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Wie gefährlich sind E-Scooter?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 10.05.2019

Wie gefährlich sind E-Scooter?
(Foto: Fotolia / zinkevych)

Ab diesem Sommer sollen E-Scooter auch in Deutschland erlaubt sein. Die Debatte, wo genau die elektronischen Tretroller fahren dürfen, wird derzeit heftig geführt. Die Elektro-Roller sind nämlich nicht ungefährlich.

Ab diesem Sommer könnte es auf den Radwegen – und vielleicht auch auf den Gehwegen – turbulenter zugehen. Wenn es nach Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geht, sind demnächst auch in Deutschland E-Scooter auf den Straßen unterwegs.

Sauberere Luft, weniger Lärm und weniger Staus – Elektro-Roller gelten bereits jetzt als wichtiger Baustein für die Zukunft des städtischen Verkehrs. In Frankreich oder den USA gehören sie schon vielerorts zum Straßenbild. Über die Frage, wo die Roller erlaubt sein sollen, wird derzeit hitzig diskutiert. Sollen sie nur auf Radwegen und Straßen zugelassen werden? Oder vielleicht auch, wenn sie nicht zu schnell sind, auf Gehwegen?

Dürfen E-Roller auf dem Gehweg fahren?

Der Verkehrsausschuss des Bundesrats will "Elektrokleinstfahrzeuge", die nicht schneller als 20 km/h fahren, ab Sommer auch bei uns offiziell zulassen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer macht sich bislang dafür stark, die elektronischen Roller auch auf Gehwegen zu erlauben. Zumindest dann, wenn die Elektrokleinstfahrzeuge nicht schneller als zwölf km/h fahren.

Unzählige Verbände, Politiker und Bürger äußerten postwendend ihre Kritik und warnen vor der steigenden Unfallgefahr auf Gehwegen. Dem scheint sich der Minister jetzt zu beugen, er rudert zurück. Laut FAZ sei er bereit, auf die Länder, die Bedenken hätten, zuzugehen und das Fahren auf Gehwegen mit Schrittgeschwindigkeit aus der geplanten Verordnung zu streichen: "Mir geht es darum, neue Formen der Fortbewegung so zu ermöglichen, dass sie niemanden gefährden."

Derzeit sieht es also so aus, als könnten die E-Roller auf Radwegen, Radstreifen und Straßen erlaubt werden. Der nächste Schritt: Der Bundesrat muss der Verordnung der Bundesregierung noch zustimmen. Voraussichtlich wird er am 17. Mai über die "Verordnung von Elektrokleinstfahrzeugen" abstimmen.

E-Scooter sind gefährlich

In Städten, in den Staus zum Alltag dazu gehören, könnten die E-Roller eine attraktive Alternative zum Auto werden und für saubere Luft sorgen. Die neuen Verkehrsteilnehmer sind aber auch nicht ganz ungefährlich.

Eine aktuelle amerikanische Untersuchung zeigt: Die Zahl der Unfälle mit E-Scootern ist hoch. Bei fast der Hälfte der untersuchten Unfälle kam es zu schweren Kopfverletzungen. Vor allem Menschen, die im Umgang mit den E-Rollern ungeübt sind, sind gefährdet. Ein Drittel der Verletzten war zum ersten Mal mit einem E-Scooter unterwegs. Ein weiteres Drittel gab an, nur wenig Fahrpraxis zu haben. Die Studie zeigt auch, dass weniger als ein Prozent der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls einen Helm trugen. 

Etwas andere Ergebnisse erbrachte eine Langzeitbeobachtung der Stadt Portland aus dem Jahr 2018, ebenfalls in den USA: Die Beobachter stellten zwar 176 Unfälle mit E-Scootern in einem mehrmonatigen Zeitraum fest, merkten aber an, dass E-Scooter potentiell dazu beitragen könnten, Todesfälle und schwere Verletzungen zu verringern – und zwar deshalb, weil sie häufig als Alternative zum Auto verwendet würden, das immer noch gefährlicher sei.

E-Scooter in anderen Ländern 

In Ländern wie Österreich, Frankreich oder den USA gehören die Elektroroller bereits zum Alltag im Stadtbild. Mancherorts rudern die Gesetzgeber aber bereits wieder zurück und setzen dem Scooter-Boom strenge Regeln entgegen.

So möchte Frankreich die Elektro-Roller wieder von den Gehwegen verbannen. Die Situation sei chaotisch und gefährlich, Fußgänger werden geradezu gegen Häuserwände gedrückt, wie die Tageszeitung "Le Parisien" berichtet. Ab September dürfen die E-Flitzer nur noch auf Straßen und Radwegen unterwegs sein. Auch Spanien hat die Regeln verschärft und die Zahl der Lizenzen für Miet-Roller begrenzt.

In Deutschland stehen diverse Verleiher und Start-ups schon in den Startlöchern und warten nur noch auf die endgültige Straßenzulassung.

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