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Schnecken bekämpfen: 8 umweltfreundliche Tipps gegen Schnecken im Garten

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Freizeit und Technik | 02.08.2021

Schnecken bekämpfen geht auch umweltfreundlich: Wir haben acht Tipps gegen die Schneckenplage im Garten.
Foto: Shutterstock / Lisa-S

Hungrige Schnecken sind keine gerngesehenen Gäste im Garten. Wer Schnecken loswerden will, merkt schnell, dass viele Hausmittel nichts bringen. Wir verraten Ihnen, wie Sie Schnecken bekämpfen können – ohne ihnen zu schaden.

Kaum wird es dunkel, kommen die Schnecken aus ihren Verstecken – und stürzen sich mit Begeisterung auf zartes Grün wie Salat, Gemüse oder Blütenstauden. In heimischen Kleingärten wüten hauptsächlich die Spanische Wegschnecke, die Gartenwegschnecke und die sogenannte Genetzte Ackerschnecke. Sie alle zählen zu den Nacktschnecken.

Nicht alle Schnecken richten Schäden an

Einige der Schnecken, die uns im Garten begegnen, sind keine Gefahr für Gemüse- und Blumenbeete: Die meisten Gehäuseschnecken richten praktisch keinen Schaden an – sie ernähren sich vor allem von totem Pflanzenmaterial und nicht vom jungen Gemüse.

  • Die große Weinbergschnecke (sie steht übrigens unter Naturschutz) hilft sogar, der Nacktschneckenplage Herr zu werden: Sie frisst die Eigelege von Nacktschnecken auf. 
  • Auch Bänderschnecken (das sind die kleinen, hübschen Häuschenschnecken) richten im Garten keine nennenswerten Schäden an.
  • Der natürliche Feind der Spanischen Wegschnecke ist der Tigerschnegel. Die zehn bis 20 Zentimeter lange Nacktschnecke frisst neben Pflanzenteilen und toten Tieren auch die Eier der Spanischen Wegschnecke. 
      Von links nach rechts: Weinbergschnecke, Bänderschnecke und Tigerschnegel richten keine nennenswerten Schäden an.
      Von links nach rechts: Weinbergschnecke, Bänderschnecke und Tigerschnegel richten keine nennenswerten Schäden an. (Foto: Shutterstock / Lena Bukovsky, Mattew & Pixabay / ariesa66)

      Schnecken bekämpfen: Das rät ÖKO-TEST

      Kombinieren Sie gegen Schnecken am besten mehrere Maßnahmen:

      1. Gießen Sie Pflanzen morgens – und zwar möglichst punktuell. Je trockener der Untergrund um die Pflanzen ist, desto schwieriger wird es für die Schädlinge, ans Ziel zu gelangen.

      2. Ein naturnaher Garten ist ebenfalls ein Schutz vor Schnecken. Wo sich Igel, Mäuse, Vögel, Blindschleichen und Käfer wohlfühlen, haben Schnecken (und ihr Eigelege) schlechtere Überlebenschancen. Lesen Sie dazu: So verwandeln Sie Ihren Garten in ein Paradies für Tiere.

      3. Umrahmen Sie Ihre Gemüse- und Zierpflanzenbeete zusätzlich mit einem Rand aus Rasen, Rindenmulch, Sägemehl, Sand, Gesteinsmehl oder Kalk.

      4. Nutzen Sie alternativ einen Schneckenzaun, der einen nach außen gebogenen Rand hat. Sammeln Sie die Schnecken, die es doch über den Zaun schaffen, regelmäßig ein.

      5. Laut Nabu ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kaffee bei der Schneckeabwehr hilft: "Geringe Konzentrationen halten die Tiere vom Fressen ab oder vertreiben sie, größere Konzentrationen sind sogar tödlich. Verantwortlich hierfür ist das Koffein, das wahrscheinlich wie ein Nervengift wirkt." Streuen Sie Kaffeesatz großflächig um die schützenswerten Pflanzen. Sie können auch starken Kaffee als Tinktur auf die Blätter sprühen.

      6. Legen Sie außerdem Rhabarberblätter oder Orangen- bzw. Pampelmusenhälften auf den Boden, unter denen die Schnecken Unterschlupf finden. Dort können sie dann einfach eingesammelt werden.

      7. Ein Hochbeet erschwert den Zugang zum geliebten Gemüse.

      8. Legen Sie abends feuchte Bretter in den Garten – und sammeln Sie die Schnecken am nächsten Morgen ein.
      Die beste Zeit zum Einsammeln der Schnecken ist spät abends oder nach einem Regen ganz früh morgens.
      Die beste Zeit zum Einsammeln der Schnecken ist spät abends oder nach einem Regen ganz früh morgens. (Foto: Shutterstock / Ja Crispy)

      Bierfallen ziehen noch mehr Schnecken an

      Von Bierfallen raten wir ab. Hier handelt es sich um im Boden versenkte Becher, die mit Bier gefüllt werden. Sie locken Schnecken zwar erfolgreich an, die Schnecken aber fallen in das Gefäß und ertrinken dort.

      Das ist nicht nur aus moralischer Sicht problematisch: Auch für die Schnecken in Nachbars Garten riecht das Bier verlockend – schlussendlich ziehen Sie mit dieser Methode deutlich mehr Schnecken an als ohne die Bierfalle.

      Schnecken bekämpfen: Auf diese Pflanzen sollten Sie verzichten

      Schnecken lieben zartes Grün. Wer Schnecken vorbeugen möchte, sollte deshalb auf Salat und Spinat besser verzichten, bzw. ihn im Hochbeet oder in Balkonkästen anpflanzen. Auch die Blüten vieler Zierpflanzen haben Schnecken zum Fressen gern. 

      Pflanzen, die Bitterstoffe oder giftige Inhaltsstoffe enthalten, harte oder haarige Blätter oder Dornen und Stacheln haben, sind bei Schnecken nicht beliebt

      Pflanzen, die nicht auf dem Speiseplan der Schnecken stehen:

      • Astern
      • Bienenweide
      • Bohnenkraut
      • Farne
      • Fetthenne
      • Geranien
      • Kapuzinerkresse
      • Mohn
      • Petersilie
      • Pfingstrose
      • Rettich
      • Rosen
      • Rosmarin
      • Rote Beete
      • Salbei
      • Schnittlauch
      • Sellerie
      • Thymian
      • Tomaten
      • Zwiebeln

      Schneckenkorn und Schneckenmittel im Test

      Weitere Maßnahmen im Kampf gegen Schnecken sind Schnecken-Nematoden – Fadenwürmer, die die Schnecken als Parasiten befallen – sowie Schneckenkorn mit Eisen-III-Phosphat.

      Wir haben uns zuletzt 2016 zehn Mittel gegen Schnecken genauer angesehen und deren Inhaltsstoffe bewertet. Drei Produkte schneiden dabei "sehr gut" ab, bei anderen werten wir ab. 

      Jetzt lesen: Schneckenkorn & Schneckenmittel im Test

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