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Vogelzählung: Deutlich weniger Blaumeisen

Autor: Online-Redaktion | Kategorie: Freizeit und Technik | 19.05.2020

Rätselhaftes Blaumeisen-Sterben in Deutschland
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Capri23auto

Aktuelles Zwischenergebnis bei der Vogelzählung "Stunde der Gartenvögel": Es gibt einen neuen Teilnehmerrekord – und leider einen besorgniserregenden Trend bei Meise, Star und Grünfink.

Am Muttertags-Wochenende fand wieder die alljährliche Vogelzählaktion "Stunde der Gartenvögel" statt. Der NABU hatte gemeinsam mit der NAJU und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) dazu aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu beobachten, zu zählen und zu melden.

Obwohl der Meldeschluss erst am 18. Mai ist, ist jetzt schon klar: Es gibt einen neuen Teilnehmerrekord. Am Sonntagabend hatten rund 90.000 Vogelfreund*innen dem NABU Daten zu 1,8 Millionen Vögeln aus 60.000 Gärten übermittelt.

Stunde der Gartenvögel: Welche Vögel sind in Gärten, Parks und auf Balkonen zu sehen?
Stunde der Gartenvögel: Welche Vögel sind in Gärten, Parks und auf Balkonen zu sehen? (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Oldiefan)

Sorgenkind 2020: Die Blaumeise

Bundesweit betrachtet sind 22 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten gemeldet worden. Statt 2,16 Blaumeisen pro Meldung sind es in diesem Jahr nur noch 1,66 – mit Abstand der niedrigste Wert seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005.

Das rätselhafte Sterben der Blaumeisen ebt ab

Seit Wochen geht bei den Blaumeisen eine tödliche Seuche um. Nach Angaben des Naturschutzbundes ist ein Bakterium (Suttonella ornithocola) die Ursache für das massenweise Sterben der Blaumeisen. Die Tiere erkranken an einer Lungenentzündung, die oft tödlich endet. Für Menschen und Haustiere sei der Erreger ungefährlich. 

Auch wenn bei der diesjährigen Vogelzählung ein deutlicher Rückgang bei den Blaumeisen beobachtet wurde, gibt es in Bezug auf das Massensterben eine gute Nachricht: Laut NABU ebt die Vogel-Krankheit seit Ende April ab. Wie stark sich die Epidemie auf den Blaumeisenbestand in Deutschland auswirkt, ist noch unklar. 

Wichtig zu wissen: Wenn Sie tote Vögel finden, sollten Sie Futterstellen oder Tränken entfernen, damit sich die ansteckende Krankheit nicht weiter verbreiten kann. 

Menschen schätzen Natur in Coronakriese mehr

Viele Menschen haben in den letzten Wochen während der Ausgangsbeschränkungen den Wert der Natur vor ihrer Haustür wieder neu schätzen gelernt. Gartenvögel wie die Blaumeise haben dabei in diesem Frühling sicherlich deutlich mehr Aufmerksamkeit erfahren als in anderen Jahren. Lars Lachmann rät: "Wer mehr Natur in seinem Umfeld erleben und Gartenvögeln helfen möchte, sollte seinen Hof oder Garten zum Mini-Naturschutzgebiet machen".

>> Zum Weiterlesen: Zehn Tipps für einen tierfreundlichen Garten

Stunde der Gartenvögel 2019: 76.000 Teilnehmer

Im vergangenen Jahr hatten über 76.000 Vogelfreunde bei der Stunde der Gartenvögel mitgemacht und Beobachtungszahlen aus fast 52.000 Gärten gemeldet. Gemeinsam mit der Schwesteraktion, der "Stunde der Wintervögel", handelt es sich damit um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

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