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Weihnachten in der Corona-Pandemie: Das sind die neuen Corona-Regeln für den Dezember

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 25.11.2020

Weihnachten wird dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie wohl für viele anders aussehen.
Foto: Shutterstock / Alina Bitta

Wie werden wir dieses Jahr Weihnachten feiern? Je näher der Dezember rückt, umso mehr beschäftigen uns die Fragen rund um ein Weihnachtsfest in der Corona-Krise. Wir wagen einen Blick voraus: Was wird Weihnachten 2020 erlaubt sein, was ist verboten? Plus: Tipps des Virologen Christian Drosten für ein sicheres Feiern mit der Familie.

    Weihnachten bedeutet Feiern mit der Familie, am besten mit der Großfamilie, Treffen mit Freunden und alten Klassenkameraden und Zusammenkünfte mit den Kollegen und Kolleginnen und in den Vereinen – Weihnachten ist quasi das Synonym für das Zusammenkommen vieler Menschen. Genau das ist in Zeiten der Corona-Pandemie keine gute Idee. Statt von Vorfreude ist die Vorweihnachtszeit dieses Jahr von Ängsten und Fragen geprägt. Je näher der Dezember rückt, umso klarer wird: Weihnachten und die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel werden definitiv anders aussehen als in den Jahren zuvor.

    Viele Menschen beschäftigt die Frage, wie sie dieses Jahr Weihnachten feiern werden. Sind Treffen mit der Familie überhaupt erlaubt? Oder wird ein Treffen mit Oma und Opa nur per Skype möglich sein? Ist das Risiko zu groß, mit dem Zug quer durch die ganze Republik zu reisen? Und wie wird Silvester aussehen?

    Corona-Fahrplan für die kommenden Wochen

    Noch sind es einige Wochen hin bis zum 24. Dezember und noch ist völlig unklar, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Seit heute ist jedoch klar, wie der Corona-Fahrplan für den Rest des Jahres aussieht.

    Die gemeinsame Linie lautet (Quelle: Pressekonferenz mit der Bundeskanzlerin):

    • Verlängerung des Teil-Lockdowns bis 20. Dezember 2020
    • Für betroffene Einrichtungen wird voraussichtlich eine weitere Entschädigung von 17 Milliarden Euro bereitgestellt.
    • Verschärfung der Kontaktbeschränkungen (maximal 5 Personen, Kinder bis 14 Jahren ausgenommen)
    • Übernachtungen für touristische Zwecke bleiben verboten.
    • Öffentlich veranstaltete Feuerwerke sind verboten, private hingegen erlaubt.
    • Neue Hot-Spot-Strategie: Für Gebiete mit einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner soll es zusätzliche Einschränkungen geben.
    • Bei einem Inzidenzwert von deutlich unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen haben die Länder die Möglichkeit, die Beschränkungen zu lockern.
    • Sonderregelung für die Zeit vom 23. Dezember bis 1. Januar mit Lockerung der Kontaktbeschränkungen (Treffen von maximal 10 Personen, Kinder bis 14 Jahren ausgenommen)
    • Beschränkungen im Einzelhandel mit erweiterter Maskenpflicht vor den Läden und auf Parkplätzen.
    • Ob in den Schulen Wechselunterricht stattfindet, soll regional entschieden werden.

    Freiwillige Vorquarantäne vor dem Fest

    Um Weihnachten mit der Familie – Großeltern inklusive – mit einem möglichst geringen Corona-Risiko feiern zu können, empfiehlt der Virologe Christian Drosten eine Art "Vorquarantäne". In einem Interview mit Zeit Online erklärt er die Idee dahinter: "Also dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden."

    Je weniger Treffen in der Zeit vor dem Familienfest liegen, umso geringer sei das Risiko einer Corona-Infektion. "Wenn überhaupt, dann hat man sich vielleicht eher in der Woche zuvor angesteckt und, dass in diesem Fall alle aus der Familie symptomfrei bleiben, ist eher unwahrscheinlich." Drosten weist aber daraufhin, dass dieser Ansatz keine totale Sicherheit bieten kann, ein gewisses Restrisiko bleibe immer.

    Auch die Ministerpräsidenten empfehlen eine mehrtägige Selbstquarantäne. Damit soll die Gefahr einer Corona-Infektion reduziert werden.

    Weihnachten in der Corona-Pandemie wird mit Einschränkungen verbunden sein.
    Weihnachten in der Corona-Pandemie wird mit Einschränkungen verbunden sein. (Foto: Shutterstock / Corona Borealis Studio)

    Sind Antigen-Schnelltests die Lösung für Weihnachten?

    Wenn es zusätzlich zur radikalen Einschränkung aller Kontakte die Möglichkeit gäbe, sich kurz vor dem Weihnachts- oder Silvesterfest per Schnelltest auf Corona testen zu lassen, könnte das für mehr Sicherheit sorgen. Das klingt in der Theorie gut, die Idee wird sich aber in der Praxis nicht umsetzen lassen: Selbsttests für zu Hause sind bislang noch nicht zu haben, die Kapazitäten der Labore reichen nicht aus, um vor Weihnachten Millionen von Menschen zu testen. 

