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Sechs Dinge, die Sie gegen Glyphosat tun können

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 06.06.2019

Sechs Dinge, die Sie gegen Glyphosat tun können
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / maxmann)

Glyphosat ist das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt. Das „Totalherbizid“ gilt als wahrscheinlich krebserregend und trägt zum Artensterben bei. Sechs Dinge, die Sie gegen Glyphosat tun können.

Kein Pestizid wird weltweit so oft verkauft wie Glyphosat – es wird nach Angaben des BUND auf 40 Prozent der deutschen Ackerflächen eingesetzt. Mittlerweile findet sich der Unkrautvernichter nicht nur im Boden und im Wasser, sondern auch in unseren Lebensmitteln. Glyphosat wurde unter anderem in Milch, Mehl, Brot, Bier und Tierfutter nachgewiesen – und auch in unserem Blut und Urin.

In der Europäischen Union darf Glyphosat noch bis mindestens 2022 verkauft und eingesetzt werden. 

Mit diesen Ideen können Sie etwas gegen das Herbizid tun

1. Bio-Lebensmittel kaufen

Wer Glyphosat in seinen Lebensmitteln meiden möchte, sollte möglicht auf Bio-Produkte zurückgreifen. Beim Anbau biologischer Lebensmittel werden keine chemisch-synthetischen Pestizide verwendet – und damit auch kein Glyphosat. 

Wer nicht sämtliche Lebensmittel in Bio-Qualität kauft, sollte vor allem bei Erdbeeren, Spinat, Kohl, Nektarinen, Äpfeln, Trauben, Pfirsichen, Kirschen, Birnen, Tomaten, Sellerie und Kartoffeln auf das EU-Bio-Siegel achten. Diese Nahrungsmittel sind laut der US-amerikanischen Nonprofit-Organisation "Environmental Working Group" (EWG) am stärksten mit Pestiziden belastet.

Geringe Mengen Glyphosat können allerdings auch in Bio-Produkten enthalten sein, zum Beispiel, wenn das Mittel vom benachbarten Feld auf das Bio-Getreide übertragen wird. Wir haben Glyphosat bereits in Linsen, Kinderkeksen, Schokomüsli, Mehl und Brot nachgewiesen. Und jetzt auch in Bier.

Glyphosat im Bier

2016 wurde Glyphosat das erste Mal in Bier nachgewiesen. Wir wollten wissen, was sich an der Situation geändert hat und haben 43 Pilsbiere auf problematische Stoffe getestet. Die gute Nachricht: Viele Pilsmarken sind sauber. Die schlechte lautet: 13 von ihnen enthalten Glyphosat in Mengen, die wir abwerten, darunter auch ein Bio-Bier. Die Ergebnisse unseres großen Bier-Test können Sie gratis abrufen: Bier-Test: Unser Testurteil zu Beck's, Bitburger und Co.

2. Auf Glyphosat im Garten verzichten

Glyphosathaltige Unkrautvernichter bedrohen die Artenvielfalt in der Natur. "Die vermeintlichen Wundermittel sind giftig und töten Pflanzen, die auf den ersten Blick vielleicht einfach unerwünschte Unkräuter sind. Verschwinden sie, fehlen jedoch vielen Insekten und Vögeln wichtige Nahrungsquellen. So wird der Ökokreislauf empfindlich gestört", erläutert Volker Weiß vom NABU.

Vermeiden Sie Glyphosat im eigenen Garten und weisen Sie auch Ihre Nachbarn und Freunde auf die Gefährlichkeit des Produkts und seine Bedrohung für die Artenvielfalt hin. Die meisten großen Baumärkte haben glyphosathaltige Produkte mittlerweile aus dem Sortiment genommen. Im Onlinehandel gibt es die Mittel nach wie vor problemlos zu kaufen. Und manch einer hat noch größere Mengen an Restbeständen im Keller gelagert.

Allemal besser als Unkrautvernichter ist, selbst Hand anzulegen: Unkraut lässt sich problemlos auszupfen. Und wenn Sie bei dem einen oder anderen Unkraut ein Auge zudrücken und es wachsen lassen, freuen sich die Insekten in Ihrem Garten.

3. Setzen Sie sich für ein Glyphosat-Verbot ein

Im Jahr 2018 hat die EU-Kommission nach monatelangem Streit die Zulassung für Glyphosat verlängert: Der umstrittene Wirkstoff ist bis Ende 2022 erlaubt.

Mit diesen Aktionen können Sie sich für ein Glyphosat-Verbot einsetzen: 

4. Was macht Ihre Gemeinde?

Fragen Sie bei der eigenen Kommune nach, ob dort Betriebe für die Reinigung und Pflege der öffentlichen Flächen noch Glyphosat einsetzen. Wenn ja, dann sprechen Sie mit den Zuständigen und informieren Sie sie über Alternativen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hält hierzu Tipps parat.

5. Überzeugen Sie Supermärkte, Unternehmen und Politiker 

Sie sind gegen den Einsatz von Glyphosat? Dann lassen Sie das Supermärkte, Konzerne und Parteien wissen. Richten Sie Ihr Schreiben an den Kundenservice großer Unternehmen und Supermärkte oder posten Sie Ihre Meinung in den sozialen Medien. Sprechen Sie lokale Politiker an, verfassen Sie ein Schreiben an Bundestagsabgeordnete. Machen Sie deutlich, wie wichtig Ihnen glyphosatfreie Lebensmittel sind.

Der Protest kann durchaus etwas bewirken – auch jenseits eines offiziellen Verbots. Bei einigen großen Molkereien wie Berchtesgadener Land und Hochland hat das schon funktioniert.

6. Informieren Sie Ihr soziales Umfeld

Sprechen Sie auch mit Freunden und Bekannten über das Thema und geben Sie Informationen über die Bedeutung der Insekten weiter.

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