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Tschüss, Einwegplastik! Das sind die Alternativen zu 19 Wegwerf-Produkten

Autor: Lino Wirag | Kategorie: Freizeit und Technik | 12.07.2021

Wegwerf-Produkte aus Plastik belasten die Umwelt: Das sind die Alternativen
Foto: Shutterstock/Igisheva Maria; Montage: ÖT

Vor kurzem hat die EU zahlreiche Einwegprodukte aus oder mit Kunststoff verboten, die nun langsam aus dem Handel verschwinden. Dabei gibt es zu fast allen Einmal-Produkten schon lange hervorragende Alternativen. ÖKO-TEST stellt die sinnvollsten Ausweichlösungen vor.

Seit dem 3. Juli gilt das Einwegplastik-Verbot. Demnach dürfen zahlreiche Einweg-Produkte aus Plastik in Deutschland nicht mehr hergestellt werden, sodass sie Stück für Stück aus den Supermärkten und Cafés verschwinden werden.

Dazu gehören unter anderem Einmalbesteck und -teller sowie Strohhalme, Rühr- und Wattestäbchen aus oder mit Plastik, außerdem wurden Take-away-Behälter und Getränkebecher aus Styropor verboten. Weiter erlaubt bleiben die bekannten Coffee-to-go-Becher aus Pappe, die innen mit Kunststoff beschichtet sind, sowie viele andere Wegwerf-Produkte.

Warum gibt es Mehrweg nur bei Getränken?

Umwelt- und Verbraucherschützer begrüßten sowohl das Plastik-Aus als auch die neue Kennzeichnungspflicht für eine Reihe von Einmal-Produkten, die am gleichen Tag in Kraft trat.

Die Verbände mahnten aber an, dass Wegwerf-Artikel aus Kunststoff nicht einfach durch Wegwerf-Artikel aus Papier, Bambus & Co. ersetzt werden dürften. Politik und Gesellschaft sollten vielmehr konsequenter auf flächendeckende Mehrweg-Konzepte setzen. Ein solches Mehrweg-System ist bei PET- und Glasflaschen sowie bei manchen Schraubgläsern bereits etabliert, könnte aber noch auf viele andere Alltagsbereiche übertragen werden.

>> Lesen Sie dazu auch: Mehrweg, Einweg, Karton: Welche Getränkeverpackung ist am besten?

Gastro vor dem Mehrweg-Durchbruch? Eher nicht

Ein naheliegender nächster Ansatzpunkt ist die Gastronomie. Bereits beschlossene Sache: Die meisten Restaurants und Cafés, die Take-away-Essen oder To-go-Getränke verkaufen, werden ab 2023 verpflichtet sein, ihre Speisen und Getränke zusätzlich in Mehrweg-Verpackungen anzubieten.

Ob zukünftige Kunden bei den neuen Mehrweg-Angeboten überhaupt zugreifen werden, statt auf dem einfacheren Einweg zu bestehen, soll aber ihnen überlassen bleiben. Ohne einheitliche, firmenübergreifende Mehrweg-Systeme auf Pfandbasis, so steht zu befürchten, dürfte sich deshalb nur wenig ändern. Die aber sind von staatlicher Seite bislang nicht geplant.

Rasierhobel aus Edelstahl: Nicht nur schick und trendy, sondern auch eine tolle Alternative zu Plastik.
Rasierhobel aus Edelstahl: Nicht nur schick und trendy, sondern auch eine tolle Alternative zu Plastik. (Foto: Shutterstock/Venicedesign)

19 Wegwerf-Produkte – und ihre Alternativen

Glücklicherweise können Verbraucher dem Wandel von Ein- zu Mehrweg, von Müll zu Müllvermeidung, schon jetzt mitgestalten.

ÖKO-TEST zeigt, welche empfehlenswerten Alternativen zu konventionellen Produkten sich bereits auf dem Markt befinden – und weist damit gleich auf mögliche Fallstricke hin. Spannende Entdeckungen zu Mehrweg und Plastikvermeidung können Sie übrigens auch im lokalen Unverpackt-Laden oder in spezialisierten Onlineshops machen.

