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"Verpackungscheck" der Umwelthilfe kritisiert Müllflut

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Freizeit und Technik | 20.01.2022

Verpackungscheck der Deutschen Umwelthilfe: Einweg-Müllflut bei Supermärkten und Discountern
Foto: Shutterstock/Arctic ice; DUH

Die Deutsche Umwelthilfe hat für ihren "Verpackungscheck" rund 50 Filialen von Bio- und Supermärkten sowie Discountern unter die Lupe genommen. In vielen Bereichen bemängeln die Umweltschützer unnötigen Verpackungsmüll und fordern strengere Vorgaben. Besonders die großen Discounter müssen Kritik einstecken.

Von der Obst- und Gemüseabteilung über das Getränkeregal bis zur Frischetheke: Große deutsche Supermärkte und Discounter verursachen unnötig viel Verpackungsmüll. Zu diesem Ergebnis kommt der erste "Verpackungscheck" der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Der Umweltschutzverband hatte dazu stichprobenartig 48 Filialen von 12 Supermarkt-, Discounter- und Biomarktketten untersucht:

  • Lediglich die Biomärkte schnitten zufriedenstellend ab und erhielten eine 'Grüne Karte' von der Umwelthilfe.
  • Supermärkte und Discounter hingegen bekamen allesamt 'Rote Karten' von der DUH. Die größten "Verpackungssünder" über alle untersuchten Kategorien hinweg waren laut DUH-Check die Discounter Aldi Nord und Süd.

Selbst Äpfel häufiger verpackt angeboten

In den untersuchten Filialen seien selbst einfache Maßnahmen für weniger Müll häufig nicht umgesetzt worden, so die DUH-Kritik. So stellten die Umweltschützer etwa fest, dass sogar robustes Obst und Gemüse wie Karotten, Äpfel oder Paprika häufiger in Einweg verpackt als unverpackt angeboten wurde.

Zudem boten Discounter wie Lidl oder Aldi ihre Getränken ausschließlich in Einweg-Verpackungen an und nutzten keine Mehrwegflaschen. Auch insgesamt lag das Angebot von Mehrwegflaschen deutlich unter der im Verpackungsgesetz festgelegten Quote von 70 Prozent, so die Umwelthilfe. Lesen Sie dazu auch: Mehrweg, Einweg, Karton: Welche Getränkeverpackung ist am besten?

Kein unmöglicher Anblick in deutschen Supermärkten: Obst und Gemüse werden unnötig in Plastik verpackt.
Kein unmöglicher Anblick in deutschen Supermärkten: Obst und Gemüse werden unnötig in Plastik verpackt. (Foto: Shutterstock/Alma Agne)

Barbara Metz, Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin, kritisiert: "Das Prinzip Freiwilligkeit ist bei der Müllvermeidung im Handel krachend gescheitert." Sie fordert deshalb eine verpflichtende Halbierung des Verpackungsmülls bis 2025 und eine zusätzliche Einweg-Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einweg-Plastikflaschen, Dosen und Getränkekartons. "Einwegverpackungsmüll zu produzieren, muss teurer werden und darf sich nicht lohnen", so Metz.

Verbesserungsbedarf in vielen Bereichen

Neben dem Obst- und Gemüsesortiment zeigte der DUH-"Verpackungscheck" auch an anderen Stellen Nachholbedarf:

  • So fanden die Tester zwar in einigen Märkten Mehrweglösungen für Milch und Joghurt, aber nur in sehr geringem Umfang.
  • Essensboxen oder Mehrwegbecher mit Pfand waren an Frischetheken die Ausnahme. Mitgebrachte Mehrwegboxen seien an der Supermarktheke, z.B. bei Kaufland, sogar zurückgewiesen worden, so die DUH.
  • Abfüllstationen für Flüssigseife oder Geschirrspülmittel suchten die Tester ebenso vergeblich wie Mehrweg-Verpackungen für die genannten Produkte.

Gut kamen nur die Bio(super)märkte davon

Alnatura, Bio Company und Denn's ließen unnötige Verpackungen bei Obst und Gemüse überwiegend weg, so die DUH. Wenn Verpackungen – wie bei Getränken – unvermeidlich seien, würden klima- und umweltfreundliche Mehrweg-Alternativen angeboten. Anderen Handelsketten wirft die Umwelthilfe hingegen vor, kein echtes Engagement gegen Verpackungsmüll erkennen zu lassen und lediglich Greenwashing zu betreiben.

Im DUH-"Verpackungscheck" waren zwischen Juni und Oktober 2021 jeweils vier Filialen von Aldi Süd und Aldi Nord, Lidl, Penny, Netto Marken-Discount und Netto Nord, Rewe, Edeka, Kaufland, Alnatura, Denn's Biomarkt und Bio Company untersucht worden.

Den vollständigen "Verpackungscheck im Supermarkt: Wie umweltfreundlich Aldi, Edeka und Co. wirklich verpacken" finden Sie hier als PDF.

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