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Pestizide

19.02.2018

Pestizide

Bundesamt für Naturschutz will Glyphosat stoppen

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19.02.2018 | Das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt, glyphosathaltige Spritzgifte in Deutschland nicht mehr zu verwenden. Dazu müssten alle "rechtlichen Möglichkeiten für eine schnelle Beendigung und bis dahin maximale Verwendungsbeschränkung" für glyphosathaltige und ähnlichartige Totalherbizide ausgeschöpft oder geschaffen werden, schreibt das BfN in seinem aktuellen Positionspapier zum Herbizideinsatz. Es argumentiert dabei weniger mit den möglichen gesundheitlichen Folgen von Glyphosat, als vielmehr mit dem Verlust an Biodiversität. Explizit nennt das Bundesamt die indirekten Auswirkungen des Pflanzenvernichters auf wildlebende Tierarten in Agrarlandschaften. Es beschreibt eine ganze Kette von negativen Auswirkungen: Das Nahrungsangebot für Pflanzenfresser gehe zurück, ebenso sinke die Zahl an Blütenpflanzen für Insekten, wie etwa Bienen. Der Nitrathaushalt im Boden gerate ins Ungleichgewicht mit direkten Auswirkungen auf die Regenwurmpopulation. Alle drei Faktoren - weniger Kleinsäuger, Insekten und Würmer - hätten Einfluss auf Vögel. Diese "indirekten Effekte treten zwar nicht nur bei der Anwendung von Glyphosat, sondern auch bei anderen Pflanzenschutzmitteln auf", schreibt das BfN, als "der mengenmäßig mit Abstand am meisten eingesetzte Wirkstoff" habe Glyphosat aber den größten Anteil an den beschriebenen Effekten. Das Totalherbizid wird in Deutschland auf knapp 40 Prozent aller Äcker eingesetzt. Gentechnisch verändertes, glyphosatresistentes Saatgut ist in Deutschland hingegen nicht zugelassen.