Hier unsere Liste mit allen Alternativen zu Einweg-Produkten aus Kunststoff oder Papier:

  • Besteck: Von der Gabel bis zum Stäbchen: Grillen und Picknicken kann man natürlich auch hervorragend mit Edelstahl-Besteck von zu Hause – wenn nicht sogar besser. Für größere Veranstaltungen hat sich bereits Einweg-Besteck aus Holz oder Bambus etabliert; neuer und trendiger ist "essbares" Besteck auf Getreidebasis, z.B. bei Eislöffeln.
  • Binden & Tampons lassen sich durch Menstruationstassen ersetzen – lesen Sie dazu unseren Test Menstruationstassen, um zu erfahren, welche Produkte ÖKO-TEST empfiehlt. Seit einiger Zeit steigt auch die Nachfrage nach Periodenunterwäsche: waschbare Slips bzw. Panties mit eingenähter Saugeinlage, die herkömmliche Menstruationsprodukte ersetzen sollen.
  • Deo gibt es auch plastikfrei als Creme in Glas oder Dose sowie als Stick. Lesen Sie dazu auch: Feste Kosmetik: Wie gut ist sie für Umwelt, Haut und Haar.
  • Duschgele, Shampoos, Peelings & Co. sind zwar per se keine Einweg-Artikel, werden aber fast immer in Plastikflaschen verkauft und enthalten außerdem oft flüssige oder feste Kunststoffe. Sie lassen sich durch plastikfreie Seifenstücke, Haarseifen, feste Shampoos und Conditioner, feste Duschen und ähnliche Produkte ersetzen. Achten Sie dabei besonders auf zertifizierte Naturkosmetik. ÖKO-TEST hat festes Duschgel und festes Shampoo sowie Haarseife für Sie unter die Lupe genommen.
  • Feuerzeuge aus Plastik sind unnötig, es gibt sie wiederbefüllbar und aus Metall.
  • Frischhaltefolie aus Kunststoff kann – genau wie Alufolie – durch (Bienen-)Wachstücher ersetzt werden. Allerdings ist auch deren Nutzungsdauer nicht unbegrenzt, setzen Sie zur Müllvermeidung am besten gleich auf verschließbare Lebensmittelbehälter (siehe unten). Lesen Sie auch: Wachstücher selber machen.
  • Küchenrolle/-krepp lässt sich durch wiederverwendbare, (aus)waschbare Stofftaschentücher und -servietten sowie Wischtücher bzw. -lappen ersetzen. Lesen Sie auch unseren Küchenpapier-Test.
  • Lebensmittelbehälter: Die eigene Tupper- oder Vorratsdose aus Kunststoff, (Silikat-)Glas oder Edelstahl ist das Mittel der Wahl, um Einmal-Verpackungen – egal aus welchem Material – beim Essen to go zu ersetzen. Außerdem seit Omas Jugend im Trend: Schraubgläser.
  • Rasierer: Einweg-Rasierer aus Plastik am besten durch wertige und langlebige Rasierhobel und/oder Rasiermesser aus Metall ersetzen.
  • Servietten aus Papier können durch solche aus Stoff ausgetauscht werden.
  • Strohhalme: Einweg-Alternativen gibt es aus Stroh, Papier oder "essbar", beispielsweise aus Nudelteig oder auf Getreidebasis. Schlauer und schicker sind Mehrweg-Strohhalme aus Edelstahl oder Glas.
  • Taschentücher gibt es aus Stoff.
  • Teller & Schüsseln: Statt beschichteter Pappteller, die seit Juli 2021 aus dem Handel verschwinden, beim Barbecue einfach auf "richtiges" Porzellan zurückgreifen. Leichte und bruchsichere Mehrweg-Teller für Camping & Co. gibt es aus Aluminium, Edelstahl, Emaille oder Kunststoff. Achtsamkeit ist bei Geschirr aus dem Kunstharz Melamin geboten: Einige Anbieter haben Schadstoffprobleme, wie ÖKO-TEST gezeigt hat. Auch Einweggeschirr aus Bambus, Palmblättern oder Zuckerrohr, das zurzeit einen Boom erlebt, steht zurzeit wegen bedenklicher Inhaltsstoffe in der Kritik.
  • To-go-Becher sind überflüssig – ob mit oder ohne Warnhinweis. Verschließbare Flaschen und Becher, ob für Kalt- oder Heißgetränke, sind nicht nur bei Eltern längst Standard. Im Thermobecher-Test haben wir uns einige Produkte genauer angesehen. Auch hier ist Vorsicht vor Melamin geboten, das oft in sogenannten "Bambusbechern" enthalten ist.
  • Watte- & Abschminkpads sind längst auswasch- und damit wiederverwendbar zu haben. Was die Mehrwegpads taugen, verrät unser Wattepads-Test.
  • Wattestäbchen gibt es zur Einmalnutzung auch aus Pappe oder Bambus. Abwaschbar, wiederverwendbar und langlebig sind Ohrenreiniger aus Edelstahl, Bambus oder Kunststoff.
  • Zahnpasta gibt es auch in Tabletten- und Pulverform oder als Creme im Glas.
  • Zahnseide: Zahnseide-Sticks sind praktisch, aber müllintensiv. Besser ist klassische Zahnseide, die es auch als Bioprodukt gibt.
  • Zahnstocher gibt es nicht nur in Holz, sondern auch wiederverwendbar, beispielsweise aus Edelstahl oder Titan.

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