    >> Auch interessant: Wann gibt es Corona-Schnelltests für zu Hause?

    Corona-Regeln für Weihnachten und Silvester

    So wie es derzeit aussieht, werden die allermeisten Weihnachtsmärkte ausfallen. Einige Städte tüfteln an ausgeklügelten Hygienekonzepten und entwickeln kreative Ideen: So ist im bayerischen Landshut ein Christkindl-Drive-in geplant. Besucher können in ihren Autos bei Weihnachtsmusik durch den Weihnachtsmarkt fahren, sich mit Bratwurst und gebrannten Mandeln versorgen, müssen die weihnachtlichen Köstlichkeiten aber daheim verzehren. Andere Städte planen Online-Weihnachtsmärkte oder einzelne, über die Stadt verteilte Verkaufsstände mit weihnachtlichen Angeboten.

    Auch große Gottesdienste wird es Heiligabend 2020 nicht geben. Live-Übertragungen über das Internet unterliegen keinen Hygienevorschriften und können eine schöne Alternative zu den sonst meist überfüllten Kirchen sein. 

    Was ist Weihnachten 2020 erlaubt?

    Weihnachten ist mit vielen Emotionen, einer nicht unerheblichen Erwartungshaltung sowie unzähligen lieb gewordenen Traditionen verknüpft. Diese Gewohnheiten in diesem Jahr teilweise über Bord werfen zu müssen, tut weh. Was hilft, ist der positive Blick auf die Dinge, die auch dieses Weihnachten möglich sind.

    Weihnachten 2020 wird anders ablaufen als Weihnachten 2019 – ganz klar. Aber es muss deshalb nicht zwingend schlechter sein. Weihnachten unter Corona bedeutet weniger Stress und birgt die Chance, alte Rituale zu kippen und neue Bräuche einzuführen.

    Nichts spricht gegen geliebte Traditionen wie Adventskalender, schöne Weihnachtsdekoration, einen prächtigen Weihnachtsbaum, liebevoll ausgesuchte Geschenke, Berge von Weihnachtsplätzchen und ein mehrgängiges Weihnachtsmenu. 

    So wird Weihnachten trotz Corona ein schönes Fest

    Eine schöne Alternative zu einem Bummel über den Weihnachtsmarkt ist ein Winterspaziergang mit der Familie oder einer befreundeten Familie. Nehmen Sie heißen Tee, Glühwein und Lebkuchen mit und genießen Sie das Zusammensein mit netten Menschen. Übrigens: Glühwein selber machen ist ganz einfach, hier drei Rezepte für selbstgemachten Glühwein, mit und ohne Alkohol.

    Statt den Gottesdienst zu besuchen, ist Weihnachten 2020 ein besinnlicher Waldspaziergang angesagt. Wenn Sie Kinder haben, nehmen Sie kleine Gemüsestückchen mit, mit denen Sie einen Tannenbaum im Wald dekorieren können, quasi als Weihnachtsbaum für die Tiere. 

    Wo persönliche Treffen nicht stattfinden dürfen, können Sie dieses Jahr mal wieder zum Füller greifen und Weihnachtsbriefe oder -karten schreiben.

    Ohne Weihnachtsfeiern und diverse Aufführungen bleibt mehr Zeit zum Basteln und Backen für Familie und Freunde. Wir hätten da ein paar Ideen:

    Schützen Sie sich und Ihre Liebsten

    Auch wenn nur im kleinen Kreis gefeiert wird: Halten Sie Abstand – so schützen Sie sich und andere vor dem Coronavirus. Wenn ältere oder vorerkrankte Familienmitglieder dabei sind, sollten Sie überlegen, drinnen eine Maske zu tragen, auch wenn das nicht vorgeschrieben ist. Denken Sie auch bei kalten Außentemperaturen an regelmäßiges Lüften.

    Längere Weihnachtsferien wegen und gegen Corona?

    Politiker der CDU/CSU hatten vorgeschlagen, die Weihnachtsferien zu verlängern - mit dem Ziel, das Infektionsgeschehen zu unterbrechen. Der Vorschlag stieß bei Kultusministern, Lehrer- und Elternverbänden sowie Bildungsexperten auf scharfe Kritik.

    Mehrere Bundesländer haben inzwischen einen früheren Beginn der Weihnachtsferien mit dem 18. Dezember als letzten Schultag angekündigt, um Familien vor dem Fest Social Distancing zu ermöglichen. In anderen Bundesländern wiederum beginnen die Ferien sowieso schon mit dem Wochenende 19./20. Dezember. Nur Bremen, Sachsen und Thüringen starten erst am 23. Dezember in die Ferien.

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