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EU verbietet Titandioxid als Farbstoff in Lebensmitteln

Autor: dpa, Redaktion (lw) | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 19.01.2022

EU verbietet Titandioxid als Farbstoff in Lebensmitteln
Foto: Shutterstock/artfotoxyz

Der weiße Farbstoff Titandioxid ist weit verbreitet. Er wird nicht nur zum Färben von Lebensmitteln eingesetzt, sondern auch in Kosmetika. Dabei steht das Pigment schon länger in der Kritik, weil es möglicherweise das Erbgut schädigt. Für den Einsatz in Nahrungsmitteln ist nun Schluss.

Kaugummis, Süßigkeiten und andere Lebensmittel müssen in Zukunft ohne den weit verbreiteten weißen Farbstoff Titandioxid auskommen. Die EU-Kommission hat am Freitag ein Verbot für den Zusatzstoff in Lebensmitteln wegen möglicher Krebsrisiken erlassen. Es tritt den Angaben zufolge in sechs Monaten in Kraft.

"Mit dem heutigen Verbot entfernen wir einen Lebensmittelzusatzstoff, der nicht mehr als sicher gilt", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Titandioxid in Lippenkosmetik bleibt erlaubt

Der als E171 bekannte Stoff kommt auch in Backwaren, Suppen und Salatsoßen vor. Die EU-Kommission hatte ihren Vorschlag im vergangenen Frühjahr auf Grundlage einer überarbeiteten Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vorgelegt. Die EFSA hatte rund 200 Studien gesichtet und E 171 daraufhin als "nicht mehr sicher" beurteilt: Laut der Behörde kann eine erbgutschädigende Wirkung nicht mehr ausgeschlossen werden, wenn Titandioxid verschluckt wird. Die EU-Staaten hatten dem Verbot bereits zugestimmt.

Titandioxid (TiO2) wird nicht nur zum Färben von Lebensmitteln eingesetzt, sondern auch in Wandfarben, als Farbstoff in Kosmetika (dort als CI 77891 deklariert) und als UV-Filter in Sonnencremes. ÖKO-TEST hat den Einsatz des umstrittenen Pigments vor kurzem in unserem Lipgloss-Test sowie in unserem aktuellen Test Lippenpflegestifte mit Sonnenschutz kritisiert. Unser Argument: Da immer auch ein Teil der aufgetragenen Lippenkosmetik verschluckt wird, sollten Pflege- und Lippenstifte keine Substanzen enthalten, die auch für Lebensmittel als bedenklich gelten.

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