana Ecopell Blüte orange/terra, erhältlich bei Dm, bei dem nur eines stört: Es färbt recht stark ab.

Die meisten Lederschläppchen im Test wurden mit Chrom gegerbt. In der Regel kommen hier Chrom-III-Salze zum Einsatz. Diese können Chrom VI als Verunreinigung enthalten - es ist aber auch möglich, dass die krebserregende Substanz erst während der Verarbeitung entsteht. Der Gesetzgeber versteht hier keinen Spaß. Chrom VI ist in Lederprodukten verboten. Dennoch enthalten sechs von zehn Lederschläppchen im Test Gehalte, die wir abwerten. Bei Pololo und Dm (Alana) wird beim Gerben von vornherein auf Chrom verzichtet, die Hersteller arbeiten mit p


Kinderschuhe, Krabbelschuhe: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Playshoes Marienkäfer, rosa
  • Playshoes

Maximo Baby-Krabbelschuh für Jungen, sand
  • Bruno Barthel

H&M Babyschuhe, grau
  • H&M

Converse First Star, rot
  • Converse

Inch Blue  Apple (navy / polka dot, blau rosa)
  • Inch Blue

Sterntaler Beginner Leder-Krabbelschuh, fuchsia
  • Sterntaler

Formreich Babyschuh, marine
  • Formreich

Alana Ecopell Blüte orange/terra
  • Dm

Babies R Us, hellgrün
  • Toys"R"Us

Robeez 3D Dog, Vanille/Braun
  • Robeez

Pololo Ente, enzian orange
  • Pololo

Adidas Performance Adizero Crib, gelb/silber/schwarz
  • Adidas

Okay Baby-Schuhe Traktor, blau
  • KiK

Aapie Maja, gelb
  • Aapie

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Ratgeber Kleinkinder 15:2013 Seite 84
Ratgeber Kleinkinder 15:2013 Seite 85

6 Seiten
Seite 80 - 85 im Ratgeber Kleinkinder 15:2013
vom 20.09.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Krabbelschuhe mit extraweichen Sohlen gibt's nicht nur in Babyfachgeschäften und Onlineshops, sondern auch in Drogeriemärkten, bei H&M und KiK. Dort haben wir eingekauft - zehn Lederschläppchen und vier Modelle aus Kunstleder oder Textil.

Die Inhaltsstoffe

Um aus Tierhäuten robustes Leder herzustellen, muss gegerbt und konserviert werden. Ein altbekanntes Problem bei der Gerbung mit Chrom ist die Belastung mit krebserregendem Chrom VI. Auch Formaldehyd kann über die Gerbung in die Leder gelangen. Zur Konservierung werden häufig hautreizende Chlorkresole oder Isothiazolinone, die nicht selten Allergien auslösen, eingesetzt. Bei lederfreien Babyschuhen sind die Probleme etwas anders gelagert: In den Sohlen und im Kunstleder können sich beispielsweise Weichmacher und Stabilisatoren wie zinnorganische Verbindungen verbergen. Ob Leder oder sonstige Materialien: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die bei der Verbrennung organischen Materials entstehen, sind in allen Materialien ein Problem. Meist sind die Babyschläppchen auch knallbunt eingefärbt, eine mögliche Quelle für problematische Farbstoffe wie Azofarben, allergisierende Dispersionsfarben und halogenorganische Verbindungen.

Die Materialeigenschaften

Babys sind gelenkig und nehmen alles in den Mund, was sie erreichen können. Und sie haben gerne mal Schweißfüßchen. Wir ließen prüfen, wie speichel- und schweißecht die bunten Schuhe sind.

Die Weiteren Mängel

Manche Krabbelschuhe stecken in einer schicken, festen Kunststofftasche. Wir ließen prüfen, ob diese aus PVC oder PVC-ähnlichem Kunststoff besteht. War das Ergebnis positiv, ließen wir untersuchen, ob hier Cadmium als Stabilisator zum Einsatz kommt - ein giftiges Schwermetall, das seit 2012 in einer Vielzahl von Kunststoffprodukten verboten ist.

Die Bewertung

Damit das Lederschläppchen den Kindern nicht unter den Füßen wegschimmelt, muss es ordentlich gegerbt und konserviert werden. Das geht nicht ganz ohne Chemie - der große Nachteil am Naturprodukt Leder. Synthetische Materialien und Textilien sind hier deutlich im Vorteil. Wir verlangen von Leder, was es bei umwelt- und gesundheitsbewusster Behandlung realistischerweise auch erreichen kann. Wenn es um problematische Färbemittel geht, etwa Anilin, sind wir aber bei allen eingesetzten Materialien gleich streng.

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ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
Ratgeber Kleinkinder 15:2013
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Erschienen am 20.09.2013

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