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Wie viele Amseln, Meisen und Rotkehlchen sind noch da?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 04.01.2019

Wie viele Amseln, Meisen und Rotkehlchen sind noch da?
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Oldiefan)

Vom 4. bis 6. Januar 2019 findet Deutschlands traditionelle Wintervogel-Zählung statt. Die „Stunde der Wintervögel“ gilt als bundesweit größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Jede Meldung ist wichtig.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen vom 4. bis 6. Januar 2019 zur traditionellen Wintervogel-Zählung auf. Jeder kann mitmachen und dabei eine Stunde lang beobachten und dokumentieren, welche und wie viele Vögel vom Fenster aus, im Garten oder im Park zu sehen sind. Nach dem Jahrhundertsommer des vergangenen Jahres dürfte die „Stunde der Wintervögel“ besonders spannend werden.

Ziel der Aktion ist es nicht, alle Vögel in unseren Städten und Dörfern zu erfassen, sondern Veränderungen des Vogelbestands frühzeitig zu erkennen. Die „Stunde der Wintervögel“ gilt als bundesweit größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum neunten Mal statt. Somit gibt es ausreichend Datenmaterial, um die Bestandsentwicklung einzelner Vogelarten zu erkennen.

Amsel und Grünfink machen Naturschützern Sorgen

„Mit besonderer Spannung erwarten wir die Ergebnisse für die Amsel, auf die die Usutu-Epidemie des vergangenen Sommers eine große Auswirkung haben könnte“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „2018 trat die für Amseln tödliche Viruserkrankung erstmals fast deutschlandweit auf und hat vor allem in Norddeutschland zu einem regelrechten Massensterben geführt.“ Ein milder Winter könnte allerdings auch dafür sorgen, dass viele Amseln im Land bleiben und nicht wegziehen. Die gemeldeten Zahlen könnten dann höher als erwartet ausfallen, so Miller.

Die Amsel ist nicht der einzige Vogel, der Naturschützern Sorgen macht. „Die Art, die bei der Wintervogelzählung über die Jahre am stärksten abgenommen hat, ist der Grünfink“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „2018 konnten nur noch etwa 45 Prozent des Bestandes von 2013 festgestellt werden. Hauptgrund ist das Grünfinkensterben, das durch den Parasiten Trichomonas gallinae ausgelöst wird, der besonders an sommerlichen Vogelfutterstellen von Vogel zu Vogel übertragen wird. Hier erwarten wir leider, dass sich der Negativtrend fortsetzt.“

Mitmachen ist ganz einfach!

Je mehr Menschen mitmachen, desto wertvoller sind die Ergebnisse. Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit – egal ob alleine, mit der Familie oder als Gruppe – und zählen Sie die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park. Zu welcher Tageszeit Sie zählen und ob Sie in der Nähe eines Futterhäuschens zählen, spielt keine Rolle. Notieren Sie von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die Sie in Ihrem Beobachtungszeitraum gleichzeitig gesehen haben. So werden Doppelzählungen vermieden.

Ihre Beobachtungen können Sie über das Online-Meldeformular des NABU melden oder in den Teilnahmeflyer eintragen und bis zum 15. Januar 2019 per Post an NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin schicken. Zudem ist für telefonische Meldungen am 5. und 6. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Eine Zählhilfe finden Sie beim NABU.

Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Wer sich noch ein bisschen Wissen über die Wintervögel aneignen möchte, findet unter www.vogeltrainer.de ein kostenloses Info- und Lernprogramm, das bei der Bestimmung der häufigsten Vogelarten hilft.

"Stunde der Wintervögel" gut als Familienaktion geeignet

Durchschnittlich kannten Kinder bereits vor einigen Jahren nur vier der zwölf häufigsten heimischen Vögel. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Negativtrend fortgesetzt hat. Die winterliche Vogelzählung ist eine gute Gelegenheit für eine Familienaktion. So fördern Sie die Allgemeinbildung Ihrer Kinder und das Bewusstsein für den Schutz der Tierwelt.

Vogelzählung 2018

Im vergangenen Jahr machten mehr als 136.000 Menschen bei der großen Vogelzähl-Aktion mit. Häufigster Wintervogel war 2018 der Haussperling, gefolgt von Kohlmeise (Platz 2) und Blaumeise (Platz 3). (Quelle: www.nabu.de)