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Streusalz schadet der Umwelt und den Tieren

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 10.01.2019

Streusalz schadet der Umwelt und den Tieren
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Free-Photos)

Der Winter hat uns fest im Griff. Damit Straßen und Gehwege nicht zu Rutschbahnen werden, wird häufig Streusalz eingesetzt. Für die Umwelt ist das fatal.

Kaum fällt Schnee, werden auf unseren Straßen und Gehwegen große Mengen Streusalz verteilt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes landen in kalten, schneereichen Wintern mehr als vier Tonnen davon auf Straßen und Gehwegen.

Auch im privaten Gebrauch wird gerne auf Streusalz zurückgegriffen. Grundstücksbesitzer müssen für geräumte Bürgersteige sorgen, bei Unfällen ist das Haftungsrisiko hoch. Da klingt es erst einmal einleuchtend, Streusalz zu verwenden: Es ist billig und wirkt in der Regel schnell. Was viele aber nicht zur Kenntnis nehmen: Salz ist gefährlich für Böden und Gewässer.

Wie wirkt Streusalz?

Streusalz besteht überwiegend aus Natriumchlorid, also normalem Kochsalz, sowie Calcium- oder Magnesiumchlorid. Das Salz setzt den Gefrierpunkt herab und lässt damit Schnee und Eis schmelzen beziehungsweise verhindert, dass diese sich überhaupt bilden. Eine feine Sache – wären da nicht die negativen Auswirkungen auf die Umwelt.

Die Natur leidet unter Streusalz

Das Salz setzt sich nämlich im Boden ab und schädigt dort die Pflanzenwurzeln. In der Folge können die Wurzeln Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen, die Pflanzen werden anfälliger für Krankheiten und Vertrocknung. Zu sehen ist das, wenn salzgeschädigte Bäume oder Hecken im Sommer trotz ausreichender Niederschläge langsam vertrocknen. Bei direktem Kontakt wirkt das Salz außerdem ätzend. Mit dem Schmelzwasser gelangt Streusalz auch in Flüsse, Seen und ins Grundwasser und belastet dort die Ökoysteme.

Nicht nur die Umwelt leidet unter dem aggressiven Salz: Bei Hunden und Katzen setzt sich das Streusalz in den Pfoten fest und kann dort für Entzündungen sorgen. An Autos und Brücken ist das Salz für teure Korrosionsschäden verantwortlich.

In vielen Städten ist Streusalz verboten

Viele Kommunen haben den privaten Einsatz von Streusalz deshalb verboten; wer dagegen verstößt, dem drohen teilweise heftige Geldbußen. Umweltverbände unterstützen das Salzverbot. Der BUND Naturschutz kritisiert beispielsweise, dass Baumärkte weiterhin Streusalz in großen Mengen verkaufen.

Wichtig zu wissen: Gegen Streusalz spricht auch, dass es nur unter bestimmten Bedingungen wirkt. Bei niedrigeren Temperaturen als minus 20 Grad ist es wirkungslos. Auch bei andauerndem Schneefall macht der Einsatz keinen Sinn.

Abstumpfende Streumittel als Alternativen zu Streusalz

Es gibt durchaus gute Alternativen zu Streusalz, die der Umwelt weniger Schaden zufügen. Die einfachste ist der körperliche Einsatz mit Schneeschaufel und Besen. Hier gilt: Schon frühzeitig räumen, wenn der Schnee sich noch leicht lockern und wegräumen lässt.

Wer bei Eis und erhöhter Glättegefahr Streumittel einsetzen möchte, sollte sogenannte abstumpfende Streumittel verwenden. Sie schmelzen das Eis nicht ab, sondern erhöhen lediglich die Griffigkeit der überfrorenen Oberflächen. „Hier bieten sich Sand, Kies oder Sägespäne an“, so der BUND Naturschutz. Das Umweltbundesamt gibt dagegen zu bedenken: „Der Primärenergiebedarf kann beim Einsatz von abstumpfenden Mitteln höher liegen als bei der Verwendung von Taumitteln. In der Energiebilanz ist noch der Aufwand für das Einsammeln und gegebenenfalls Reinigen am Saisonende zu berücksichtigen.“

Richtig umweltgerecht bleibt also nur – die gute alte Schneeschaufel.

Wichtig: Achten Sie beim Kauf von Streumitteln ohne Salz unbedingt auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“!

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